Aussagen und Argumentationshilfen zur Schwimmfähigkeit

"Schwimmen ist ein Menschenrecht"

Vorweg:

Die DLRG hat es geschafft und eines ihrer Ziele umsetzen können. In den Verhandlungen mit allen Schwimmsporttreibenden Verbänden und der Kultusministerkonferenz (KMK) wurde jetzt die Definition für einen sicheren Schwimmer festgelegt. Bundesweit gilt als sicherer Schwimmer, wer die Disziplinen des Jugendschwimmabzeichens Bronze (Freischwimmer) erfüllen kann.

Die jahrelange - über 15 Jahre - andauernde Lobbyarbeit der DLRG hat gewirkt. Wir koppeln daran die Schwimmfertigkeit - im Sprachgebrauch Schwimmfähigkeit.

Die DLRG hat mittlerweile drei repräsentative Umfragen durchführen lassen.

  • 2005: Laut Emnid-Studie können 33,9 Prozent der Kinder und Jugendlichen gar nicht oder nur schlecht schwimmen. Der Anteil der Nichtschwimmer und schlechten Schwimmer in der Bevölkerung beläuft sich laut Emnid-Studie auf 23,3 % - das sind ¼ der Bevölkerung. Das waren zu Beginn der 1990er keine 10 %.
  • 2010: Laut forsa-Studie kann nur noch jedes zweite Kind, das die Grundschule verlässt, schwimmen.
  • 2017: Laut forsa sind 59 % (Aussage: rund 60 %) der Grundschüler und jeder zweite Erwachsene (52 %) nach eigenen Angaben Nichtschwimmer und schlechte Schwimmer. Der Trend geht deutlich nach unten.
  • 25 % der Grundschulen haben keinen Zugang zu einem Schwimmbad.

Warum wird Deutschland ein Land der Nichtschwimmer?

  • Bäderpolitik: Schließung von Bädern oder Umwandlung in Spaß- und reine Freizeitbäder.
  • Fachfremde Ausbildung an den Grundschulen: Lehrkräften an den Grundschulen fehlt häufig die sogenannte Rettungsfähigkeit, die könnte durch Bezahlung der Gebühren des kommunalen Schulträgers an die DLRG erworben werden.

Mögliche langfristige Lösung:

Ähnlich des Goldenen Planes aus den 60ern einen Masterplan zu entwickeln, der Bund, Länder und Kommunen gleichermaßen beim Bau oder bei der Sanierung von Sportstätten, insbesondere Bäder, belastet und einbindet.

Bäder sind nicht nur Freizeitstätten! Bäder sind Bildungs-, Sozial-, Kultur-, Begegnungs- und Sportstätten.

Schwimmen ist die beliebteste Freizeitbeschäftigung der in Deutschland lebenden Menschen nach Fahrrad fahren - immerhin rund 24 Millionen Menschen betreiben es. Wasser ist Erlebnisraum - von daher gilt es Bäder zu erhalten!

Fragen hierzu bitte an: kommunikation@bgst.dlrg.de