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Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V.

Hochwasser April 1994


Niedersachsen/Sachsen-Anhalt. im April schlug Petrus noch einmal knallhart zu.  Mit einem jahrhundertrekord hat sich die Hochwasserlage in Sachsen-Anhalt zugespitzt. In drei Landkreisen wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Auch in Niedersachsen war die Situation kritisch. In Celle ist in den Fluten ein Junge ertrunken.

Die Saale, ein Nebenfluß der Elbe, erreichte mit einem Pegelstand von 6,37 Meter bei Grochlitz (Landkreis Naumburg) den höchsten Stand seit 1889. Im Bereich Camburg wurde der höchste Pegel seit 1939 gemeldet.

Für die Stadt Halle bestand Alarmstufe drei. Bei Stufe vier herrscht Katastrophenalarm wie bereits in den Landkreisen Naumburg und Weißenfels sowie im Landkreis Staßfurt an der Bode, einem Nebenfluß der Saale. Pausenlos waren Hunderte'von Rettungskräften im Einsatz, um Menschen aus den eingeschlossenen Ortschaften in Sicherheit zu bringen.



Jörg Tubbesing von der DLRG Sachsen-Anhalt versicherte, seine Mannschaft -elf Männer, darunter ein Bootsführer und Taucher - bleibe solange vor Ort, bis keine Gefahr mehr für Menschenleben besteht.   Seine Truppe wurde von der Bezirksregierung Magdeburg angefordert. Wir sind mit sechs Booten hier und haben sogar eine Hochseejacht mitgebracht, erzählt der Hallenser Tubbesing.  Der versierte Taucher warnte all jene Waghalsige, die sich den Wassermassen zu sehr näherten oder mit dem Paddelboot oder Kajak in die Fluten stürzen wollten.

Wir haben in einem anderen Landkreis soch einen Fall. Da haben fünf Jugendliche mit einem Schlauchboot ihr und unser Leben aufs Spiel gesetzt. Den die Rettungsaktion war äußerst gefährlich.Die jungen Leute mußten unter Einsatz der ganzen Kraft quasi von den Bäumen geholt werden, die fast bis zu den Gipfeln unter Wasser standen. Die Jugendlichen waren mit einem Schlauchboot gekentert und hatten wohl nich mit der enormen Kraft der Strömung gerechnet.Ihr letzter Halt waren die noch aus den Wasser ragenden Baumwipfel. Tubbesing: Wenn wir nicht gekommen wären, würden sie heute vielleicht nicht mehr leben.'


In Schkortleben (Landkreis Weißenfels) wurden die Bewohner mit dem Hubschrauber evakuiert.

In Niedersachsen waren außerhalb der Ortschaften mehr als 50 Straßen überflutet.  Das Unwetter warf auch die Landwirtschaft zurück. In Sachsen-Anhalt waren rund 1 00 000 Hektar Ackerland überflutet. In Niedersachsen waren viele der überschwemmten Gebiete schon mit Wintergetreide bestellt.

"Der späte Frühling und jetzt noch das Hochwasser - da kommen Verluste auf uns zu", beklagten sich die Bauern.                  

Achim Wiese

mit freundlicher Genehmigung
entnommen dem Delphin 4/94 Nord-West