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Nordwestmecklenburg

Am Freitag, den 9.8., fuhren wir ins dritte Bundesland an der deutschen Küste. Die erste Station in Mecklenburg-Vorpommern war Boltenhagen. Auf dem Weg an der Steilküste entlang galt es, rund 200 Höhenmeter über zum Teil recht steile Anstiege zu überwinden. Bis auf Turm 6 liegen alle Türme in einer Bucht, wobei der neueste Turm Nr. 7 zwischen den anderen steht. Da es der letzte Abend der dortigen Wachmannschaft war, stand der letzte Abend unter einem besonderen Motto: Bayerisch sollte es zugehen. Bei zünftigem Festzeltschmaus und extra organisierten Maßkrügen wurde auf die vergangene Wachzeit angestoßen.

Samstag ging es zum Kontrastprogramm nach Zierow, wo zu dem Zeitpunkt lediglich ein Wachgänger eingeteilt war. Mit flachem Ufer, Sand- und Rasenstrand und großem Kinderspielplatz ist die Wache ideal auch für Familien geeignet. Die geräumige Unterkunft bietet genügend Schlafplätze, sodass jeweils ein Angehöriger mitgebracht werden kann. Einem verhältnismäßig ruhigen Familienurlaub steht hier wenig im Wege. Aufgrund von Regen konnten wir abends leider doch nicht grillen und mussten auf den Herd zurückgreifen.

Tagsdarauf ging es für einen Tag auf die Insel Poel. Der Weg war gesäumt von reifem Obst, das wir uns haben schmecken lassen. Bei starkem Wind lag das Boot der Wache im nahen Hafen. Auch wenn die Wege am hiesigen Timmendorfer Strand kurz sind, liegt ein Turm fünf Kilometer entfernt, wofür aber auch E-Bikes zur Verfügung stehen. Die Rettungsschwimmer sind in einem großen Bungalow mit überdachter Terasse der Gemeinde untergebracht. Uns beiden wurde ein weiterer Bungalow direkt in der Nähe zur Verfügung gestellt.

Landkreis Rostock

Zurück auf dem Festland ging es am Montag, den 12.8., an die Steilküste von Rerik. Mit einer Strandstreife erkundeten wir die drei Außentürme. Diese sind wie die Unterkunft sehr geräumig. Auch bietet die Unterkunft eine Grünanlage mit Feuerstelle, an der bei gutem Wetter die Abende bestens genossen werden können. Nach dem selbstgekochten Abendessen mit der ganzen Mannschaft schauten wir uns den Sonnenuntergang an und spielten Beachvolleyball am Strand.

Dienstag ging es weiter nach Kühlungsborn. Da die Strecke mit 12 Kilometern recht kurz ist, ließen wir unser Essen in Rerik aus, um eine längere Etappe zu fahren. Kühlungsborn besitzt zwei Boote und die Türme zwei bis acht, da am Ort des alten Turm eins inzwischen der Yachthafen ist. Dies ist die letzte Wache auf unserer Tour, die uns durch ehemalige Wachdienste bekannt war. Es war auch die Wache von Vanessa, bei der sie auf den Namen „quirlige Boardnixe“ getauft wurde.

Über schöne Waldwege ging es am Mittwoch an den Wasserwacht-Wachen Heiligendamm und Warnemünde vorbei zur Wache Graal-Müritz. Diese wacht über drei Strandabschnitte an einem insgesamt sechs Kilometer langen Strand. Früher waren in Graal-Müritz neun Türme, weshalb die Turmnummerierung historisch bedingt noch 1, 4 und 9 ist. Nach einem kurzen Mittagsschlaf in der Unterkunft verbrachten wir den Nachmittag auf Turm 1 und unterhielten uns mit den Wachgängern dort.

Halbinsel Fischland-Darß-Zingst

Am Donnerstag, den 15.8., führte uns unsere Reise nach Dierhagen. Die Station besteht aus einer großen Hauptwache mit zwei gut durchdachten Außentürmen. Direkt hinter der Hauptwache gehört ein weitläufiges Gelände mit zwei großen Schuppen und einer Feierecke zur Wache. Dort konnten wir auch unsere Räder samt Taschen unterstellen. Aufgrund regnerischen Wetters war der große Sandstrand leider fast leer. Dadurch konnten wir jedoch zusammen mit den Wachgängern Rettungsübungen mit Gurtrettern durchführen und üben, wie man Patienten an Bord eines IRB holt.

