Gemeinsame Ländereinsatz-Übung Angehende Bootsführerinnen und Bootsführer üben Grund- fahrübungen und Spezialmanö- ver auf der Northeimer Seen- platte in Niedersachsen. Nach einer verregneten Anreise im Marschverband ins benachbarte Niedersachsen – obendrein mit unerwarteter Vollsperrung auf der ur- sprünglich geplanten Route – erreichten unsere Bootsgruppen am späten Vormit- tag die Northeimer Seenplatte. Im Anschluss an eine Einweisung durch die Einsatzkräfte der DLRG Northeim in die Besonderheiten und Beschränkungen des örtlichen Gewässers stand der ganz- tägigen Bootsausbildung dann aber end- lich nichts mehr im Weg. Hierbei kamen die in den Hessischen Wasserrettungszügen vorhandenen Lan- desboote zum Einsatz, damit alle Boots- führer auch alle Bootsmuster optimal beherrschen. Für den Sprechfunkverkehr während der Übung hatte die »Autorisierte Stelle Nie- dersachsen« eigens eine TbZ-Nieder- sachsen-Sprechfunkgruppe bereitge- stellt. TbZ steht für taktisch-betriebliche Zusammenarbeit und beschreibt Grup- pen im Digitalfunk der Behörden und Or- ganisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). Diese Gruppen ermöglichen die direkte Kommunikation zwischen ver- schiedenen Organisationen auch über Ländergrenzen hinweg, beispielsweise bei Einsätzen und Übungen in benach- barten Bundesländern. Die Übungsleitung zog ein durchweg positives Resümee und freut sich auf eine Folgeveranstaltung im kommen- ❮ den Jahr. Wiederbelebung an Schulen Ein Kooperationsprojekt in Hessen Hessisches Rettungsboot im Einsatz. Damit die Bootsführer alle Bootsmuster kennen- lernen, waren auch hessische Rettungsboote in Niedersachsen dabei. © privat (2) 2024/2025 als erstes Bundesland ver- pflichtenden Unterricht in Wiederbelebung eingeführt. Dieser wird stufenweise an allen weiterführenden Schulen etabliert, sodass er bis zum Ende der Legislaturpe- riode flächendeckend in allen siebten Klassen in Hessen durchgeführt wird. In diesem laufenden Schuljahr 2025/2026 führen nun schon 390 von 721 weiterfüh- renden Schulen Unterricht in Wiederbele- bung durch – das macht dann rund 60.000 erreichte Jugendliche in den Schulen. Bildungsminister Armin Schwarz, der Prä- sident der Björn Steiger Stiftung, Pierre - Enric Steiger, und der Geschäftsführer der Herzstiftung, Martin Vestweber, ha- ben gemeinsam mit den Hilfsorganisati- onen der Landesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe in Hessen und Jugendlichen aus siebten Klassen der Freiherr-vom- Stein-Schule in Eppstein die zuvor theo- retisch erlernten Fähigkeiten an Reani- mationspuppen angewandt. »Schnelles Handeln kann Leben retten – das gilt besonders in Notfällen. Umso wichtiger ist es, dass junge Menschen frühzeitig lernen, in kritischen Situationen beson- nen und entschlossen zu reagieren. Der Wiederbelebungsunterricht, den wir im vergangenen Jahr eingeführt haben, ist inzwischen fest in unseren weiterführen- den Schulen verankert. Er vermittelt nicht nur medizinisches Grundwissen und praktische Fähigkeiten, sondern stärkt auch Verantwortungsbewusstsein, Zivil- courage und den Mut, im Ernstfall zu helfen«, erläuterte Schwarz. Bei der Umsetzung kooperiert das Minis- terium für Kultus, Bildung und Chancen eng mit der Deutschen Herzstiftung und der Björn Steiger Stiftung. Die in Hessen tätigen Hilfsorganisationen Arbeiter-Sa- mariter-Bund (ASB), DLRG, Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Johanniter-Unfallhil- fe (JUH) und Malteser Hilfsdienst (MHD) sind ebenfalls eingebunden. Prüfen, Rufen, Drücken Ziel des Unterrichts in Wiederbelebung ist es, Schülerinnen und Schüler der siebten Jahrgangsstufe in einer Doppelstunde in der Methode »Prüfen, Rufen, Drücken« zu schulen, um im Ernstfall in der Lage zu sein, die kritische Zeit bis zum Eintreffen professioneller Hilfe überbrücken zu kön- nen. Dabei üben sie vor allem die Durch- führung der lebensnotwendigen Herzdruck- massage, zunächst ohne Vermittlung der Atemspende. Denn gerade untrainierte Laien bleiben oft aufgrund der zusätzlichen Komplexität, aus Scheu oder aus Angst, ❮ etwas falsch zu machen, untätig. hessen V Auch Kultusminister Armin Schwarz hat kräftig gedrückt. © privat Der plötzliche Herztod ist mit über 65.000 Sterbefällen jährlich eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Er kann zu jeder Zeit überall auftreten und viele treffen. Betroffene verlieren ihr Leben oft vor allem deshalb, weil ihnen nicht rechtzeitig durch eine Wiederbelebung geholfen wird, bevor Notarzt oder Ret- tungsdienst vor Ort sind. Um zu einer Steigerung der – im in- ternationalen Vergleich niedrigen – Laienreanimationsquote in Deutschland beizutragen, hat die Hessi- sche Landesregierung im Schuljahr