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Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V.

Hochwasser 1988

VOM HOCHWASSER ÜBERFLUTET wurde die Wertheimer Altstadt über das Wochenende. Wie erwartet, stiegen die Pegelstände an Main und Tauber am Samstag erheblich an. Bis zum Sonntag (11 Uhr) hatte die Tauber mit 5,24 Metern ihren Höchststand erreicht.  Um 16 Uhr war die Tauber um neun Zentimeter gesunken. Die Landesstraße 2310 musste am Samstag Nachmittag gesperrt werden, da das Wasser eine Durchfahrt im Stadtbereich unmöglich machte.  Die Polizei leitete den Verkehr weiträumig um.  Die Einsatzleitung Im Rathaus 11 rechnete gestern Nachmittag nicht damit, dass die Straße am Montagmorgen wieder befahrbar Ist.  Die Hilfsmannschaften, allen voran THW,  DLRG und Feuerwehr, waren pausenlos im Einsatz, um Stege zu verlängern und Hilfe zu leisten.  Im Verlauf des Samstags war das Wasser in einigen Bereichen der Altstadt sogar so hoch gestiegen, dass die Stege wieder abgebaut werden mussten und die Anlieger per Bootsverkehr von beziehungsweise zu Ihren Häusern transportiert wurden.


Rhein-Neckar-Zeitung vom 9./10.3.1988
Aus dem Odenwald zur Hilfe an den Main

bw.     Walldürn/Höpfingen/Buchen. Zum dritten Mal In diesem Jahr kam die höhere Gewalt in Form von Hochwasser nach Wertheim.  So hoch wie dieses Jahr stand 1982 bereits einmal das Hochwasser in der Altstadt von Wertheim.  Viele Helfer der DLRG-Einsatztrupps aus dem DLRG-Bezirk Frankenland aus Tauberbischofsheim, Bundeswehr Bad Mergentheim, Königshofen, Braun Walldürn, Höpfingen, Buchen und Wertheim waren im Einsatz.


AUS DEM ODENWALD und dem ganzen DLRG-Bezirk Frankenland halfen Mitglieder der DLRG gegen die Wassermassen im überfluteten Wertheim. Aus dem Neckar-Odenwald-Kreis waren Trupps aus Walldürn, Höpfingen und Buchen im Einsatz, um mit Schlauchbooten den betroffenen Bürgern Hilfe zu leisten. 

In der überschwemmten Altstadt von Wertheim im Main-Tauber-Kreis waren die betroffenen Bürger mit den Schlauchbooten zu befördern.  Zu Arztbesuchen, Personenbeförderung, Versorgungsfahrten, Übernahme von Post und Versorgung mit Lebensmittel waren die Mitglieder der DLRG-Einsatztrupps pausenlos rund um die Uhr im Einsatz, um mit ihren Schlauchbooten den betroffenen Bürgern von Wertheim zu helfen.  DLRG-Bezirksleiter Klaus Fingerhut machte sich selbst ein Bild von den Ausmaßen des Hochwassers und stellte alle verfügbaren Einsatztrupps, Material und Geräte zur Verfügung.  Der örtliche Einsatzleiter der DLRG-Gruppe Wertheim, Hoffmann, und Bezirkseinsatzleiter Rainer Hofrichter (Tauberbischofsheim) hielten
ständig Verbindung mit der Polizei, Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk (THW), um von der Leitstelle aus reibungslos den DLRG-Einsatz der über zehn DLRG-eigenen Schlauchboote zu koordinieren und über Funk die Boote mit den Einsatztrupps zu leiten.


Nach Auskunft der Einsatzleitung an Ort durften nur Schlauchboote und Paddelboote den Bereich der vom Hochwasser überfluteten Altstadt befahren.  Ein striktes Fahrverbot galt für Motorboote, da diese durch  ihre hohe Geschwindigkeit mehr Schäden anrichten als Nutzen bringen.


Schaulustige standen in vielen Gruppen herum und behinderten die Einsatztrupps bei ihrer Arbeit. Aber man kann nichts gegen die HWT (,Hochwassertouristen') unternehmen', sagte resignierend ein Helfer.

Diese Touristen' behinderten die Arbeit der vielen Helfer, denn es war rascher Einsatz nötig, um die Bewohner der Altstadt von Wertheim in ihren teilweise bis zum ersten Stock im Hochwasser stehenden Häusern Hilfe zukommen zu lassen.  Bewohner wurden vom ersten Stockwerk durch Fenster in die Boote übernommen und die Versorgungsfahrt konnte beginnen.

Aber nicht nur Versorgungsfahrten wurden durchgeführt, sondern die DLRG-Einsatztrupps wurden für den Transport von Hotelmöbeln, Müllgefäßen und andere Fahrten in Anspruch genommen.  Die vom Hochwasser betroffene Bevölkerung hatte aber noch ihrer Humor bewahrt.

Entnommen den Fränkischen Nachrichten
Wir danken für die Unterstützung