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Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V.

Bericht aus dem LV Bayern


Obwohl sich im Zeitpunkt dieser Berichterstattung die Hochwasserlage noch nicht entschärft hat, möchten wir doch den Kameraden in der Bundesrepubuk einen Überblick über unseren Katastropheneinsatz.geben.

Nach den großen Schneefällen am Winterschluß und zum Frühlingsanfang, die Rekordschneehöhen brachten, kam der große Regen in Form einer kleinen Sintflut.. Nach den Lawinenkatastrophen kam das Hochwasser, bedingt durch die Schneeschmelze und den Dauerregen, der auch den ganzen Frühling ins Wasser fallen ließ. Seit Menschengedenken hat es nicht mehr so gegossen, die Menschen waren depremiert, ja verzweifelt, denn das Grundelement ihres Daseins wurde plötzlich eine Gefahr für sie. Die Schlechtwettergebiete aus dem nördlichen Mitteleuropa stauten sich an den Alpen. Wenn es sich im übrigen Bundesgebiet aufgeklart hatte, kamen Tiefausläufer aus Italien und brachten Regen, Regen....

Das ganze Land, ist vollgesogen wie ein Schwamm, und sogar das Grundwasser schwoll über, die zahlreichen Seen laufen über. Bäche wurden zu reißenden Flüssen und kleine Flüsse schwollen zu ungeheuren Strömen an. Seit den Hochwasserkatastrophen von 1940 und 1954 hatte man viel zum Schutz von Land und Mensch getan, trotzdem wurden wir wieder von der Wucht der Naturgewalt überrascht und überwältigt. Erdrutsche, Uberspülung von Dämmen und Dammibrüche setzten große Landstriche unter Wasser. Dörfer wurden abgeschnitten, Wassermassen drangen in Stadtteile an den vielen Städten der Donau. Straßen wurden überflutet, wodurch ein Verkehrschaos entstand. Telefonleitungen wurden unterbrochen so dass nur Funkverbindung bestand. Die Bauern standen ratlos auf ihren abgeschnittenen Höfen, flehten um Hilfe, versuchten sich und das Vieh auf das Trockene zu retten. Die Menschen in den Städten an der Donau flohen in die oberen Stockwerke oder auf die Dächer Ihrer Häuser, wo sie auf Rettung warteten.

Überall wurde Katastrophenalarm gegeben, und da die freiwilligen Rettungsverbände nicht ausreichten, mußte auf die Bundeswehr und Bundesgrenzschutz zurückgegriffen werden. In fieberhafter Arbeit, bei Tag und Nacht, versuchten alle zu retten, was zu retten ging. Sandsäcke wurden gefüillt, Faschinen wurden befestigt, durchlässige Dämme abgedichtet. Die Situation war zeitweise trostlos, und 7 Todesopfer forderte bisher die Flutkatastrophe.

Unsere DLRG-Kameraden der Bezirke Donau mit Kamerad Schwend, Bezirk Oberpfalz mit Kamerad Kammermeier aus Regensburg und der Bezirk Niederbayern mit Kamerad Schwarz aus Passau waren im Brennpunkt der Einsätze. Ohne Kompetenzhunger stellten sie sich mit ihrem Material und Gerät dem zuständigen Katastrophenleiter freiwillig zur Verfügung. Hier bewährten sich vor allen Dingen unsere Kähne, Motorzillen und sehr stabilen Rettungsboote, die in den reißenden Fluten Gefahr liefen, von den entfesselten Wassermassen mitgerissen zu werden. 




An der Donau herrscht die Angst und niemand weiß, wie es weitergehen soll. Die Hochwasserschutztruppen sind ohne Nachtruhe, die Telefone liefen heiß, die Männer sind müde, überall besteht Dammbruchgefahr.

Unsere Rettungschhwimmer der DLRG  sowie die sehr zahlreichen von uns ausgebildeten Rettungsschwimmer der Bundeswehr und des Bundesgrenzschutzes vollbrachten eine gigantische Rettungsaktion, blieben Tag und Nacht "auf dem Damm" und brachten Mensch und Vieh in Sicherheit. Zahlreiche leitende Persönlichkeiten vom Bürgermeister über den Regierungspräsidenten bis zu den Ministem waren voll des Lobes auch unserer DLRG gegenüber. Bisher konnten wir 9 Menschen vor dem Tode des Ertrinkens retten, wie viele wir durch unsere Vorsorge haben retten können, weiß niemand. Aucch der Landesverbandsleiter von Bayern, Dr. Zylka, konnte sich an Ort und Stelle in den Überschwemmungsgebieten von der Rettungsarbeit überzeugen und manchen Hexenschuss infolge Durchnässung und Erkältung selbst behandeln.

Alles in allein hat die DLRG in Bayern trotz ihrer ungenügenden Ausrüstung und ihrer ausschließlich ehrenamtlichen Tätigkeit sich bewährt und konnte einen kleinen Mosaikstein dank ihrer hervorragenden Ausbildungsarbeit, bei der Rettung von wertvollen Menschenleben beitragem. In dieser großen Not sehen sich die Menschen wieder ohne die verschleiernde Brille des Wohlstandes. Wollen wir hoffen, dass die Not, die durch die Katastrophe abermals verursacht worden ist und Tausenide um ihr Hab und Gut gebracht hat, bald wieder geheilt werden möge.

Der Vorstand des Landesverbandes dankt allen Einsatzkräften und Rettungsschwimmern der DLRG in Bayern, die sich freiwillig, uneigennützig und freiwillig in dieser höchsten Not der Menschheit zur Verfügung gestellt haben, dankt aber auch den Kameraden im Bundesgebiet für das Gedenken unserer Retttmgsschwimmer in dieser schweren Not. 

Dr. Zylka, LV-Leiter

entnommen dem Lebensretter 
mit freundlicher Genehmigung