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03.06.2013 Montag DLRG-Lagezentrum: Hochwassermeldung 3

Kurzüberblick:

In den Bundesländern Bayern, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt sind Wasserrettungseinheiten der DLRG im Einsatz.

 

Allgemeine Lage:

Zwischen einem Hoch mit Schwerpunkt bei Großbritannien und tiefem Luftdruck über dem östlichen Mitteleuropa gelangt relativ trockene Luft subpolaren Ursprungs in große Teile Deutschlands. Nur im Osten und Südosten halten sich noch Reste feuchterer Luft, die aber ebenfalls allmählich abgedrängt werden.

Heute fällt im Süden und Südosten Deutschlands noch zeitweise Regen, dessen Intensität im Allgemeinen aber nicht mehr so stark ist wie in den vergangenen Tagen. Nur nach Osten hin kommt es bis in der Nacht zum 04.06.2013 hinein zu schauerartigen Regenfällen, so dass für die östlichen Landesteile Sachsens noch eine Dauerregenwarnung läuft. Außerdem können sich im Osten - bevorzugt im Grenzbereich zu Polen - einzelne Gewitter entwickeln.

Die Unwetterwarnungen bzw. Extremunwetter-Warnungen vor ergiebigem Dauerregen konnten aufgehoben werden.

Trotzdem bleibt die Hochwassersituation, unabhängig von der meteorologischen Entwicklung, gebietsweise extrem kritisch.

 

Schadenslage:

Derzeit melden 377 von 1071 Pegel ein Hochwasser. Davon registrieren 66 Pegel ein sehr großes Hochwasser.

 

Elbe

In der Nacht zum 03.06.2013 sind durch die Niederschläge die Wasserstände im Oberlauf der Saale erneut angestiegen. Am Pegel Blankenstein-Rosenthal wurde am frühen Morgen der Scheitel erreicht. An der weißen Elster ist am Pegel Greiz der Hochwasserscheitel überschritten. Am Morgen hat der Hochwasserscheitel der Weißen Elster Gera erreicht. An der Pleiße in Gößnitz sind derzeit sinkende Wasserstände zu verzeichnen. Die Wasserstände an den sächsischen Elbepegeln steigen weiter sehr schnell an. An den Pegeln im tschechischen Einzugsgebiet der Elbe ist noch kein Rückgang der Wasserführung erkennbar. An den Pegeln Schöna, Dresden und Riesa befindet sich die Wasserführung derzeit bei steigender Tendenz bereits über dem Richtwert der Alarmstufe 3; am Pegel Torgau noch im Bereich der Alarmstufe 1.

Für den Pegel Schöna wird noch heute mit dem Überschreiten des Richtwertes der Alarmstufe 4 gerechnet; an den Pegeln Dresden und Riesa wird der Richtwerte der Alarmstufe 4 in den kommenden Nacht- bzw. Morgenstunden überschreiten. Auch am Pegel Torgau ist am 04.06.2013 mit dem Erreichen des Richtwertes der Alarmstufe 4 zu rechnen.

 

Donau

Der anhaltende Dauerregen hat an den südlichen Donauzuflüssen Paar, Ilm, Abens, Kleiner - und Großer Vils die Situation verschärft. Zum Teil wurden neue historische Höchstwerte erreicht. Es wird verbreitet die Meldestufe 4 überschritten, häufig steigen die Pegel noch an.

An den nördlichen Donauzuflüssen Naab und Regen hat erneut einsetzender Regen zu Wiederanstiegen geführt. Hier ist die Meldestufe 4 in Warnbach/Schwazach, Frauenhof/Murach, Amberg/Vils und Cham/Regen überschritten, zum Teil jedoch mit fallender Tendenz.9 Am Regen hat sich eine zweite Hochwasserwelle ausgebildet.

Auch an den anderen Pegeln entlang der Donau steigen die Wasserstände weiter an und erreichen überwiegend die Meldestufen 3 und 4.

