10.01.2019 Donnerstag Notruf vom zugefrorenen See: Kinderwagen im Eis

Rettung aus dem Eis

Im Leben eines DLRG-Retters gibt es Einsätze, die man niemals vergisst. Dazu gehört zweifelsohne der Unglücksfall einer jungen Mutter, die in den zugefrorenen Wörthersee bei Pöcking-Starnberg einbrach - und einen Kinderwagen mit einem Säugling darin mit in die eisigen Fluten riss. Der Fall liegt bereits einige Jahre zurück, kann aber so oder so ähnlich jeder Zeit wieder passieren. Irgendwo in Deutschland, vielleicht sogar ganz in der Nähe.

Das Unglück, das sich uns allen so sehr ins Gedächtnis gebrannt hat, ereignet sich an einem sonnigen Tag. Der Himmel strahlt tiefblau, die Luft ist wunderbar klar, die Eisschicht auf dem Wörthersee glitzert und funkelt wie unzählige Diamanten. Ein Winterwunderland.

Plötzlich durchbricht ein Schrei die Stille. Die junge Mutter, die mit ihrem Baby im Kinderwagen auf der Eisfläche in Ufernähe spazieren geht, bricht in den zugefrorenen See ein.

Aufgrund der durchgehenden Schneedecke wähnt sie sich offenbar noch jenseits der Wassergrenze, am sicheren Ufer. Stattdessen bewegt sie sich samt Kinderwagen bereits auf dem Eis. Und schwebt damit unbewusst in tödlicher Gefahr.

Passanten beobachten das Unglück aus der Ferne und wählen sofort den Notruf. Kurze Zeit später ist auch schon das Rettungsteam der DLRG zusammen mit einem Notarzt zur Stelle. In Sekundenschnelle machen sich die Spezialisten der DLRG ein Bild von der Situation: Die eingebrochene Frau kann sich nur mit Mühe über Wasser halten, der Kinderwagen mit dem hilflosen Baby steht noch auf dem bereits brüchigen Eis.

Zwei DLRG-Retter in Schutzanzügen betreten vorsichtig die Eisfläche. Langsam tasten sie sich über das Eis vor. Mittlerweile ist es gelungen, die Frau aus dem Wasser zu ziehen, doch das Baby schwebt in seinem Kinderwagen noch immer in höchster Gefahr.

Bei jedem Schritt der Retter knirscht die Eisdecke gefährlich. Die weiße Fläche ist viel dünner, als es auf den erste Blick erscheint. Eine falsche Bewegung und das Eis könnte unter dem Kinderwagen zerbrechen. Stück für Stück nähern sich die DLRG-Retter. Sie sind schon fast bei dem Säugling angekommen, als es passiert: Mit einem Knacken gibt das Eis nach, der Kinderwagen rutscht in das eiskalte Wasser.

Die Retter der DLRG handeln blitzschnell: Sie bekommen den Kinderwagen zu fassen und ziehen ihn aus dem Wasser, noch bevor der Säugling in seinem Korb von dem eisigen Wasser umspült wird. Rettung in buchstäblich letzter Sekunde.

Mit Hilfe eines Eisretter-Schlittens wird der Kleine zurück ans Ufer gebracht und dort sofort von einem Notarzt untersucht: Dem Baby geht es gut, es ist unverletzt. Alle sind mit einem gehöigen Schrecken davongekommen.

Ich möchte gar nicht daran denken, was gewesen wäre, wenn unsere DLRG-Retter nicht vor Ort bereit gestanden hätten. Eines ist klar: Dieser Unfall hätte tödlich ausgehen können. Denn wenn jetzt im Winter die Seen und Teiche zufrieren, werden aus idyllischen Gewässern tückische Gefahrenquellen. Nicht jedem gelingt es, die Tragfähigkeit von Eisdecken richtig einzuschätzen. Und so kommt es jedes Jahr wieder zu lebensgefährlichen Unfällen auf dem Eis.

Die Einsatzbereitschaft unserer DLRG-Eisretter kann über Leben und Tod entscheiden. Im Winter müssen unsere Spezialisten zur Stelle sein. Und sie brauchen die richtige Spezialausrüstung, um Menschen aus dem Eis retten zu können.

Eine stabile Rettungsleine zur Absicherung auf dem gefährlichen Eis kostet mindestens 15 Euro. Ein wasserdichter und kälteabweisender Überlebensanzug schlägt mit 850 Euro zu Buche. Und ein Eisretter-Schlitten für den Transport eines Verunglückten kostet 2.900 Euro. Bitte machen Sie unsere Retter jetzt einsatzbereit mit Ihrer Spende.

Helfen Sie uns helfen - mit Ihrer Spende...

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