Bericht aus dem LV Hessen

24. Dezember 1967:
In wenigen Stunden waren kleine Bache zu reißenden Strömen geworden und , hatten alles überschwemmt, was sich ihnen in den Weg stellte. Die Staumauern schafften die Wassermengen nicht und liefen über. Hochwassermeidungen kamen aus der Gegend Fulda, Hersfeld, Schlüchtern, Gelnhausen, Hanau und Gießen. Die Einsatzdienste der Feuerwehr, Techn.Hilfswerk, Polizei, US-Truppen und auch die DLRG-Einsatzgruppen kamen bereits Sonntag morgen um 2 Uhr zum Einsatz. Die schwersten Einsätze waren in Gelnhausen und Lagenselbold bei Hanau.
In <b>Gelnhausen</b> war der gesamte, südliche Teil überschwemmt; der Pegelstand zeigte seinen Höchststand mit 4,64 Meter an. Der Ortsgruppenleiter und stellv. Bezirksleiter Ammenhauser setzte sofort die Katagruppe mit Katafahrzeug, Motorbooten und einer geschlossenen Mannschaft von 20 Rettungsschwimmern ein.
Da Menschenleben nicht in Gefahr waren, bestand die erste Tätigkeit, mit den Motorbooten Menschen aus den gefährdeten Gebieten zu bringen. Die Zusammenarbeit mit den anderen Hilfsverbänden war sehr gut. Besonders die Feuerwehr und die DLRG hatten ständig miteinander Verbindung. Gegen Abend wurden die Rettungsboote zum Transport von Menschen benutzt, um ihnen die Möglichkeit zum Besuch der Weihnachtsmesse zu geben. In allen Zeitungen des Kreises Gelnhausen wurde die Einsatzgruppe Ammenhäuser gelobt.
Hochwassergeschadigte überhäuften die Rettungsschwimmer mit Geschenken. In verschiedenen Fallen rnußten die Spenden durch die DLRG zurckgewiesen werden. Auch der Magistrat der Stadt Geinhausen erwähnte lobend die Einsatzgruppe.

In der Stadt Langenselbold ergab sich das Hochwasserbild (s. Foto) fast ähnlich. Auch hier ergriff der Technische Leiter der OG Langenselbold, Kam. Georg Spatz, die Initiative und setzte seine Katagruppe ein. Leider war die Unterkunft des Katafahrzeuges und der Rettungsgeräte gleichfalls der Hochwassergefahr ausgesetzt. Die Gruppe mußte daher unter der Leitung ihres Kameraden Spatz erst einmal die Rettungsgeräte selbst bergen. In selbstlosen Einsatz widmete diese Gruppe sich anschließend den anderen Verbänden und unterstützte sie nach besten Kräften. Durch die Aufmerksamkeit des Kam. Spatz konnte ein Brand verhindert werden. In einer Lagerhalle hatte sich ungelöschter Kalk entzündet. Mit Hilfe der DLRG-Einsatzgruppe brachte Spatz innerhalb von 10 Minuten den Brand unter Kontrolle. Die Feuerwehr übernahm dann die weitere Bekampfung. Auch hier zeigte sich eine hervorragende Kameradschaft zwischen den Hilfsverbänden. Die Rettungsboote der DLRG konnten einige Bürger in Sicherheit bringen. Lebensgefahr bestand bei keinem. Die Einsatzgruppe des Kam. Spatz leistete bei der Hochwassergefahr 107 Arbeitsstunden.
Ein weiterer Einsatz der <b>DLRG-Tauchgruppe Frankfurt/M</b>. erfolgte bereits am 31. Dezember 1967, um nach einem Opfer der Hochwasserkatastrophe zu suchen.Die Suche war vergeblich, und somit erfolgte in Zusammenarbeit mit der Behörde ein neuer Taucheinsatz am 6. Januar 1968,
Mit diesen Einsatzen hat die LV Hessen bewiesen, daß seine Katagruppen, die vor einem Jahr aufgestellt wurden, sich im Ernstfall bewährt haben. Während der gesamten Hochwasserkatastrophe hatte sich der LV laufend über die Lage berichten lassen, Auch Rücksprachen mit den örtlichen Bezirksleitern wurden ständig geführt. Eine Hilfe von anderen Katagruppen der Nachbezirke wurde nicht angefordert. Die Bezirke lösten ihre Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit der Einsatzleiter und des LV-Vorstandes.
Der Landesverbandsvorstand der DLRG Hessen übermittelt allen beteiligten Bezirken Anerkennung und Dank. Für den außergewöhnlichen Einsatz der Kameraden Ammenhäuser und Spatz möchten wir uns ganz besonders bedanken. Albrecht S c h w i e d e r LV-Leiter der DLRG Hessen







