Bremen ist wahnsinnig stolz, im Jubilä- umsjahr die Bundestagung in unserem Zwei-Städte-Staat zu Gast zu haben.« Erreichte Meilensteine Den weiteren Sitzungsverlauf des ers- ten Tages bestimmten Formalien und die mündlichen Ergänzungen der Prä- sidiumsmitglieder zu ihren im Vorfeld vorgelegten Berichten über die Arbeit in der abgelaufenen Legislatur. Die Präsidentin verwies hier unter ande- rem auf die voran schreitenden Digita- lisierungsvorhaben wie die Lehrgangs- verwaltung der Bundesakademie und die Einführung von Microsoft 365, das inzwischen über 2.000 Mitglieder nut- zen. Als weitere wichtige Erfolge der vergangenen Jahre nannte die Verband- schefin bespielhaft die Erstellung einer Ordnung zur Prävention von Gewalt und die Herausgabe einer Forschungsarbeit, die unter anderem die Rolle der DLRG während der NS-Zeit beleuchtet (mehr dazu auf Seite 34). Ute Vogt berichtete auch über die inten- sive Zusammenarbeit mit den anderen Hilfsorganisationen, um Verbesserungen im Bevölkerungs- und Katastrophen- schutz zu bewirken. Gemeinsam mit dem Deutschen Schwimmverband und der Deutschen Gesellschaft für das Ba- dewesen habe man in der Bäderallianz Deutschland den Schwimmbadplan we- sentlich mitgestaltet und verbreitet. Da- mit liege den politisch Verantwortlichen nun ein konkreter Vorschlag vor, wie sich eine bedarfsgerechte und moderne Bä- derlandschaft erreichen lasse. Die Berichte des Vorstandes und der Ressortleitungen sind zu finden auf dlrg.de/bundestagung. Unsere Zukunft — deine Sicherheit Mit Ausnahme einer Enthaltung ver- sammelten sich die Stimmberechtigten im Plenarsaal des Congress Centrums geschlossen hinter dem Leitantrag, der ebenso wie die Bundestagung unter dem Titel »Unsere Zukunft – deine Sicherheit« stand. Der Antrag enthält ein deutliches Bekenntnis zu den Zielen und (Kern-) Aufgaben der DLRG und benennt aktu- elle sowie künftige Herausforderungen, etwa technologische Entwicklungen, die Auswirkungen klimatischer Veränderun- gen und zu wenige Wasserflächen für die Ausbildung. Außerdem zeigt der Antrag- stext auf, wie der Verband seine Zukunft gestalten sollte: nachhaltig, mit moderner Technik, neuen Methoden und Trainings- möglichkeiten, mit Flexibilität im Engage- ment und im engen Schulterschluss mit anderen Helfenden. »Wir alle wollen die formulierten Botschaften vorleben, damit sie in den Gliederungen aufgegriffen und umgesetzt werden«, sagte die Präsiden- tin vor der Abstimmung. Eine Botschaft hob Ute Vogt besonders hervor: »Wir wollen die Vielfalt in der Bevölkerung abbilden und für jede und jeden einen Platz bei uns finden. Dafür müssen wir noch offener werden und wol- len, dass die Menschen zu uns kommen.« Um an Schlagkraft weiter zu gewinnen, müssten bestehende Mitglieder aktiviert, aber eben auch immer wieder neue Mit- glieder gewonnen werden. Aus Studien des Kooperationspartners Beiersdorf sei bekannt, dass der Ruf der DLRG unter jungen Menschen »super« sei. Sie wir- ke oft aber auch wie eine geschlosse- ne oder zumindest schwer zugängliche Gesellschaft. Befragte äußerten, dass sie nicht wüssten, wie sie mitmachen könnten. Neben den jungen Menschen, so die Präsidentin weiter, gebe es viele Quereinsteiger und Ältere, die mithelfen könnten. »Schaut her, wie vielseitig wir sind. Wir finden für alle einen Platz«, for- mulierte sie aus ihrer Sicht den Geist der Bundestagung. Satzungsänderungen Dass es trotz aller Offenheit auch Men- schen gibt, die der DLRG nicht angehö- ren sollen, war eine weitere deutliche Botschaft des Gremiums. Nach dessen Beschluss wird es künftig in der Satzung der DLRG eine noch eindeutigere Ab- grenzung zu Extremismus geben. Der neu gefasste Absatz 5 von § 2 wird sich ausdrücklich zur demokratischen Grund- ordnung bekennen und festhalten, dass »rassistische, verfassungs- und frem- denfeindliche Bestrebungen« in den Glie- derungen und bei Mitgliedern nicht ge- duldet werden. Ergänzend wird es im neu gefassten Absatz 2 von § 4 heißen: »Nicht Mitglied sein kann, wer öffentlich Handlungen begeht, die mit den Grund- sätzen der Satzung, insbesondere § 2 Abs. 5, unvereinbar sind.« Mit diesen Änderungen soll eine verlässliche Sat- zungsgrundlage geschaffen werden, die den Ausschluss von Mitgliedern ermög- licht, welche beispielsweise versuchen, derartige Positionen in der DLRG zu ver- breiten. Bremens Senator für Inneres und Sport, Ulrich Mäurer, empfing die Mitlglieder der DLRG Bundestagung im UNESCO-Welterbe Rathaus Bremen. © Daniel Reinelt (5) LV-Präsident Martin Reincke begrüßte als Gastgeber. wirkungen der Corona-Pandemie und des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine geprägt war. Der Verband sei je- doch gestärkt aus der Zeit der Pandemie hervorgegangen, was drei Mitgliederre- korde in Folge belegten. »Das ist vor al- lem der Verdienst derer, die vor Ort die Arbeit leisten«, so Ute Vogt. Diese werde von den Menschen im Land gesehen und anerkannt: Nach einer aktuellen reprä- sentativen Befragung von YouGov halten 95 Prozent der Befragten, die die DLRG kennen, diese für eine wichtige Organisa- tion, deren Arbeit dringend nötig ist (mehr dazu auf Seite 15). LV-Präsident Martin Reincke teilte mit al- len anwesenden Gästen seine Freude da- rüber, »endlich mit der Straßenbahn zur Bundestagung fahren« zu können. Über die Motivation, die Veranstaltung in seine Heimat zu holen, verriet er: »Ich wollte den Bremer Schlüssel auf der Bundes- tagungsfahne sehen.« Dies gelang nun im Jahr des hundertjährigen Bestehens der DLRG Bremen: »Der Landesverband 10 topthema