19.06.2019 Mittwoch  DLRG-Drohne als fliegender Retter im Einsatz

Technische Innovation

Aufgelöst steht ein Mann vor der Wachstation am Strand von Scharbeutz. „Meine Frau ist verschwunden! Plötzlich war sie weg! Ich mache mir solche Sorgen, dass ihr vielleicht im Wasser etwas passiert ist“, berichtet er DLRG-Retter Christoph Niemann mit bebender Stimme.

Der Rettungsschwimmer wirft einen besorgten Blick auf die Ostsee: Das Wasser ist aufgewühlt an diesem Tag, die Wellen schlagen mit großer Kraft ans Ufer. Retter Niemann ist sofort klar, dass jetzt ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Denn wenn die Vermisste tatsächlich im Wasser in Not geraten ist, schwebt sie in Lebensgefahr! Die Strömungen sind so stark, dass sie die Frau mit sich reißen würden; in dem kalten Wasser würden ihre Muskeln verkrampfen und schon bald würden die unbändigen Kräfte des Wassers sie in die Tiefen der Ostsee hinab ziehen...

Christoph Niemann weiß, was jetzt zu tun ist: In Windeseile holt er den „fliegenden Retter“ der Ortsgruppe aus der Rettungsstation. Die Hexacopter-Drohne vom Typ Yuneec H520 ist ein ganz besonderer Helfer: Mit dem wendigen Fluggerät können unsere DLRG-Retter jetzt noch schneller Verunglückte orten!

„Wenn ein Mensch im Meer untergeht, können wir ihn nur schwer wiederfinden. Wenn man nämlich vom Ufer oder vom Boot aus flach aufs Wasser blickt, spiegelt sich der Himmel in der Wasseroberfläche. Aber wenn die Kamera einer Drohne senkrecht nach unten in das Wasser filmt, können wir sogar ein Büschel Seegras in bis zu zehn Metern Tiefe erkennen – so klar ist das Bild,“ erklärt Christoph Niemann. „Diese Technik hilft uns beim Leben retten!“

Mit geübten Handgriffen nimmt er die Drohne in Betrieb. Kurze Zeit später schon erhebt sich der „fliegende Retter“ in die Luft. Konzentriert steuert Niemann die Drohne per Fernbedienung über die Ostsee und sucht systematisch die Wasseroberfläche ab. Die hochauflösende Kamera liefert ein gestochen scharfes Bild auf das Display der Fernbedienung – und plötzlich sehen die Rettungsschwimmer einen im Wasser treibenden Menschen. Da ist die vermisste Frau!

Christoph Niemann gibt die genauen Koordinaten an seine Kameraden durch, die sofort mit einem Rettungboot zu der Ertrinkenden fahren. Sie erreichen die Frau gerade noch rechtzeitig, bevor sie endgültig untergeht...

„Ohne unsere Drohne hätten wir vom Boot aus das Wasser nach der Vermissten absuchen müssen. Das hätte viel länger gedauert – vielleicht sogar zu lange!“ freut sich Christoph Niemann über den erfolgreichen Einsatz, der sich kurz darauf zum Glück nur als Übung entpuppt. Auch Alexander Paffrath, Präsidiumsmitglied und Leiter Einsatz der DLRG e.V., ist überzeugt von den wendigen Drohnen: "Die für die Suche von Personen ausgestattete Drohne unterstützt da, wo wir Retter an die Grenzen des Machbaren stoßen." Ob in großen Gewässern oder auch im Dunkeln – mit ihren Kameras spüren Rettungs-Drohnen zuverlässig Verunglückte und Vermisste auf. Eine Innovation, die die Zahl der Ertrinkungstoten erheblich senken kann!

„Ich hoffe, dass schon bald alle DLRG-Ortsgruppen über so einen fliegenden Retter verfügen.“ erklärt Paffrath. „Doch so eine kostspielige Drohne kann sich kaum eine Ortsgruppe leisten – auch in Scharbeutz wird noch ein weiteres Gerät gebraucht!“

Die technische Innovation, die Leben rettet, hat ihren Preis: Etwa 10.000 Euro kostet eine voll ausgestattete Rettungsdrohne inklusive verschiedener Suchkameras. Hinzu kommt die Schulung der Drohnenpiloten. Das ist sehr viel Geld – zu viel für unsere Ortsgruppen.

Als engagierter Freund der DLRG-Retter wissen Sie, dass funktionstüchtige Technik unverzichtbar für unsere lebensrettende Arbeit ist. Deswegen bitte ich Sie heute um Unterstützung: Helfen Sie beim Kauf eines „fliegenden Retters“! 15, 30, 50 Euro oder jeder andere Betrag fördern die Anschaffung der lebensrettenden Drohnen, aber auch anderer lebensnotwendiger Rettungsmittel. Die Flugkünstler werden dabei helfen, Menschen, die sonst kaum eine Chance haben, vor dem Ertrinken zu retten!

Helfen Sie uns helfen - mit Ihrer Spende...

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