Risk Assessment - Geprüfte Sicherheit durch Gefahrenanalyse

Viele Strandbetreiber in ganz Europa bemühen sich um eine Blaue Flagge (Blue Flag) an ihren Badestellen, um zu zeigen, dass ihr Strand die von der FEE (Foundation of Enviromental Education) in ihren Kriterien festgelegten allgemein anerkannten Standards erfüllt. Diese Kriterien beziehen sich jedoch größtenteils auf Umweltfragen und haben weniger mit der Sicherheit am Strand zu tun. Der Sicherheitsaspekt wird aber immer wichtiger, denn die Ertrinkungszahlen sind weltweit zu hoch und sinken nicht genug. Allein in Europa ertrinken jährlich 35.000 bis 40.000 Menschen.

Ergänzend zu der von der FEE vergebenen blauen Flagge, werden immer mehr Strände jetzt auch durch das Rote Banner der Internationalen Life Saving Federation of Europe (ILSE) ausgezeichnet als Zeichen für die Einhaltung verbindlicher Sicherheitsvorgaben.

Die Rettungskommission der ILSE hat deshalb einen strategischen Ansatz für die Gefahrenanalyse entwickelt, der einen wesentlichen Beitrag für die Sicherheit der europäischen Badegebiete leisten wird. Dieses Modell wurde speziell für von der ILSE qualifizierte Gefahrengutachter (Risk Assessoren) entwickelt, die die Analyse der ausgewiesenen Badezonen in Europa durchführen sollen.

Ein derartig eingebettetes Programm der Gefahrenanalyse wird massiv bei der Vorbeugung zur Verhinderung von Ertrinkungstoden und zur Reduktion von Badeunfällen helfen. Es wird das Strandmanagement effektiv unterstützten und daher für Strandverwalter, Rettungsschwimmer und lokale Behörden / Strandbetreiber insgesamt dienlich sein.

Das Blue Flag- Konzept ist entwickelt und überspringt bereits die Grenzen Europas. Das Gefahrenanalyse-Modell wird daher jetzt auch im Rahmen der Internationale Life Saving Federation (ILS) mit Blick auf eine weltweite Anerkennung diskutiert.

Die Gefahrenanalyse ist in acht Einheiten aufgeteilt, die u.a. die folgenden Bereiche abdecken.

  1. Das betrachtete Gebiet:
    Wie groß ist das begutachtete Areal und wie sieht es aus?
  2. Verwendung und Aktivitäten:
    Welche Gebiete und Aktivitäten müssen ausgewiesen werden?
  3. Zugang für Rettungsdienste:
    Wie gut und schnell können Rettungsdienste das erreichen?
  4. Öffentliche Rettungsmittel:
    Welche öffentlichen Rettungsmittel und -einrichtungen stehen zur Verfügung?
  5. Signale / Zeichen:
    Wird durch entsprechende Zeichen auf Gefahren hingewiesen?
  6. Öffentliche Sicherheitsinformationen:
    Welche Sicherheitsinformationen sind wo erhältlich?
  7. Gefahren und Risiken:
    Gebiet und wie sind diese einzuschätzen?
  8. Wasserrettungsdienst-Einrichtungen:
    Welche Einrichtungen und Ausrüstungen für den Wasserrettungsdienst sind notwendig, sind sie vorhanden und wo liegen sie?

Alle Gefahrengutachter müssen von der ILSE geleitete und anerkannte Ausbildungs- und Analysekurse erfolgreich abgeschlossen und Fortbildungskurse besucht haben.

Gefahrenanalysen sollen ein Teil der Zusammenarbeit von FEE und ILSE werden und zukünftig im Antragsprozess zur Blauen Flagge enthalten sein. Um die richtige Form der Zusammenarbeit zu finden, sollen in den kommenden Jahren einige Pilotprojekte realisiert werden.