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Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V.

Hochwassereinsatz in Neustadt a.d. Donau

 

Pfingsthochwasser vom 21.5.1999 bis zum 28.5.1999
Aufgaben des DLRG Ortsverbandes Neustadt/Do. e.V.

Text und Gestaltung von Markus Weigl Fotos von Stephan Metzger (Mitglieder vom OV Neustadt/Do.) 

 

Angefangen hat alles am 14. Mai 1999, das war eine Woche vor der eigentlichen Katastrophe am Montag, den 24. Mai 1999. Hier hatten wir bereits starkes Hochwasser und mussten Dammwache schieben. 

 


Das war aber nicht weiter tragisch,  da zu diesem Zeitpunkt der Pegel nicht so stark stieg wie dann eben eine Woche später. Am Freitag, sieben Tage danach jedoch, wurden wir wieder für die Wache alarmiert. Diese leisteten wir gemeinsam mit der FFW Bad Gögging ab (Teil der Gemeinde Neustadt). Hier wurde es dann schon anstrengender, da wir auch noch das Erdgeschoss unseres DLRG-Heimes ausräumen mussten, eine gute Entscheidung, wie sich später herausstellte. Bis zum Sonntag, an d em auch Katastrophenalarm ausgelöst wurde, leisteten wir dann unseren Wachdienst ab, dann wurde es aber auch für uns zu gefährlich, da der Damm nicht mehr sicher genug war, um darauf zu gehen. Ein etwas vom Boden abgesetzter Versorgungsweg neben dem Damm wurde erst nach der Katastrophe angelegt. Darum musste der Damm ab  jetzt mit dem Hubschrauber nach evtl. Schadstellen abgesucht werden. Unser Heim war zu diesem Zeitpunkt schon vom Wasser eingeschlossen, das vom Boden wegen dem steigendem Grundwasserpegel zwischen dem Damm und dem Polderdamm herausdrückte.


Wir entschlossen uns daher, unseren Stützpunkt vor den Polderdamm zu verlegen. Ab da konnten wir dann stündlich einen Pegelanstieg von ca. 4 cm feststellen. Am Montag um 8.30 Uhr war der Wasserstand der Donau dann so hoch, dass unser Damm n icht mehr ausreichte und überspült wurde. Das sorgte dann für den von unserem Heim ca. 300 m weit entfernten Dammbruch. Wir mussten dann gemeinsam mit dem OV Abensberg, OVs aus dem Bezirk Mittelfranken, dem THW und der Wasserwacht alle Anwohner aus den betroffenen Stadtteilen evakuieren. Keine leichte Aufgabe, da uns auch die schlechte Luft, die durc h das  auslaufende Heizöl hervorgerufen wurde, zu schaffen machte. Außerdem war es nicht leicht, unsere Boote durch die Straßen und Gärten zu steuern, da die zahlreichen Hindernisse im Wasser schlecht zu sehen waren, bei einem Wasserstand von immerhin ca. 2 m über dem Boden.


Das Hochwasser fiel auch gleichzeitig mit unserem Volksfest zusammen, weshalb zahllose Bretter der Bierzeltböden unsere Fahrt durch Neustadts Straßen erschwerten. Am Mittwoch hatten wir sogar einen Besuch vom bayrischen Ministerpräsiden ten Edmund Stoiber und jeden Tag natürlich jede Menge von der Presse, die uns das Arbeiten nicht gerade leichter machten. Insgesamt ist aber alles ohne größere Probleme für uns abgelaufen, obwohl wir mit 30 Helfern 1811 Stunden im Eins atz waren, der ohne die Aufräumungsarbeiten in unserem Heim und dem Hochwasser eine Woche zuvor immerhin 7 Tage andauerte