Kurzbericht Bäderforum des Aktionsbündnis PRO Bad am 22.-23.10.2011 in Lünen (NRW)
[Dienstag, 13. Dezember 2011]
Das Aktionsbündnis pro Bad, ein Zusammenschluss der Verbände Bundesverband Deutscher Schwimmmeister e.V. (BDS), Deutsche Gesellschaft für das Badewesen e.V. (DGfdB), Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V (DLRG),Deutscher Schwimm-Verband e.V. (DSV) und Internationale Akademie für Bäder-, Sport- und Freizeitbauten e.V. (IAB) hatte in einer bundesweiten Ausschreibung zu seinem ersten Bäderforum nach Lünen eingeladen. Etwa 110 Teilnehmer, Referenten und Organisatoren waren dieser Einladung in die Dortmunder Nachbarstadt gefolgt. Ausgangspunkt der Beratungen waren Grundsatzstatements des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein- Westfalen, vorgetragen durch den Staatssekretär Prof. Klaus Schäfer, und der organisierenden Verbände.
Prof. Schäfer hob in seinem Beitrag heraus, dass Bäder als Sportstätten ein wichtiger Bestandteil der kommunalen Infrastruktur sind, der für die Bevölkerung gesundheitliche, soziale und lebensrettende Werte sichert.
Für die Deutsche Lebens- Rettungs- Gesellschaft stellte Vizepräsident Brünger vor allem den Aspekt der Schließung vieler Bäder als Ursache für eine nachlassende Schwimmfähigkeit der Bevölkerung in den Mittelpunkt seiner Aussagen. Die maroden Kommunalfinanzen würden hohen Druck auf die Entscheidungsträger ausüben und oft würde ein Bad geschlossen, ohne dass mögliche Alternativen für einen Weiterbetrieb ausreichend geprüft seien.
Genau an diesem Punkt knüpfte die Veranstaltung mit ihren weiteren sechs Workshops zu folgenden Themen an:
- Bäderleitplanung
- Bäder in Vereinsregie
- Best- Practice- Beispiele des Betriebs von Bädern und der Verhinderung ihrer Schließung
- Bedeutung und Aktivitäten von Fördervereinen
- Attraktivitätssteigerung von Bädern und Marketing für öffentliche Bäder
- Energieeffizienz beim Bäderbetrieb am Beispiel des Passivhauskonzepts
Das Thema „Bäderleitplanung“ wurde von Herrn Paul Lawitzke vom Kommunalverband Rhein- Ruhr geleitet und stellte eine interkommunale Nutzung von Bädern in den Mittelpunkt der Planung und des Betriebs. Auf der Basis einer umfassenden Analyse der Bädersituation in Deutschland lasse sich klar der Bedarf von Bädern in einem bestimmten Einzugsbereich ermitteln und deren Betrieb optimieren.
Claudia Heckmann und Dr. Rudolf Salmen, Landesschwimmverband Nordrhein- Westfalen, stellten in ihrem Workshop „Bäder in Vereinsregie“ klar, dass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Kommune und Verein notwendig ist, damit der Weiterbetrieb eines Bades auch langfristig erfolgreich sein kann. Dialog statt Diktat und eine faire Lastenverteilung sichern beträchtliche Einsparpotenziale, obwohl die Betriebsführung eines Bades durch einen Verein die letzte Option für den Erhalt eines Bades sein sollte.
Der Workshop Best Practice- Beispiele wurde von Michael Bub, DLRG Vorderpfalz, moderiert. Im Mittelpunkt standen vier Referenten der DLRG und des DSV, die ihre erfolgreichen Erfahrungen vorstellen und mit den Teilnehmern diskutieren konnten.
Dr. Peter Reinirkens, Bochum, erläuterte die Frage, wie man Fördervereine als Badbetreiber organisiert. Die Vernetzung eines Stadtteils oder einer Region zu einem Förderverein ist primär ein sozialer Aspekt, der zu vielen Aktivitäten führt, die zum Bädererhalt beitragen können. Das Bad ist im Gespräch, die Öffentlichkeit wird informiert und die Besucherzahlen werden stabilisiert.
Michael de Toja, Köln, widmete sich aus der Sicht des BDS dem Thema der Erlebniswerte eines Bades. Vor allem das Thema Gesundheit sei ein wichtiger Motivator, durch entsprechende Angebote die Attraktivität von Bädern zu erhöhen.
Dr. Koch, Lünen, stellte ein bisher in Deutschland einzigartiges Projekt in Planung und Realisierung für den Bäderbau vor: das Passivhauskonzept für das Bad in Lünen. Bei der Berücksichtigung entsprechender bauphysikalischer Gesetzmäßigkeiten ist dieses Konzept sehr gut geeignet, die Betriebskosten von Bädern gravierend zu senken und damit den kommunalen Betrieb aus der Sicht der finanziellen Ressourcen wesentlich zu unterstützen.
In seinem Schlusswort zur Veranstaltung zog Dr. Salmen für die Organisatoren der Veranstaltung ein sehr positives Fazit. Er hob hervor, dass für die Erhaltung der kommunalen Bäderlandschaft ein wichtiger Sachdialog notwendig sei, der mit diesem Bäderforum einen Schritt vorangebracht werden konnte. Bundesweit hätten die Teilnehmer nun Informationen erhalten, wie gemeinsam am Bädererhalt gearbeitet werden könnte. Nur im konstruktiven aufeinander Zugehen zwischen Nutzern und Betreibern sei es möglich die benötigte ausgewogene Bäderlandschaft zu gestalten und zu erhalten.
Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung und zum Aktionsbündnis unter: pro-bad.info