Am nächsten Morgen besuchten wir Wustrow. Aufgrund des immer noch schlechten Wetters war nur die Hauptwache besetzt, weshalb es dort recht beengt zuging. Eigentlich gibt es noch drei Außentürme, jedoch sind zwei Holzhütten mit Reetdach durch vergangene Winterstürme nicht nutzbar. Immerhin hatte die Bootsmannschaft bei stärkerem Wellengang Spaß und trainierte in der Brandung, während die anderen Wachgänger sich im Bereich Medizin weitergebildeten. Den Abend verbrachten wir zusammen mit der Mannschaft in der modernen und gut ausgestatteten Unterkunft.

Inselhopping an Rügens Westküste

Am 19.8. fuhren wir durch Stralsund auf die Insel Rügen nach Altefähr. Die Station ist ein Holzturm im Sand, von dem man nicht nur auf das Wachgebiet, sondern auch toll nach Stralsund blicken kann. Es ist eine ruhige Wache, bei der auch die ganze Familie mitgebracht werden kann. So wurde uns nicht langweilig, hatte einer der Wachgänger schließlich seine drei Kinder mit dabei.

Dienstag ging es zur Wache des Campingplatzes Suhrendorf auf der Insel Ummanz. Die Wache und Unterkunft ist ein Mobile Home und damit direkt am Wasser und der Badebereich durch Bojenketten klar abgetrennt. Durch die vorgelagerte Insel Hiddensee ist das Wachgebiet geschützt vor all zu starker Brandung. Der Grund fällt flach ab und ist sehr beliebt bei Surfern. Leider mussten die Wachgänger ihren Dienst vorzeitig abbrechen, sodass wir den Abend samt tollen Sonnenuntergang alleine genossen.

Auch am Mittwoch führte uns unser Weg auf eine Inselwache, diesmal auf Hiddensee. Diese Insel ist autofrei und nur mit der Fähre erreichbar. Die drei Türme der Wache liegen in den Orten Neuendorf, Vitte und Kloster auf der Außenseite der Insel. Der kräftige auflandige Wind sorgte für starke Brandung, die wir mit Freuden genossen. Am Abend spielten wir zusammen mit vielen Einheimischen Volleyball, was dank improvisierter Flutlichtanlage bis nach Sonnenuntergang möglich war.

Am Donnerstag ging es wieder zurück auf die Insel Rügen zur Wache Nonnevitz. Das Regenbogencamp, dessen feiner Sandstrand hier bewacht wird, liegt in einem malerischen Kiefernwald. Oberhalb der Steilküste liegt die Wache mit ihrer einmaligen Luft- und Wassertemperaturanzeige. Direkt dahinter ist genügend Platz, um mehrere Wohnwagen aufzustellen, sodass auch für Angehörige die Erholung gesichert ist. Am Nachmittag besichtigten wir die Nordspitze Rügens von der Wasserseite aus.

Rügens Nordost-Strände

Freitag den 23.8. wählten wir nicht den direkten Weg zur Wache Juliusruh, sondern fuhren über Kap Arkona. Dies ist der nördlichste Punkt Rügens und damit auch der ehemaligen DDR. Auch wenn der Weg mit unserem schweren Gepäck sehr mühsam war, entschädigte das weite Meerpanorama die Strapazen. Die Rettungsschwimmer der Station Juliusruh sorgen für Sicherheit an einem Abschnitt der lang gezogenen Sandstrandbucht Tromper Wiek. Auf dem großen Außengelände der nahe gelegenen Unterkunft stießen wir zusammen mit der Mannschaft auf deren vergangene Wachzeit an und ließen den Abend entspannt ausklingen.

Am Samstag ging es weiter zur ersten Wache der Binzer Bucht in Prora. Bekannt ist der Ort durch das nie vollendete "Kraft durch Freude"-Seebad der NS-Zeit, wo am Ende eine 4,7 Kilometer lange Anlage von acht je 500 Meter langen Gebäudetrakten hätte entstehen sollen. Erst in den letzten Jahren wurde damit begonnen, zumindest fünf der Gebäude zu vollenden. Aktuell besteht die Wache aus drei Containern und drei neuen Festbauten, soll aber künftig noch erweitert werden. Untergebracht sind die Rettungsschwimmer zusammen mit denen der Nachbarwache Binz in einem Appartementhotel.

Aufgrund der Nähe verbrachten wir am Sonntag den gesamten Wachtag auf der Wache in Binz und wurden als normale Rettungsschwimmer im Wachplan mit eingeteilt. Da sich die Saison langsam schon ihrem Ende nähert, waren nur sechs der sieben Türme besetzt. Diese sind zumeist Festbauten mit Annehmlichkeiten wie zum Beispiel eigenen Küchen. Binz ist für die DLRG ein sehr wichtiger Ort, da ein Schiffsunglück 1912 das Schlüsselereignis zu ihrer Gründung im Herbst 1913 war. Daran erinnert heute ein Gedenkstein am Seebrückenvorplatz.

