26.09.2018 Mittwoch Ostsee: Fünf Kinder vor dem Ertrinken gerettet

Es ist ein glühend heißer Tag in Graal-Müritz an der mecklenburgischen Ostseeküste. Die Sonne brennt vom wolkenlosen Himmel auf den gut besuchten Strand herunter. Es weht starker Wind, die Böen peitschen das Meer auf.

André Rieckhoff, Wachleiter der DLRG-Ortsgruppe Graal-Müritz, hat gerade die rote Flagge - Badeverbot wegen starkem Wellengang! - gehisst, als er an den hölzernen Buhnen in den Fluten vor der Wachstation ein Kind panisch im Wasser um sich schlagen sieht. Der Kleine versucht, sich an den mit scharfkantigen Muscheln bewachsenen Pfählfen festzuhalten, doch immer wieder gerät er unter Wasser. André Rieckhoff weiß: Jetzt darf er keine Zeit verlieren!

"An den Buhnen herrschen starke Strömungen. An den Wellenbrechern entwickelt sich ein Sog, der einen aufs Meer hinauszieht. Niemand - nicht einmal ein geübter Rettungsschwimmer - kann sich dort lange über Wasser halten. Das Wasser zerrt mit solcher Kraft, dass man kaum eine Chance hat", beschreibt Rieckhoff die auch für die Retter gefährliche Situation.

Rieckhoff schnappt sich eine Rettungsboje und eine Rettungsleine. Schon auf dem Weg aus der Station brüllt er seinem Kameraden zu: "Komm schnell, da ertrinkt ein Kind an den Buhnen!" In Windeseile rennen die beiden erfahrenen Retter hinunter zum Wasser.

Während sich der eine ehrenamtliche Rettungsschwimmer mit einer Rettungsboje ins Wasser stürzt, sichert der andere seinen Kameraden mit einer Rettungsleine. "Wir haben dieses System entwickelt, um einen Ertrinkenden möglichst schnell ans Ufer holen zu können - und um uns selbst abzusichern", erklärt Rieckhoff. "Der Ertrinkende kann sich an der Boje festhalten oder wird mit ihr gesichert. Mit der Rettungsleine kann der Kamerad am Ufer den Retter im Wasser und den Verunglückten schnell aus der starken Strömung ziehen. Das spart unheimlich viel Zeit - und das kann im Notfall über Leben und Tod entscheiden."

Mit kräftigen Schwimmzügen kämpft sich Rieckenhoff durch die Ostsee. Als er den Jungen erreicht, verlässt den Kleinen die Kraft. Mit einem Griff schnappt sich Rieckhoff den Jungen. Panisch klammert sich der Kleine an der Rettungsboje fest. Rieckhoff merkt, wie sehr die Strömungen an ihm zerren. Mit dem Jungen im Rettungsgriff schwimmt er gegen den Sog an, während sein Retter-Kollege Hubert Kuntzsch am Strand an der der Rettungsleine zieht.

Unter größter Kraftanstrengung gelingt es den beiden, das Kind aus der tödlichen Strömung zu retten. Es ist unversehrt und kann von seinen Eltern in die Arme geschlossen werden.

Rieckhoff und Kuntzsch sind gerade wieder auf dem Wachturm angekommen, als das nächste Kind an einer weiter entfernten Buhne zu ertrinken droht. Auch hier gelingt es den Kameraden, den Nichtschwimmer rechtzeitig aus dem Wasser zu ziehen. Und das war noch nicht die letzte dramatische Rettung an diesem Tag: Rieckhoff und seine Kollegen retten drei weitere Kinder aus der Ostsee und gehen dafür wieder und immer wieder an den Rand ihrer Kräfte.

Diese dramatischen Einsätze während des Hitzesommers 2018 hinterlassen deutliche Spuren bei den DLRG-Rettern - und an ihrer unverzichtbaren Rettungsausrüstung. "Unsere selbst entwickelte Kombination aus Boje und Rettungsleine hat uns dabei geholfen, allein an einem Tag fünf Kinder vor dem Ertrinken zu retten. Doch das Material muss regelmäßig ersetzt werden. Dafür brauchen wir Unterstützung", sagt André Rieckhoff.

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