Im Isargebiet ist in Schlehdorf, Weilheim und Plattling die Meldestufe 4 überschritten, zum Teil sind die Scheitel erreicht. Im Inngebiet wurden vielfach historische Höchstmarken überschritten, vielerorts gilt Meldestufe 3 bis 4. An der Salzach befindet sich der Scheitel der Hochwasserwelle im Raum Burghausen, am Inn zwischen Wasserburg und Kraiburg. Die Wellen laufen auf Passau zu. Dort wurde bereits die 12,2 m-Marke überschritten.

Gegen Mittag des 03.06.2013 wird am Pegel Passau/Inn der Hochwasserscheitel erwartet.

Im Maingebiet haben die Pegel verbreitet die Meldestufen 1 und 2 erreicht und z.T. überschritten. Im Bereich des Oberen Mains und im Regnitzgebiet wird örtlich die Meldestufe 3 erreicht. Am schiffbaren Main befinden sich alle Pegel bei Meldestufe 2.

Entlang der Fränkischen Saale steigen die Wasserstände noch leicht an, in Bad Kissingen ist der Scheitel bei Meldestufe 2 erreicht.

 

Elbe

Durch die hohen Pegelstände der Pleiße, Sprotte und Weißen Elster werden Evakuierungen durchgeführt. Die Evakuierungen in der Stadt Gera dauern an, die der Ortslage Windischleba sind abgeschlossen. In der Ortlage Bad Salzungen sind weitere 20m Hang abgerutscht. Der Krisenstab prüft die mögliche Evakuierung der letzten vier Wohnhäuser im gefährdeten Bereich. In den betroffenen Städten und Landkreisen werden umfangreiche Absperrungen aufrecht gehalten. Einige Ortschaften, insbesondere im Zuständigkeitsbereich der LPI Gera sind teilweise stark eingeschränkt erreichbar.

 

Rhein

Die Hochwasserrückhaltungen am Oberrhein sind zum Teil eingesetzt.

Die Hochwasserschutzmaßnahmen für die erwarteten Wasserstände sind je nach Wasserstand durchgeführt.

Zur Abminderung des Scheitelwasserstands im Oberrhein wurden die baden-württembergischen Retentionsmaßnahmen Kulturwehr Kehl und Polder Altenheim, sowie der französische Polder Erstein eingesetzt. Hierdurch wurde der Wasserstandsanstieg am Pegel Maxau am 02.06.2013 auf einen Wert von rund 8,69 m begrenzt.

 

Donau

Am 02.06.2013 wurden in den Landkreisen Berchtesgadener Land, Rosenheim, Miesbach, Mühldorf, Traunstein, Erding, Pfaffenhofen, Passau, Kelheim sowie in den Kreisfreien Städten Rosenheim und Passau der Katastrophenfall ausgerufen. Am 03.06.2013 wurde zusätzlich im Landkreis Deggendorf der Katastrophenfall ausgerufen. Im Landkreis Rottal-Inn wurde der Katastrophenfall inzwischen wieder aufgehoben. Im Stadtteil Oberwöhr (Passau) wurden ca. 1.500 Menschen evakuiert, in der Altstadt von Passau ca. 300 Personen. Die JVA Passau wird ebenfalls evakuiert.

Im Landkreis Passau wurden in Obernzell ca. 100 Personen evakuiert.

Evakuierungen von Kolbermoor Süd sowie Schwaig/Rosenheim sind angeordnet.

In der Altstadt von Passau sowie in weiteren Orten wurde aus Sicherheitsgründen der Strom abgestellt.

 

DLRG eigene Lage (Kräfteübersicht):

DLRG Bayern: Kräfte von den örtlichen Einheiten sind seit gestern früh 06:30 Uhr im Einsatz zur örtlichen Gefahrenabwehr und Evakuierung.