Rügens Südostspitze

Am Montag den 26.8. fuhren wir zur Wache Sellin, was die erste des Tripletts Sellin-Baabe-Göhren der gemeinsamen Bucht war. Durch den Granitzer Wald wählten wir den Weg anhand der Bodenbeschaffenheit. Leider führe dies dazu, dass wir über das Jagschloss auf 90 Meter ü. NN. fuhren, anstatt nur knapp über Meereshöhe. Nach einer kurzen Abkühlung in der angenehm warmen Ostsee zogen wir uns gleich Wachshirts an, um die nur mit zwei Personen besetzte Mannschaft zu unterstützen. An einem der beiden nicht besetzen Nebentürme kam es schon zum ersten Einsatz. Später waren wir noch auf Streife über den feinen Sand hin zum anderen Nebenturm auf der Seebrücke.

Nachdem wir in Sellin direkt am Strand gefrühstückt hatten, ging es am Dienstag weiter nach Baabe. An einem der beiden Nebentürme fand aktuell ein Rettungsschwimmer-Intensiv-Kurs in der Ostsee statt, weshalb wir leider nicht in der Unterkunft übernachten konnten. Die sechs Teilnehmer wurden unter praxisnahen Bedingungen in einer Woche zum Rettungsschwimmer ausgebildet. Vom Erfolg dieses Kurskonzeptes zeugten auch die beiden Wachgängerinnen des Vorjahreskurses.

In der südlichsten Bucht Rügens auf der Halbinsel Mönchgut befindet sich ein weiteres Wachen-Triplet. Da die drei Gemeinden zusammengelegt wurden, wird momentan an einer gemeinsamen Wache, der zukünftigen Wache Mönchgut, mit neuer Unterkunft und Wachtürmen geplant. Wir freuen uns schon, die zukünftigen Entwicklungen in den nächsten Jahren zu verfolgen. Die Bucht bietet einen feinen Sandstrand, der von einem Nadelwald umrandet ist. Begonnen haben wir am Donnerstag mit der Wache Thiessow, welche eine feste Wachstation und ein Boot besitzt. Am nächsten Morgen haben wir bei schönstem Wetter in Gager Wachdienst gemacht. Damit haben wir dem Wachgänger, der seit sechs Wochen hier war, einen freien Tag ermöglicht. Während dieser Zeit ist er neben dem Wachdienst auch seiner kreativen Ader nachgegangen, indem er Kunstwerke geschnitzt hat. Die Wache Lobbe trafen wir leider nicht mehr bei Öffnung an, sodass wir uns den Wachwohnwagen am feinen Sandstrand nur kurz anschauen konnten, bevor es auf die letzte Fähre unserer Reise Richtung Usedom ging.

Die Insel Usedom

Am Samstag, den 31.8., ging es mit der letzten Fähre unserer Reise weiter auf die Insel Usedom. Die erste Wache war Trassenheide, wo wir aufgrund der Fahrtzeiten erst nach Dienstschluss ankamen. Das Finden der Bungalows auf dem Campingplatz gestaltete sich als sehr schwer. Um die Wache kennen zu lernen, blieben wir Sonntags hier und machten mit Dienst. In der Hauptsaison wird der große Sandstrand von zwei Türmen, der Hauptwache und einem Boot gesichert. Dank des Quads sind auch große Distanzen und das Slippen des Bootes kein Problem.

Montag (2.9.) machten wir uns auf ins nahe Zempin. Auf dem Weg dahin kamen wir an einer der fünf Wachen der Wasserwacht auf Usedom vorbei. Auch in Zempin war schon Nachsaison, da der Strand nur noch von zwei Rettungsschwimmern bewacht wurde. Somit konnten mit unserer Hilfe zwei der drei Stelzentürme besetzt werden. Die Motorboote waren momentan außer Dienst. Abends haben wir ausnahmsweise eigenständig gekocht bevor wir uns mit dem Wachgänger über die Zukunft der Wache unterhielten.

