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Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V.

Hochwasser 1999


Weite Teile Bayerns wurden am Pfingstwochenende von einem Jahrhunderthochwasser unter Wasser gesetzt. Einzelne Stadtteile, Städte und sogar ganze Landstriche fielen den gewaltigen Wassermassen zum Opfer.  Die tagelang anhaltenden Regenfälle in den Alpen und im Voralpenland waren ausschlaggebend für die enorm ansteigenden Pegelstände u.a. von Wertach und Lech in Augsburg.

Freitag, 21.  Mai 1999

Es ist eigentlich noch alles in Ordnung, etwas erhöhte Pegelstände, aber ansonsten nichts besonderes.

Samstag, 22.  Mal 1999 0.00 Uhr

In Kissing steigt die Paar bereits über die Ufer und die ersten Häuser stehen unter Wasser.  Auch die Pegelstände von Wertach und Lech nehmen stetig zu.

09.00 Uhr
Die Augsburger DLRG befindet sich in Einsatzbereitschaft - zwei Wasserrettungszüge, jeweils mit Bootsbesatzung, Rettungstauchern und Sanitätspersonal besetzt.

21.15 Uhr
Der Wertachdamm in Göggingen am Wellenburger Wehr bricht, kann aber mit schwerem Gerät vom THW wieder verschlossen werden.

Sonntag, 23.  Mal 1999
01.00 Uhr
Der Damm bricht erneut auf einer Länge von 30 Metern; die B 17 wird überflutet, ungeheure Wassermassen fließen in Richtung Pfersee.

02.10 Uhr
Augsburg ruft den Katastrophenfall aus.

03.45 Uhr
Der Einsatzbefehl erreicht die DLRG auf der Station am Weitmannsee.  Zu diesem Zeitpunkt sind die Wassermassen bereits in Pfersee angelangt.

04.05 Uhr
Die DLRG trifft am Einsatzort Pfersee ein.  Die ersten Straßen sind bereits überflutet.

Nun heißt es, schnell die Boote ins Wasser zu lassen und retten, was zu retten ist.  Oberster Grundsatz: Eigengefährdung ausschließen.  Ein Einsatzauftrag jagte den anderen - von der Evakuierung einer hochschwangeren Frau über eingeschlossene Personen im Fahrstuhl, der mit Wasser volläuft, bis zu Tauchaktionen in Tiefgaragen und Kellerwohnungen.  Außerdem werden unsere Rettungstaucher mit Hubschraubern zu einzelnen Häusern geflogen um abzuklären, ob Personen zu Schaden gekommen sind.  Nachdem die akuten Notfälle abgehandelt sind, werden die Personen, die ihr Haus verlassen wollen, evakuiert.
Die DLRG Augsburg ist mit ca. 20 Einsatzkräften, 2 Wasserrettungszügen und einem Jeep, der sehr gute Dienste leistet, ausgerückt.  Insgesamt sind ca. 1 000 Helfer vor Ort.


21.00 Uhr
Am Abend gegen 21.00 Uhr hat sich die Lage weitgehend entspannt, der Katastrophenalarm in Augsburg wird aufgehoben.

Montag, 24.  Mal 1999
Die Augsburger DLRG bleibt in Einsatzbereitschaft für eventuelle Einsätze in anderen bayerischen Katastrophengebieten.

22.00 Uhr
Für die Augsburger DLRG endet mit insgesamt 1.048 geleisteten Einsatz- und Bereitschaftsstunden nach knapp 100 Stunden die Einsatzbereitschaft auf der Rettungsstation am Weitmannsee.Die Einsatzbereitschaft zum Abrücken in andere Hochwassergebiete bleibt jedoch bestehen.

Donnerstag, 27.  Mai 1999
20.12 Uhr
Die Einsatzbereitschaft wird aufgehoben

 Herbert Braunmüller
 

 entnommen den PATSCHANASSE Nachrichten 1999
Wir danken für die Unterstützung