
Hochwasser von lange nicht erlebtem Ausmaß störte vor allem im Westen und Süden der Bundesrepublik die Weihnachtsstimmung. Die DLRG wurde um den 21. Dezember herum zu ungeziihlten Einsätzen alarmiert oder half freiwillig tagelang. Sie hatte an anderen Stellen gern geholfen, doch blieb ein Einsatzbefehl aus. Wir berichten von Brennpunkten in verschiedenen Regionen, von Beispielen ehrenamtlicher, verantwortungsvoller Hilfeleistung und bitten Gliederungen, die ähnliche oder andere Erfahrungen gemacht haben, der Delphin-Redaktion ihre Erlebnisse und Erkenntnisse aus den Tagen des Großeinsatzes brieflich zu schildern.
Köln
Sektkorken knallen, Bierflaschen kreisen und das Volk spart nicht mit Beifall. Karnevalsstimmung in Köln! Allerdings nur bei den Gaffern auf der Straße. Die Bewohner der Kölner Altstadthäuser stehen fassungslos in den Fenstern ihrer Häuser und müssen hilflos mit ansehen, wie die schmutzigen Rheinfluten über die Hochwasserschutzwände schwappen. Gegen 20 Uhr am Mittwoch vor Weihnachten übersteigt das Hochwasser die Zehn-Meter-Marke.Innerhalb weniger Stunden ist der Stadtteil mit seinen historischen Gebäuden vollgelaufen.
Schon mittags hatte die Feuerwehr die Kölner DLRG alarmiert. Kurz danach treffen in der Rettungsstation am Köln-Poller Rheinufer die ersten Helfer ein, gegen 15 Uhr rücken die ersten zwei Boote und das Einsatzleitfahrzeug zur Altstadt aus. Wenige Stunden später sind alle Boote und Fahrzeuge des Bezirks im Einsatz. Der Rhein steigt weiter. Weitere Einsatzkräfte aus den Nachbarbezirken müssen angefordert werden. Mehr als 200 DLRG-Helfer sind bis zum 2. Weihnachtsfeiertag mit zehn Booten und 14 Fahrzeugen im Einsatz. In Westfalen stehen noch fünf Einheiten für den Einsatz in Köln bereit.
Rettungsboot für Feuerwehr
Auch in einigen Vororten ist Hilfe nötig. Viele Menschen, alte und junge, müssen aus Wohnungen evakuiert werden. Wer dennoch zu Hause bleibt, nutzt die DLRG-Boote als Wassertaxis oder Proviantlieferfahrzeuge. Für Schnelleinsätze hat die Kölner Feuerwehr ein Rettungsboot zum Feuerlöschboot umfunktioniert. Als Zugfahrzeug dient ein Trecker mit Blaulicht. Auf dem Boot sind eine Tragkraftspritze installiert, Leitern und Atemschutzgeräte verstaut worden.

Bonn
In Bonn wollen viele ältere Menschen ihre Wohnungen nicht verlassen, obwohl Heizungen und Strom ausgefallen sind. Weil auch das Telefonnetz abgeschaltet ist, können sie nicht einmal Kontakt zu Verwandten und Freunden aufnehmen.
Die DLRG-Helfer sind Seelentröster, Handwerker und Krankenpfleger. "Hier helfen, das war anders als sonst', sagte ein junger Rettungsschwimmer, als es vorbei war. Das hat mich für das ausgefallene Weihnachtsfest entschädigt!"
Entnommen dem Delphin
Wir danken für die Unterstützung