Der Dienstag stand im Zeichen der DLRG Medienarbeit. Noch in Zempin trafen wir uns mit einem Videojournalisten, um einen Beitrag für DLRGTube zu drehen. Wir wurden mit Kameras ausgestattet und machten uns auf den Weg. In Kosarow legten wir einen Stop für ein Interview ein. Von der örtlichen ASB-Wasserrettungswache, einer von zweien an der Küste, wurde unser Treiben im Detail beobachtet. Die Ankunft auf der Wache Kölpinsee war anders als sonst, da alle Szenen für den Film mehrmals stattfinden mussten. Aufgrund des schlechten Wetters waren die drei Außentürme nicht besetzt. Auch das Boot wurde nur für unsere Dreharbeiten zu Wasser gelassen.

Auf der letzten Wache unserer Reise in Ückeritz kamen wir am Mittwoch an. Zum Ausklang unserer Reise und der Saison blieben wir für zwei Nächte. Wir erkundeten das Wachgebiet mit den zwei Außentürmen mittels Boot, Quad und zu Fuß. Auch haben wir unser auf der Reise erlangtes Wissen über das IRB-Fahren an die Wachmannschaft weiter geben können. Abends ging es dann in die nahe gelegenen Bungalows. Diese bestehen aus mehreren 3-Bett-Zimmern und einem großen Aufenthaltsraum mit Küche. An unserem Abschlussabend fuhren wir mit der Wachmannschaft in einen nahe gelegenen Ort nach Polen zum Essen. Am Freitagmittag stiegen wir dann in den Zug ehe wir nach 12 Stunden Reise und dreimaligem Umsteigen, was mit all den Taschen an den Rädern nicht ganz leicht war, wohlbehalten zu Hause in Karlsruhe ankamen.

Fazit unserer Reise

Unsere Tour über alle ZWRD-K Wachen der DLRG war eine einmalige Reise. Bis auf drei verlorene Schrauben brachten die Räder uns und unsere insgesamt 50 Kilogramm Gepäck bestens über die rund 1.800 km vom 6. bis 14. Breitengrad. Von den 86 Wachen zu Beginn der Saison, ja in der Saison ist noch eine an der Nordsee dazu gekommen, trafen wir 79 Wachen bei Öffnung an und fuhren bei den anderen zumindest vorbei.

Dass uns die Wachen tatsächlich derart gut aufnhamen und wir in den meisten auch übernachten konnten, hätten wir uns vorher so nicht gedacht. Die DLRG ist eine große "Familie", sodass wir bis auf zwei Ausnahmen immer in kürzester Zeit bestens in die Mannschaften integriert waren. Während unserer Reise lernten wir über 600 Kameraden kennen, wovon wir elf Stück sogar zwei Mal trafen, da sie auf zwei Wachen Dienst machten. Die Verpflegung, welche wir zumeist mit den Wachgängern genossen, war recht abwechslungsreich, wenn auch fleischlastig: an Platz eins liegt Grillen dicht gefolgt von Nudelgerichten.

Alle Wachen sind verschieden, keine gleicht der anderen. Abgesehen von den Wachcontainern der Materialstelle sind alle Türme individuell. Und auch die Ausstattung reicht von einfacher Ersten-Hilfe bis hin zu Notarztmaterial. Grundausstattung auf allen Wachen sind Gurtretter und Rettungsbojen, deren Umgang natürlich alle beherrschen. Aber schon bei den häufig vorhandenen Rettungsbrettern zeigt sich, welche Wachgänger schon häufiger an der Küste waren oder daheim Möglichkeiten haben, den Umgang zu üben. Den Anderen konnten wir viele hilfreiche Tipps geben. Im Bereich IRB, welche erst in den letzten Jahren vermehrt zum Einsatz kommen, kann der ein oder andere sicherlich noch eine Trainingsstunde vertragen. Ihre Handhabung muss geübt werden; das gilt sowohl für den Bootsführer als auch den Bootsgast. Wir lernten dank zahlreicher Kontakte viel Wissen in deren Umgang dazu und gaben dieses zum Ende der Reise auch weiter.

Bei der großen Vielfalt der Wachen gab es für uns jetzt nicht "die beste Wache". Grob 20 Wachen haben uns so gut gefallen, dass wir dort in den kommenden Jahren Wachdienst machen wollen. Dürften wir uns unsere Traumwache zusammenstellen, würden wir folgendes kombinieren:

  • den Strand samt Dünen von Amrum,
  • der Brandung von Sylt,
  • die Hauptwache und Unterkunft von Pelzerhaken,
  • am Ort der Wache von Kellenhusen,
  • mit den Außentürmen von Dierhagen,
  • dem Abschnittsleiter von Kühlungsborn oder die Ortsgruppe von Norgaardholz,
  • der Ausstattung von Travemünde,
  • den Booten samt Pflege und Fahrwissen von Prerow,
  • und dem Engagement des Strandbetreibers wie in Schönhagen.

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