unter Wasser zum Einsatz – bis in eine Tiefe von 300 Metern. Die KI (künstliche Intelligenz) unterstützt dabei, indem sie Ob- jekte erkennt, bei denen es sich um Menschen handeln könnte. Die Software ist in der Lage, eine Unterwasserkarte anzulegen, in der sie die georteten Objekte einzeichnet. Tauchende Ein- satzkräfte können dann gezielt die Objekte ansteuern und spa- ren dadurch viele Stunden, um Suchgebiete in unterschiedlichen Tiefen abzutauchen. Die Software »merkt« sich außerdem Bo- denprofile sowie Objekte und berücksichtigt diese bei weiteren Taucheinsätzen. Technik ersetzt den Menschen nicht Die Signal-Interpretation obliegt dem Operator am Bildschirm. Muss ein Mensch diese Stelle aufsuchen? Oder muss die Droh- ne ein weiteres Mal antauchen, um Klarheit zu schaffen? Handelt es sich nur um einen Gegenstand mit menschenähnlicher Form, etwa einen großen Ast mit Zweigen? Die Drohne kann den Was- serrettungsdienst unterstützen, Rettungsschwimmerinnen und -schwimmer sowie Einsatztaucherinnen und -taucher aber nicht ersetzen. Florian Ziesemer demonstrierte den »Dolphin 3«, eine Art Ret- tungsring, von dem der Hersteller schreibt: »Der Dolphin 3 ist ein intelligentes, selbstfahrendes Wasserrettungsgerät. Er er- möglicht es Rettungskräften, Schwimmer zu retten, ohne selbst ins Wasser zu gehen, indem sie das Gerät aus der Ferne vom Ufer oder von einem Boot aus steuern. Eine in Not geratene Person kann sich auf das Gerät legen und sicher zurück ans Ufer gebracht werden.« Im DLRG Einsatz ist das Gerät im Bezirk Köln – inklusive Sonderzulassung für den Rhein. Auch der Geräteanhänger »GAnH SFW-Rett« für die Strö- mungsrettung wurde im Rahmen der Messe präsentiert. Vom Land NRW zur Verfügung gestellt, verstärkt er die Wasserret- tungszüge (s. Bericht Seite V und Ausgabe 2/2025). Und was wäre die »boot« ohne Boot? So konnten Besucher das Hoch- wasserboot »Kumpel« nicht nur besichtigen, sondern auch an Bord gehen. Das nutzten besonders Kinder, für die aber auch noch mehr geboten war: Sie konnten sich eigene Anstecker basteln und das DLRG Puzzle zusammenbauen, während die Eltern sich bei einem Kaffee erklären ließen, welche Gliederung in ihrer Nähe Schwimmkurse anbietet. Innenministerium präsentiert »nora« Das Innenministerium NRW informierte über die Notruf-App »nora«. Sie ermöglicht bundesweit Kontakt zu Polizei, Feuer- wehr oder Rettungsdienst per Smartphone – inklusive Positions- übermittlung, Chatfunktion und »stillem Notruf«. Ursprünglich für Menschen mit Hör- oder Sprachproblemen entwickelt, ist sie für alle nutzbar. Bewährtes bleibt: die Experten-Talks An vier Tagen fanden moderierte Interviews mit DLRG Spezia- listen statt. Nils David berichtete über Sonar und Unterwasser- drohnen, die besonders dort eingesetzt werden, wo Tauchen zu gefährlich ist. Sie kommen häufig parallel zum Taucher zum Einsatz, können Objekte greifen oder markieren. Dr. Andreas Wagener sprach über Szenarien der nächsten zehn Jahre. Neben Technik standen Rahmenbedingungen im Fokus, Der Demo-Pool auf dem Hauptstand war ein Publikumsmagnet. insbesondere sinkende Aktivenzahlen. KI-gestützte Systeme können Einsätze effizienter machen, ersetzen qualifizierte Ret- tungsschwimmerinnen und -schwimmer aber nicht. Digitalisie- rung biete auch in der Verwaltung Potenzial – etwa bei 400 Gliederungen in NRW. Ziel bleibe, Zeit für Schwimmen und Retten zu gewinnen. »In der Qualität werden keine Abstriche gemacht!«, betonte er. Tim Reddehase erläuterte die »Wasserrettung aus der Luft«. Handelsübliche Drohnen aus dem hochwertigen Bereich seien ausreichend, sofern sie Wärmebild- und Zoomfunktionen be- sitzen. Sie sind bei der Personensuche etabliert, auch bei Dun- kelheit. Je nach Wasserqualität lässt sich von oben mehrere Meter tief sehen. Pilotinnen und Piloten werden umfassend ge- schult. Martin Wiemann stellte neue Szenarien mit Unterwasserrobo- tern vor. Seit einer Anpassung der Vorschriften dürfen Einsatz- tauchende maximal 20, in besonderen Fällen 30 Meter tief tau- chen. ROVs übernehmen Einsätze in größeren Tiefen oder gefährlichen Gewässern. Der Schutz der Tauchenden hat Vor- rang. Wiemann formulierte Anforderungen an ein »vollkomme- nes ROV« – mit Sonar, GPS, 360-Grad-Kamera und ausrei- chendem Auftrieb zu einem bezahlbaren Preis. Vom Schnorchel- bis zum Einsatztauchen Am Tauchhallenstand informierten Mitglieder aus Bayern und Hamburg über die Tauchausbildung – vom Schnorchel- bis zum Einsatztauchen. Besonders gefragt war der »Crossover« zum Einsatztaucher 1. Gespräche zur ausgestellten Technik entwi- ckelten sich rund um Tauchanhänger und Unterwasserroboter. Ein Hingucker war zudem das Schnellrettungsgerät Scubapro Rapid System (SRS). Es lässt sich schnell anlegen und spart im Notfall Zeit. Das donutförmige System verfügt über Front- und optionale Rückenkonfiguration und kann auch mit Vollgesichts- maske genutzt werden. WoWo < westfalen V