19.10.2018 Freitag Rote Karte für die Bäderschließungen

Unseren Kindern steht das Wasser bis zum Hals und immer weniger Mädchen und Jungen wissen, wie sie ihren Kopf über Wasser halten können, denn sie können nicht schwimmen – und lernen es auch nicht.

In den schweißtreibenden Hitzemonaten 2018 haben unsere Kameraden während ihres Wachdienstes an den Küsten und Seen beinah täglich erlebt, wie lebensgefährlich es ist, wenn man nicht schwimmen kann: In den ersten sieben Monaten dieses Jahres sind in unseren Gewässern bereits über 300 Menschen ertrunken – über 300 Kinder, Frauen und Männer, die sich eigentlich nur ein bisschen erfrischen und Spaß haben wollten.

Wussten Sie, dass Ertrinkungsfälle bei Kindern unter 15 Jahren nach Verkehrsunfällen die zweithäufigste Unfallart mit tödlichem Ausgang sind? Und dass auf einen Todesfall noch einmal fünf bis zehn „Beinahe-Ertrinkungsunfälle“ kommen? Diesen Kindern kann zwar durch intensivmedizinische Maßnahmen häufig das Leben gerettet werden; schwere lebenslange Schäden sind jedoch oftmals die Folge.

Einer der Gründe für diesen fatalen Ertrinkungstrend ist die massenhafte Bäderschließung. Während wir früher noch in der Schule ganz selbstverständlich schwimmen lernten und in den Ferien wochenlang in den Freibädern und Naturseen im Wasser herumtobten, haben die Kinder von heute kaum noch Möglichkeiten, sicher schwimmen zu lernen. Und so werden aus den Nichtschwimmern von heute die Ertrinkenden von morgen, wenn wir nicht schleunigst etwas dagegen unternehmen – denn noch ist es nicht zu spät...

Doch je mehr Schwimmbäder geschlossen werden, desto weniger Möglichkeiten haben wir, Kindern das Schwimmen beizubringen und Rettungsschwimmer auszubilden. Der beste Schutz vor dem Ertrinken ist und bleibt: Schwimmen lernen! Deswegen machen wir uns von der DLRG stark gegen die Bäderschließung und bündeln unsere Kräfte, um die letzten Schwimmbäder zu retten, auch wenn wir dafür enorme Herausforderungen meistern müssen.

Bestes Beispiel dafür ist das Hallenfreibad Salzgitter Thiede, das wegen leerer Kassen der Stadt geschlossen werden sollte. Um das zu verhindern, schloss sich die dortige DLRG-Ortsgruppe mit weiteren engagierten Unterstützern zu einer gemeinnützigen GmbH zusammen, die nun für den Badbetrieb und alle Pflichten, insbesondere für die Badeaufsicht zuständig ist. Zahlreiche Helfer kümmern sich tagtäglich darum, das 40.000 m² große Bad zu reinigen, zu warten und zu pflegen.

"Der Erhalt des Bades ist für die DLRG in der Region unabdingbar – jedes Jahr lernen dort über 200 kleine Mädchen und Jungen schwimmen. Über 100 Rettungsschwimmer werden dort aus- und fortgebildet, eine Mammutaufgabe, für die wir zudem große Mengen Rettungsmaterialien bereitstellen müssen. Viele von ihnen leisten danach ihren Wachdienst am Schwimmbeckenrand ab und helfen so mit, das Bad zu betreiben. Es muss sich neben einem relativ kleinen Betriebskostenzuschuss über Eintrittsgelder und Spenden finanzieren", sagt Helmut Fichtner, einer unserer Kameraden, die sich dort engagieren.

Und nicht nur in Salzgitter, sondern auch in vielen weiteren Städten und Gemeinden investieren unsere DLRG-Retter viel Zeit und Kraft in die Bäderrettung. Doch unser engagierter Einsatz allein reicht nicht – aktuell sind rund 150 Schwimmbäder von Schließung bedroht, unzählige Bäder müssen dringend saniert werden! Insgesamt werden dafür geschätzte 4,5 Milliarden Euro gebraucht. Wir brauchen jetzt auch Ihre Unterstützung, um ein Umdenken zu bewirken und den Ertrinkungstrend zu stoppen.

Greifen Sie unseren DLRG-Kameraden mit Ihrer Spende unter die Arme – mit 10, 25 oder sogar 50 Euro unterstützen Sie uns sehr dabei, etwas gegen die Bäderschließungen in unserem Land zu unternehmen und unsere Kameraden in den durch uns betriebenen oder personell unterstützen Schwimmbädern zu helfen.

Setzen Sie außerdem ein aktives Protestzeichen in Richtung verantwortliche Politiker und senden Sie uns die "Rote Karte" (s. Textende) ausgefüllt zurück. Sie geben uns damit die dringend benötigte Rückendeckung im Kampf gegen das Bädersterben.

Allein in den vergangenen zehn Jahren wurden pro Jahr 80 Schwimmbäder geschlossen! Nur wenn wir jetzt gemeinsam etwas tun, können wir diesen fatalen Trend noch stoppen. Bitte machen Sie mit: Wir brauchen in dieser bedenklichen Lage Ihre Hilfe!

Mit Ihrer Spende und Ihrer Protest-Unterschrift wollen wir Schwimmbäder erhalten, damit unsere Kinder von heute nicht die Ertrinkenden von morgen werden. Vielen Dank für Ihre wichtige Unterstützung!

Helfen Sie uns helfen - mit Ihrer Spende...

Datei(en)
Rote_Karte_fuer_Baederschliessungen.pdf (41.75 kB)
Kategorie(n)
Spenden

Von: Fundraising

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