Pressemappe zur Emnid-Umfrage

DLRG Barometer: Ein Viertel der Deutschen kann kaum schwimmen

Bad Nenndorf/Hamburg:  23,3% der deutschen Bevölkerung können nach eigenen Angaben gar nicht oder nur schlecht schwimmen. Das hat eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid im Auftrag der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ergeben.  Bei diesen Menschen ist das Risiko zu ertrinken besonders hoch. 87,3% der Bevölkerung halten zudem kommunale Schwimmbäder für sehr wichtig oder wichtig. Diese Ergebnisse gab DLRG Präsident Dr. Klaus Wilkens heute in Hamburg bekannt.

Während 76,7% der Befragten ab 14 Jahre angaben, schwimmen zu können, sinkt der Ausbildungsgrad der jüngeren Kinder im Durchschnitt nach Angaben der Eltern auf 66,1%. „Das sind erste sichtbare Folgen der Bäderschließung und der Probleme des Sportunterrichtes in den Schulen,“ so die Analyse des DLRG Präsidenten.

Während die Westdeutschen nach eigenen Angaben zu 77,5% sehr gut, gut oder durchschnittlich schwimmen können, ermittelte Emnid für Ostdeutschland einen Wert von 73,5%. 82% der Männer beziehungsweise lediglich 71,8% der Frauen bezeichnen sich als sehr gute, gute oder durchschnittliche Schwimmer.

Die Zahl der Schwimmer nimmt mit zunehmendem Alter deutlich ab. 92,9% der 14-19 Jährigen geben an, Schwimmer zu sein. Bei den 40-49 Jährigen beginnt der Bruch, nur noch 69,8% dieser Altersklasse können schwimmen und bei den über 60-Jährigen sind es nur noch 44 Prozent. „Diese Entwicklung zeigt deutlich die Wirkungen des Goldenen Plans. In den 60er und 70er Jahren wurden viele Schwimmbäder gebaut. Davon haben die jungen Menschen unter 40 Jahre profitiert. Mit steigendem Alter wächst auch der Anteil derer, die sich das Schwimmen selbst beigebracht haben,“ erläutert Dr. Wilkens die Hintergründe für die großen Unterschiede in den Altersklassen.

74% der Befragen haben zwischen dem 5. und 10. Lebensjahr schwimmen gelernt, 61,4% der Schülerinnen und Schüler bereits bis zum 8. Lebensjahr. „Das Ergebnis bekräftigt unsere Ausfassung, dass die Schwimmausbildung in den Schulen früher einsetzen muss, nicht wie heute üblich erst in der dritten Grundschulklasse,“ kritisiert Dr. Wilkens die gegenwärtige Praxis.

Um mehr über die Qualität der Schwimmfähigkeit zu erfahren, hat TNS Emnid nach dem Besitz von Schwimm- oder Rettungsschwimmabzeichens gefragt. 46,3% besitzen ein Schwimmabzeichen, 11,9% sogar ein Rettungsschwimmabzeichen, 43% besitzen kein Abzeichen. „Die Zahl der Menschen, die keine Schwimmprüfung abgelegt haben, ist mit 43 Prozent sehr groß und lässt die Annahme zu, dass weniger Menschen als bisher vermutet sichere Schwimmer sind,“ so Dr. Wilkens.

Schlusslicht bei der Vergabe von Abzeichen ist Baden-Württemberg mit nur 28% , gefolgt von Bayern mit 37% und Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland mit 41 Prozent. „Im Süden Deutschlands gibt es offenbar viele „Abzeichenmuffel“, die nichts von Schwimmprüfungen halten,“ kommentiert der DLRG Präsident das überraschende Ergebnis.

„Mit dem Blick auf die vielen Bäderschließungen wollten wir von den Menschen wissen: Wie wichtig ist ihnen, dass die Kommunen öffentliche Bäder vorhalten? 47,4% halten das Angebot für sehr wichtig, 39,9 für wichtig, 7,7% meinen, es sei weniger wichtig, und nur 4,7% halten das Angebot für unwichtig. Für 87,3% sind Schwimmbäder eine bedeutende kommunale Aufgabe. Wir verstehen dieses klare Votum als Auftrag, unsere Arbeit zum Bädererhalt auf allen Ebenen fortzusetzen.“

Für weitere Informationen: Martin Janssen, Pressesprecher der DLRG, 05723-955441, Mobil: 0172-4244582