BAGEH-Forum 2006

Peter Goldschmidt, Referatsleiter im ASB Bundesverband, erklärt den über 100 Teilnehmern, dass es keine Alternative zu den neuen Richtlinien für die BAGEH Mitglieder gibt.
Vom 6. bis 7. Oktober fand an der Bundesschule der DLRG in Bad Nenndorf das BAGEH Forum zur Diskussion und Umsetzung der neuen Wiederbelebungsrichtlinien des European Resuscitation Council (ERC) statt. Insgesamt nahmen über hundert Ärzte, Erste-Hilfe- und Sanitätsausbilder, Ausbildungsbeauftragte, interessierte Fachleute und Helfer teil.
Das Forum war ein großer Erfolg für die BAGEH. Das Ziel, die Akzeptanz für die neuen ERC-Richtlinien zu erhöhen und die Umsetzung zügig voran zu treiben, wurde erreicht, stellte DLRG-Bundesarzt Dr. Peter Pietsch als Vorsitzender der BAGEH 2006 zusammenfassend fest. Vor allem die hohe Teilnehmerzahl und die Qualität der Teilnehmer als wesentliche Multiplikatoren der Hilfsorganisationen, gewährleiste die gewünschte Breitenwirkung dieses Forums, so Pietsch weiter.
Schon im Auftaktreferat "Ertrinkungsfälle im Kindesalter" von Dr. Cornelia Thüner, Jugendärztin im Landkreis Friesland, wurde darauf hingewiesen, dass die Umsetzung der ERC-Richtlinien nicht zur Diskussion stehe, ebenso wenig wie das klare Bekenntnis dazu, dass die in der BAGEH zusammengeschlossenen Hilfsorganisationen die europäischen Richtlinien für sich als verbindlich ansähen.
Dr. Dr. Burkhard Dirks von der European Resuscitation Council stellte die Änderungen der Guidelines 2005 vor und erläuterte die Hintergründe. Wichtig war die Aussage, dass auch die Durchführung der Erste-Hilfe-Maßnahmen auf dem Boden der ERC Richtlinien 2000 nicht falsch gewesen seien. In den weiteren Fachvorträgen und Diskussionen von Ulrike Pantzer (Referentin in der Bundesärztekammer), Dieter Massinger (Qualitätssicherungsstelle Erste Hilfe der Berufsgenossenschaften), Rico Kuhnke (Referent JUH Akademie), Jörn Kaminski (Referent MHD) sowie der DLRG Ärzte Dr. Norbert Matthes, Dr. Ulrich Jost und Raik Schäfer wurde schnell deutlich, dass es keine Alternative zu den neuen Richtlinien für die BAGEH Mitglieder gebe. Bereits im Rahmen des BAGEH-Treffens vom 27./28. Januar in der Bundesgeschäftsstelle des ASB in Köln seien die Leitlinien für die Wiederbelebung von Erwachsenen und Kindern diskutiert und ihre Umsetzung bis Ende 2006 beschlossen worden.
Hierbei verdeutlichte Peter Goldschmidt, Referatsleiter ASB Bundesverband, noch einmal die Ziele, die mit der Einführung der neuen Richtlinien verfolgt wurden: "Vereinfachung der Herz-Lungen-Wiederbelebung mit möglichst evidenzbasierten Maßnahmen und Absenkung der Hemmschwelle, um potenzielle Ersthelfer zum Helfen zu bewegen". Allerdings bereite die Umsetzung der neuen Richtlinien für die innerbetriebliche Erste-Hilfe-Ausbildung den Hilfsorganisationen durchaus Probleme, die Umsetzung in allen betroffenen Dokumenten, Merkblättern u. a. zügig zu realisieren.
Am nächsten Tag wurde die Veranstaltung mit einem Beitrag über Möglichkeiten der Motivation und Qualifikation von Ausbildern sowie mit den Workshops zu den Themen "Neue Seitenlage", "Automatisierter Externer Defibrillator (AED)", "Paediatric Life Support (PLS)" und "Atemwegsverlegung" fortgesetzt.
Der Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe gehören die Organisationen Arbeiter Samariter Bund (ASB), Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Johanniter Unfallhilfe (JUH) und Malteser Hilfsdienst (MHD) an.
Die Vorträge im Einzelnen als pdf-Datei zum Runterladen:
- Dr. Dr. Burkhard Dirks, Die Guidelines 2005 des European Resuscitation Council
- Peter Goldschmidt, Aufgabe und Selbstverständnis der BAGEH
- Dr. Ulrich Jost, Workshop Atemwegsverlegung nach Heimlich
- Jörn Kaminski, Die neue Seitenlage
- Rico Kuhnke, Johanniter-Akademie 2006
- Dieter Massinger, Einführung neuer Leitlinien zur Wiederbelebung aus der Sicht der Berufsgenossenschaften
- Dr. Norbert Matthes, Workshop AED: Neue Wiederbelebungsleitlinien in der Ersten Hilfe
- Ulrike Pantzer, Änderungen deutscher Leitlinien zur Reanimation 2006 aus Sicht der Bundesärztekammer
- Dipl. Med. Raik Schäfer, Kinderreanimation paediatric life support
- Dr. Cornelia Thüner, Ertrinkungsunfälle im Kindesalter