DLRG Kräfte aus Unter-, Mittelfranken, Schwaben ,Oberbayern und Alpenland die seit gestern Abend im Einsatz sind werden im Laufe des Abends gegen 3 neue Einheiten aus Schwaben, Mittelfranken Oberbayern, Alpenland und Oberfranken ersetzt

Personalstärke derzeit im Einsatz

Rosenheim

WRZ Mittelfranken 2/7/21/31

WRZ Unterfranken 1/7/25/32

WRZ Schwaben/Oberbayern 1/4/22/27

Strömungsrettergruppe/Bootstrupp Geretsried 1/2/8/11

Führungskräfte FüGK Rosenheim Stadt und Land 7

Werden ersetzt durch

WRZ Mittelfranken II 1/6/24/31

WRZ Schwaben I 1/6/25/32

WRZ Alpenland/Oberbayern/Oberfranken 1/6/25/32

Strömungsrettergruppe aus Neumarkt 0/1/7/9

 

Mühldorf/Inn

Keine Helfer mehr in Einsatz

 

Erding

Führungskräfte FüGK Erding übergeben

2 Bootstrupps HW Taufkirchen in Erding/Altenerding 0/2/10/12

 

Bereich Donau

Neustadt/Donau 1/2/15/18

Zusätzlich WRZ Oberpfalz II im Bereitstellungsraum Neustadt da hier vermutlich der Damm überspült wird.

 

Kehlheim 0/1/15/16

Passau 0/2/12/14

 

Weiterhin wurde der WRZ Oberfranken 1 alarmiert um weiter Kräfte abzulösen oder in Regensburg zu unterstützen. Dieser Zug sammelt sich im Bereitstellungsraum Weiden um gegebenenfalls wieder ins Schadensgebiet geführt zu werden. 1/6/25/32

 

Gesamtstärke während der Wechselphase 16/52/234/302

 

DLRG WRZ Brandenburg ist auf dem Marsch ins Einsatzgebiet Meissen.

Eintreffzeit ist geplant um 032000jun13

Personalstärke 1/10/29/40

 

DLRG WRZ Sachsen-Anhalt eingesetzt in Halle

Personalstärke 1/2/11/14

 

DLRG WRG Rheinland Pfalz eingesetzt in Oppenheim

Personalstärke 0/2/8/10

 

DLRG WRZ Thüringen eingesetzt Jena, Erfurt Weimar

Personalstärke 1/3/16/20

 

DLRG Flugretter Fulda eingesetzt in Zwickau

Personalstärke 0/0/2/2

 

DLRG WRZ I Marburg + II Wetterau Hessen marschbereit nach Sachsen, Einsatz erfolgt nicht über das Lagezentrum

Personalstärke 1/4/20/25

Personalstärke 1/4/20/25

 

DLRG WRG Meißen im Einsatz in Meißen

Personalstärke 1/1/6/8

 

Gesamtstärke 22/79/345/446

 

Auftragsdurchführung:

Schwerpunkte der Arbeiten sind: Personenrettung, Evakuierung Tierrettung, Deichsicherung, Sachbergung,

 

Führung und Verbindung:

Das Lagezentrum ist seit 021000jun13 hochgefahren worden. Bis auf weiteres bleibt es personell 24/7 besetzt.

 

Lageentwicklung:

Im Laufe des 03.06.2013 kommt es im Süden und Südosten von Deutschland noch zu einzelnen Niederschlägen. Amtliche Unwetterwarnungen vor ergiebigen Dauerregen in Bayern wurden inzwischen aufgehoben. Unabhängig von der meteorologischen Entwicklung bleibt die Hochwassersituation extrem kritisch.

Aufgrund der derzeit vorliegenden Erkenntnisse und Lageentwicklung kann weiterhin nicht abschließend abgeschätzt werden, ob es im weiteren Verlauf zu einer länderübergreifenden Hochwassergefahrenlage in Deutschland kommt.

In den von den weiterhin andauernden Niederschlägen betroffenen Regionen ist weiterhin der Einsatz von regionalen- und überregionalen Einheiten der Gefahrenabwehr und mit Unterstützungskräften des Bundes erforderlich.

Kategorie(n)
Lagezentrum

Von: Ortwin Kreft

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