25.01.2019 Freitag Petition für Erhalt der Schwimmbäder

Foto: DLRG/Dolz

Bad Nenndorf. Aufnahmestopp in der Seepferdchen-Ausbildung, lange Wartezeiten bei den Schwimmkursen zur Erlangung eines Jugendschwimmabzeichens: So sieht es mittlerweile in vielen Ortsgruppen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) aus. Grund dafür sind vor allem zu wenig Schwimmbadzeiten, die der DLRG zur Verfügung stehen. "Seit 2000 sind im Durchschnitt jedes Jahr 80 Bäder geschlossen worden. Diese Entwicklung muss endlich ein Ende haben", fordert der Präsident der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Achim Haag, immer wieder. Von dem Problem sind auch Schulen und andere schwimmsporttreibenden Vereine betroffen.

Deshalb startete die DLRG unter dem Titel Rettet die Bäder Ende vergangenen Jahres eine Online-Petition, in der sie unter anderem eine angemessene und nachhaltige Bäderversorgung fordert. Für die Petition will die DLRG mindestens 50.000 Unterstützer (Quorum für deutschlandweite Petitionen) gewinnen, damit diese direkt an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags weitergereicht werden kann. Damit die digitalen Unterschriften anerkannt werden, muss der vollständige Name, die Adresse und die E-Mail-Adresse angegeben werden. Die Daten werden jedoch nicht öffentlich angezeigt.

Haag: "Wir müssen Bäder erhalten, Bäder bauen und nicht wegrationalisieren. Schließungen gehen zu Lasten der Wassersicherheit der Bevölkerung und bezahlbarer sozialer Angebote. Der anhaltende Trend, ersatzweise Freizeitbäder zu bauen oder auf Badeteiche auszuweichen, bietet weder die Verlässlichkeit des Angebots, noch taugt die bauliche Struktur für Ausbildung und Sport. Hinzu kommt, dass die so genannten Spaßbäder - häufig in privater Trägerschaft - absolut nicht den notwendigen Ausbildungsgesichtspunkten entsprechen können."

Allein im vergangenen Jahr sind in der DLRG 4.500 Schwimmprüfungen weniger abgenommen worden als im Vorjahr. Etwa 25 Prozent der Grundschulen haben keinen Zugang mehr zu einem Schwimmbad, oft müssen lange Anfahrtswege in Kauf genommen werden, um überhaupt den von der Kultusministerkonferenz vorgeschriebenen Schwimmunterricht erteilen zu können. Die möglichen Folgen zeichnen sich bereits jetzt ab: Rund 60 Prozent der Zehnjährigen sind keine sicheren Schwimmer (so eine forsa-Umfrage von 2017). Kinder gehören weiterhin zur Risikogruppe bei den Ertrinkungsfällen. Laut aktueller DLRG-Bilanz starben bis August 2018 bereits 26 Kinder zwischen null und zehn Jahren.

Mehr Informationen und der Link zur Online-Petition unter https://www.dlrg.de/rettet-die-baeder.html

Direkt zur Petition: www.openpetition.de/petition/online/rettet-die-baeder-schwimmbadschliessungen-stoppen

Pressekontakt: Martin Holzhause, DLRG-Bundesgeschäftsstelle, stellv. Pressesprecher, Telefon: 05723 955-442, E-Mail: kommunikation@bgst.dlrg.de

Kategorie(n)
Presse

Von: Martin Holzhause

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