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Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V.

Hochwasser 1988


Das Hochwasser an den großen deutschen Flüssen sorgte im Frühjahr dieses Jahres für Schlagzeilen in den Zeitungen und für Sonderberichte in Funk und Fernsehen. Dabei kamen auch die Helfer von Feuerwehr, THW, Wasserwacht und DLRG zu Wort oder ins Bild.

Von einem der in Regensburg dabei war, schildert der nachfolgende Bericht:

Im Kalender stand zu lesen "Frühlingsanfang". Der Frühling war endlich gekommen, aber nicht mit Sonnenschein, sondern mit viel Schnee und Regen. Das hatte zur Folge, daß der Wasserstand der Donau ständig stieg.

Am 26.März war es dann soweit: Am Vormittag wurde die DLRG-Schnelleinsatzgruppe zu einer Personenbergung zum Almerweiher bei Tegernheim gerufen. Zwei Kanufahrer hatten sich mit der reißenden Donau "angelegt" und mußten geborgen werden. Als die Aktiven in das OV-Heim an der Wöhrdstraße zurückkamen, ging es Schlag auf Schlag. Die Werftstraße war bereits überflutet, die Thundorfer Straße nicht mehr befahrbar. Der Pegel an der Eisernen Brücke hatte die 6 m -Marke bereits übersprungen.

Nun zeigte sich, was ein guter Alarmplan in einem Ortsverband wert ist: Innerhalb kürzester Zeit trafen 30 Helfer im Heim ein. Erste Einsätze wurden per Funk aus der Leitstelle angeordnet. Die Donau brachte immer mehr Wasser und der Pegel rückte noch höher.

27.  März 1988, 7 Uhr: 6,37 Meter, Tendenz steigend, Höchststand 6,45 Meter bis 16 Uhr.  THW, Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehren, Rotes Kreuz, Wasserwacht - kurzum, alle Kata-Einheiten waren unterwegs, natürlich auch wir von der DLRG.

27.  März 1988, 12.15 Uhr: Die Stadt Regensburg ruft den Kata-Alarm aus.  Mittlerweile war die Helferschaft des OV-Regensburg auf 53 Personen angewachsen. Das Büro wurde zur Einsatzleitung erklärt, der Aufenthaltsraum wurde zum Schlaf und Wohnraum. Inzwischen war der Pegel auf 6,45 Meter angestiegen. Damit war der Hochwasserstand von 1954 erreicht, aber die Donau stieg und stieg. Die eingesetzten Helfer kamen Tag und Nacht nicht zur Ruhe, es wurde gerackert bis zur totalen Erschöpfung.



Am 28. März mußte dann auch der Landkreis Regensburg den Kata-Alarm auslösen. Das war fast zuviel für uns, aber in Pfatter drohte der Donaudamm zu durchbrechen, die Leute brauchten dringend Hilfe. Inzwischen hatte unsere Einsatzleitung bei anderen Ortsverbänden um Unterstützung gebeten - und sie kam(en): aus Rötz, Furth im Wald, Wörth/Donau und sogar aus Dechsendorf-Erlangen und Wartberg-Erding.  Insgesamt 40 Mann mit vier Booten um uns zu unterstützen. Sogar vom Instandsetzungs-Bataillion 4 Regensburg bekamen wir Hilfe in Form von sieben Soldaten und fünf Booten.

Es war Montag, der 28. März: Die Donau hatte einen Wasserstand von 6,59 Meter erreicht (Normalstand etwa 2,40 Meter). Laut Meldungen der Einsatzleitungen sollte dies der Höchststand sein. Die Menschen am Fluß konnten etwas aufatmen.

Am 30. März um 20 Uhr wurde der Kata-Alarm der Stadt Regensburg wieder aufgehoben. Der Wasserstand ging langsam zurück.

Während dieser fünf Tage wurden von den eingesetzten Helfem insgesamt durchgeführt: 59 Personentransporte mit Booten, 61 Materialtransporte mit Booten, 15 Transporte mit Autos, 17  Wohnungsräumungen, 102 Befragungen wegen Räumung von Wohnungen und Versorgungen, 15 Hilfeleistungen beim Stegebau, 18 Mannschaftstransporte nach Pfatter und Stadldorf, drei Notfalleinsätze über Meldeempfänger. Dies ergibt eine Einsatzleistung von 4005 Stunden.

Bedanken möchte sich der OV Regensburg an dieser Stelle bei den Ortsverbänden, dem Instandsetzungs- Bataillon 4 und allen anderen Organisationen, die uns während dieser harten Zeit bestens unterstützten.

entnommen dem Lebensretter
mit freundlicher Genehmigung