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Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V.

Bericht aus Ost-Westfalen

Dank des OKD für vorbildliche DLRG-Einsätze

Erst heute läßt sich übersehen, welch furchtbare Schäden die Flutkatastrophe in den Regierungsbezirken Detmold und Arnsberg anrichtete.
Acht Menschen kamen in Ost-Westfalen ums Leben, Hunderte verloren durch die Flut Ihr Obdach und 24 Brücken wurden zerstört. Daß die DIRG-Kata-Trupps Ihre Einsätze mit größter Aufopferung und minutiöser Genauigkeit ausführten, wird unterstrichen durch den Dank aller OKD, in deren Bereichen Einsätz gefahren wurden.

Der Rettungswart des LV Westfalen wurde am 16. Juli gegen 17.30 Uhr durch die Kata- Abwehrleitung des Regierungsbezirks Detmold erstmalig unterrichtet, daß mit einem Einsatz im Bereich des Bezirkes Lippe zu rechnen sei. Bereits um 19 Uhr erfolgte dann der erste Einsatz im Kreis Warburg. Der letzte Einsatz wurde am 18.  Juli gegen 13 Uhr im Kreis Unna gefahren. Bis zum 21 Juli lagen die einzelnen Kata-Trupps aber noch einsatzbereit. Unser Dank gilt den Bootsbesatzungen der Boote "Sturmwind", "Stadt Soest", "Westfalen", "Müritz", "Masuren" und "Heinrich Renninghoff", die ihr bestes gaben, und selbstverständlich nicht zuletzt auch den Kameraden aus den Bezirken Lippe, Hellweg, Arnsberg und Bielefeld, die für Organisation und Einsatzleitung verantwortlich zeinen.

Die nachstehenden zwei Einsatzberichte sprechen für sich.

Rettung einer Familie in Ossendorf

 

Am 16. Juli gegen 18.30 Uhr wurde die Rettungsgruppe des Bezirkes Lippe (MRB "Sturmwind") alarmiert.  Aus den Freibädern Oerlinghausen und Detmold holte man Rettungsschwimmer, die sich sofort, so wie sie waren, in Sportbekleidung zum Wachzug, begaben.  Schon gegen 19 Uhr verließ der DLRG-Wachzug die Stadt Detmold und erreichte als eine der ersten Rettungseinheiten das Überschwemmungsgebiet. Diese Tatsache wurde als besonders lobenswert durch den OKD in Warburg als örtlichem Einsatzleiter hervorgehoben.

Bezirksleiter H. Hunecke, der den Einsatz selbst leitete, hatte den Auftrag, den Fahrgästen eines bei Westheim im Hochwasser steckengebliebenen D-Zugs Hilfe zu leisten.  Da die Zufahrtstraßen nicht mehr passierbar waren, und der D-Zug nicht in unmittelbarer Gefahr war, wurde die Rettungsgruppe umgeleitet und in das besonders gefährdete Gebiet von Ossendorf geschleust. Hier war bereits am Nachmittag vergeblich versucht worden, eine vom Wasser eingeschlossene Familie zu retten.Behindert durch starken Regen, überschwemmte Straßen und Dunkelheit erreichte die Gruppe gegen 21.30 Uhr die Mühle in Ossendorf. In der Mühle befand sich eine Familie und machte sich durch Lichtzeichen bemerkbar. Ein Herankommen war zunächst nicht möglich. Der Mühlenbach war zu einem reißenden Strom geworden. Das   Rettungsboot konnte in der starken Strömung nicht eingesetzt werden.Unter schwierigsten Umständen, mit Badehose bekleidet, bis an den Hüfte im reißenden Wasser stehend, konnte sich die Gruppe angeseilt bis an die Mühle vorarbeiten.  Gegen 22.20 Uhr gelang es, das junge Ehepaar und das fünf Monate alte Kind zu bergen. Beide Eheleute konnten nicht schwimmen.  Sie wurden von der Rettungsmannschaft mit Hilfe der gespannten Halteseile sicher durch die etwa 80 m breiten Fluten geleitet. Weitere Hilfsmaßnahmen waren in dieser Nacht nicht möglich. Telefon und Strom waren ausgefallen, und die Dunkelheit im Gefahrengebiet hinderte die Gruppe an weiteren Einsätzen.  In Warburg wurde die Rettungsmannschaft eingekleidet und verpflegt und gegen 1 Uhr durch den OKD entlassen.

Einsatz an der Lippe in Haaren bei Uentrop

 

Durch die Kreisverwaltung Unna wurde am - 18.  Juli um 13 Uhr die Rettungsgruppe Holzwickede des Bezirkes Hellweg zum Kata-Einsatz angefordert.  Der Transport der Rettungsgruppe und des MRB "Heinrich Renninghoff" zur Esatzstelle wurde auf Veranlassung des Ordnungsamtes durch ein Feuerwehrfahrzeug vorgenornmen. Der Einsatz wurde im Lippegebiet in Haaren bei Uentrop durchgeführt. Das Hochwasser der Lippe hatte das ganze Gut Haaren eingeschlossen, nur der Bauemhof Marbach ragte noch aus dem Wasser. Die Bootsbesatzung der "Heinrich Renninghoff" konnte durch mehrmaliges Übersetzen Frau Marbach und ihren Sohn ans sichere Ufer bringen. Außerdem wurde sämtliches Kleinvieh sowie mehrere Wertgegenstände geborgen.  Das Großvieh des Bauernhofes (u. a. einige Bullen) wurde mit Seilen durch die Fluten gezogen. 


Bei der letzten Fahrt wurde leider der AB-Motor des Bootes beschädigt. Die Kreisverwaltung Unna erklärte sich aber bereit, sofort die Mittel für die Anschaffung eines neuen und stärkeren Motors zu bewilligen.
         (Go. - Trenkmann -'Mehring)

entnommen dem Lebensretter 
mit freundlicher Genehmigung