Hochwasser 1955
Speyers DLRG im Hochwassereinsatz
Kampf dem nassen E l e m e n t ! Unter dieser Parole alarmierte der Bezirk Speyer seine aktiven Mitglieder. Am Montagvormittag konnte der Bezirksleiter seine Männer der Stadtverwaltung zum Einsatz melden. Sieben Schlauchboote des Bezirkes wurden sofort in die bedrohten Gebiete gebracht.
Im Holzmarkt, Fischmarkt und Lauergasse galt es'den Personenverkehr aufrechtzuerhalten und die bedrohten Stellen zu versorgen. Das Wasser stand bereits kniehoch in den überfluteten Straßen. Kalter Wind wehte. Die Kälte des eisigen Wassers drang durch die Gummistiefel. Raschi werden die Schlauchboote zu Wasser gebracht und los ging es. Manche Stellen konnten nicht umfahren werden, und da ging es einfach ins Wasser. Daß dabei das Wasser in die Stiefel lief und auf den Hosen sich eine Eiskruste bildete, konnte den Eifer nicht eindämmen. Anwohner wurden auf dem Rücken und Kinder auf den Armen über die Straße getragen. Verpflegung, Arzenei und sonstige lebensnotwendige Dinge mußten in die Häuser gebracht werden.
Kleine Gassen, die nicht mit dem Boote befahren werden konnten, wurden durch die kleinen Sdilauchboote, die sichi in den engen Gassen besonders bewährten, versorgt. Daß beim Anfahren an die verbarrikadierten Haustüren und Kellerfenster Löcher in die Luftkammern gestoßen wurden, ließ sich nicht vermeiden. - Flicken darauf und weiter. Als es Montagabend wurde, die Eiskruste über den Schlauchbooten lag und die klammen Finger kaum noch die Stedipaddel halten konnten, war es gelungen, den Personenverkehr trotz steigenden Wassers aufrechtzuerhalten. Inzwischen waren durch andere Männer der DLRG Eisenkähne herbeigeschafft worden, so daß für die Schlauchboote eine Entlastung eintrat. - Aber nodi stieg das Wasser. Einweisungen, Bergungen, Kontrollen und Hilfeleistungen jagten sich. Daß die Nacht zum Tage wurde, wie bei vielen eingesetzten Helfern, sei hier nur am Rande vermerkt. Während der Notstandszeit wurden durch uns insgesamt etwa 450 Personen mittels Schlauchbooten transportiert.
24 Fahrten zur Aufrechterhaltung des Personenverkehrs wurden durchgeführt, sieben kleine Einweisungen und zwei Bergungsfahrten getätigt, 17 Transportfahrten und 14 Verpflegungsfahrten durchgeführt und insgesamt 578 Personen watend durch das Wasser getragen. Ei.
N a c h s a t z : Die Tagespresse bat den selbstlosen Einsatz der DLRG-Männer besonders lobend herausgestellt. - Kam. Vogel und seine Getreuen haben bewiesen, daß sie es ernst nehmen mit unserer
Aufgabe:
den Mitmenschen zu helfen
wo die Not es gebietet!
Entnommen dem Lebensretter mit freundlicher Genehmigung.







