Kampf gegen Wassermassen
Mulde schluckte Städte und Dörfer
| Bei der Jahrhundertflut in Sachsen-Anhalt sind die Kameraden der DLRG Sachsen-Anhalt pausenlos im Einsatz, um bei der Eindämmung der Wassermassen mitzuhelfen. Während am 13. August ein Hilfeersuchen des sächsischen Innenministeriums bei der DLRG Sachsen-Anhalt eingegangen war und der Wasserrettungszug Roßlau/Zerbst im Katastrophenort Flöha (Leitstelle Freiberg/Sachsen) zum Einsatz kam, stieg am gleichen Tag der Mulde-Pegel stündlich um unglaubliche 40 Zentimeter! Sofort wurde in der Stadt Dessau und im Landkreis Bitterfeld Katastrophenalarm ausgelöst. Noch am Abend begannen in Dessau die Evakuierungen mehrerer Stadtteile. Der WRZ Roßlau/Zerbst kehrte aus Sachsen zurück und beteiligte sich -ohne eine Pause einzulegen - an den Evakuierungsarbeiten. Im Raum Bitterfeld wird nun die Lage immer brenzliger. Der Muldepegel steigt immer weiter und das Wasser schluckt Städte und Dörfer. (siehe auch "Der erste Hochwasser-Tag"). Der Katastrophenstab in Bitterfeld ordnet die sofortige Evakuierung der Städte Jeßnitz und Raguhn an. Daraufhin meldet am Morgen des 14. August der WRZ Halle/Saalkreis mit je vier Booten und Fahrzeugen seine Einsatzbereitschaft, kurz darauf rücken sie nach Bitterfeld ab. Im Einsatzstab des DLRG-Landesverbandes erfolgt eine Lagebesprechung, um die Herstellung der Einsatzbereitschaft für die noch nicht alarmierten Einsatzkräfte zu koordinieren. Unterdessen haben weitere DLRG-Einheiten ihre Einsatzbereitschaft hergestellt, so z.B. die DLRG Mittlere Unstrut, Wittenberg, Thale, Hettstedt sowie Eisleben/Mansfelder Seekreis und Halberstadt. Sofort wird vom LV-Präsident Peter Piechotta den drei Regierungspräsidien die Einsatzbereitschaft und Verfügbarkeit der DLRG-Kräfte gemeldet, mit der Bitte, sie zum Einsatz zu bringen. Während in der Region Bitterfeld das Muldewasser einfach nicht abfließen will, steigt nun auch der Pegel der Elbe bedrohlich an. Die Lage im östlichen Sachsen-Anhalt spitzt sich dramatisch zu! Der Kampf gegen die Wassermasen beginnt nun auch an der Elbe. Nunmehr wird durch das Amt für Katastrophenschutz die DLRG Magdeburg alarmiert. In Wittenberg fordert die Berufsfeuerwehr von der DLRG Wittenberg technische Hilfeleistung beim Verteilen von Sandsäcken an. Die volle Konzentration richtet sich jetzt auf die Hochwassersicherung und das Retten von Menschen. Am späten Abend ist der WRZ Halle/Saalkreis an der erfolgreichen Evakuierung von mehreren Personen im bereits überschwemmten Raguhn beteiligt. Im Landkreis Anhalt/Zerbst retten die DLRG-Kameraden zwei Menschen und vier Ponys vor dem Ertrinken Schon wartet die nächste Hiobsbotschaft: Gefahr durch Umweltkatastrophe im Chemiepark Jeßnitz. Sofort rückt die DLRG Halle/Saalkreis an der Unglücksstelle an und hilft bei der Befreiung eingeschlossener Personen und bei der Absperrung eventuell austretender Öle und Chemikalien. Derweil wird vom Innenministerium Sachsen-Anhalt das größte Volksfest, der Sachsen-Anhalt-Tag, abgesagt. Den Bürgern ist nicht zum Feiern zu Mute. Der Einsatzstab des DLRG-Landesverbandes Sachsen-Anhalt richtet sich auf mehrere Tage der Katastrophe ein, da nicht abzusehen ist, wann sich die Lage entspannt. | | Der erste Hochwasser-Tag in Sachsen-Anhalt - 14.08.02
0.56 Uhr: Raguhn und Jeßnitz werden teilweise evakuiert, andere Orte folgen.
2.10 Uhr: Wasser fließt über die "Salegaster" und bedroht Jeßnitz
2.30 Uhr: Alle Feuerwehren des Kreises sind alarmbereit
6.50 Uhr: Die Raguhner Flutbrücke wird gesperrt, ebenso die Straße Roßdorf – Altjeßnitz
9.30 Uhr: Die Sicherung des Damms in Greppin erhält seitens der Leitstelle oberste Priorität.
11.40 Uhr: Ein Damm in Altjeßnitz läuft über, die Bewohner des Ortes werden aufgefordert, höher gelegene Plätze aufzusuchen.
11.55 Uhr: Ein Damm bei Priorau droht zu brechen.
12.55 Uhr: Jessnitz ist von der Außenwelt völlig abgeschnitten.
13.30 Uhr: Wasserdurchbruch am Lober-Leine-Kanal.
14.45 Uhr: Das Klärwerk Schierau steht unter Wasser.
17.30 Uhr: Boote der DLRG bergen in Jeßnitz Menschen. |







