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Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V.

Hochwassereinsatz 1999

Einsatz kombinierte Wasserrettungsgruppe DLRG-Bezirk Lahn-Dill e.V. am 03.3.99

Am 03.03.1999 beobachteten mehrere Passanten in Herborn vier junge Männer, die mit einem kleinen Schlauchboot auf die zu diesem Zeitpunkt starkes Hochwasser führende Dill ruderten. Bereits nach wenigen Metern wurde das Boot von der sehr starken Strömung erfaßt und mitgerissen, kurz darauf überschlug es sich mehrmals. Die jungen Männer wurden aus dem Boot geschleudert, zwei von ihnen gelang es noch, sich an Bäumen festzuhalten.

Durch den sofort abgesetzten Notruf durch zufällig anwesende Spaziergänger wurde die Leitstelle Lahn-Dill informiert, die zunächst die örtliche Feuerwehr aus Herborn und Sinn sowie Rettungsdienst und Polizei alarmierte - auch ein Rettungshubschrauber wurde angefordert. Bereits kurz nach der ersten Alarmierungswelle wurden noch weitere Einsatzkräfte alarmiert, darunter weitere Feuerwehren am Lauf der Dill sowie die kombinierte Wasserrettungsgruppe der DLRG Lahn-Dill und die Wasserrettungsgruppe der DLRG Dill (Uhrzeit der Alarmierung: 11:05 Uhr). Um 11:15 Uhr rückte die DLRG Lahn-Dill mit zwei Fahrzeugen aus, das dritte Fahrzeug folgte ca. fünf Minuten später. Im Einsatz waren 13 Mitglieder der Einsatzgruppe, die DLRG Dill stand in der Unterkunft in Bereitschaft, wurde aber nicht mehr angefordert.

Die Situation am Einsatzort stellte sich beim Eintreffen der Wasserretter wie folgt dar: Eine Person war durch die Besatzung eines Hubschraubers lebend aus der Dill geborgen worden, die drei anderen Männer waren verschwunden. Das Schlauchboot hing einige Kilometer unterhalb der Unglücksstelle in einem Baum mitten im überschwemmten Gebiet.

 


Feuerwehrleute suchten zu Fuß die Flußufer ab, drei Hubschrauber überflogen den Flußlauf auf mehreren Kilometern. Außer dem Schlauchboot konnte noch eine treibende Schwimmweste gesehen werden. Aufgrund der guten Ausrüstung bestand die Aufgabe der DLRG zunächst darin, an für Feuerwehrleute unzugänglichen Stellen des Uferbereichs nach den vermißten Personen zu suchen. Der Einsatz von Tauchern konnte aufgrund der hohen Strömungsgeschwindigkeit sofort ausgeschlossen werden. Um ca. 14:00 Uhr wurde die Suche durch die Einsatzleitung der Feuerwehr abgebrochen. Anschließend versuchte die DLRG, das Schlauchboot zu bergen. Versuche, mit einem gesicherten Rettungsschwimmer das Boot zu erreichen, schlugen aufgrund der extremen Strömungsverhältnisse fehl. Da keine Möglichkeit bestand, das Boot der Einsatzgruppe zu Wasser zu bringen, wurde ein kleineres und leichteres Schlauchboot von einer nahegelegenen Wachstation geholt. Mit diesem sollte das verunfallte Boot geborgen werden. Um 15:30 Uhr erreichte das Motorboot die Einsatzstelle. Auf der Suche nach einer geeigneten Stelle, dieses zu Wasser zu bringen, wurde eher zufällig eine der vermißten Personen gefunden, die an eine seichte Stelle im Uferbereich gespült worden war.


Die Bergung der Leiche erfolgte durch Einsatzkräfte von DLRG und Feuerwehr, der sofort alarmierte Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen. Kurz darauf wurde auch das Unglücksboot durch die Bootsbesatzung der DLRG geborgen und an die Polizei übergeben.


Um ca. 16:30 Uhr war der Einsatz dann offiziell beendet, nach einer kurzen Nachbesprechung und Stärkung bei der Feuerwehr kamen die Einsatzkräfte der DLRG um ca. 17:45 Uhr wieder in der Unterkunft in Wetzlar an.

An der Suchaktion beteiligen sich 70 Feuerwehrleute, Helfer der DLRG, Polizisten, Kajakfahrer, ein Rettungshubschrauber und ein Hubschrauber des Bundesgrenzschutzes und der Polizei.

mit freundlicher Unterstützung des DLRG-Bezirks Lahn-Dill e.V.
Philipp Reuter, info@bez-lahn-dill.dlrg.de