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Christoph Claßen rettet Kinder vorm Ertrinken

Es ist Anfang Juli und seit Tagen herrschen Temperaturen um die 30 Grad.
Majestätisch fließt der Rhein an der mobilen Wachstation der DLRG Neuss entlang, am gegenüberliegenden Ufer nutzen viele Menschen die inoffizielle Badestelle am Himmelgeister Ufer, um sich Abkühlung zu verschaffen.

Christoph Claßen, Mitglied der DLRG Neuss, ist zusammen mit seinem Bootsführer Thomas Tscheuschner und zwei jungen Kollegen zu einer Kontrollfahrt auf dem Rhein unterwegs. Es ist ein sonniger, warmer Tag und auf dem Rhein sind viele Sportboote unterwegs – so rechnen die vier Rettungsschwimmer vor allem damit, den Sportbootführern technische Hilfeleistungen geben zu müssen.
Doch plötzlich entfaltet sich vor ihren Augen ein ganz anderes Drama.Zwei Jungen im Alter von fünf und sechs Jahren sowie ein achtjähriges Mädchen, die eben noch friedlich in Ufernähe gespielt haben, wurden durch die starke Strömung von den Beinen gerissen und gerieten in einen tückischen Strudel.

Verzweifelt versuchten sie, sich über Wasser zu halten, doch sie hatten keine Chance. Immer wieder zog der Strudel sie unter Wasser und die Kinder kämpften um ihr Leben. „Die Badestelle ist gerade für Kinder verführerisch“, beschreibt Claßen. „Die Wassertiefe am Ufer beträgt nicht einmal 50 cm und an beiden Seiten begrenzen Buhnen den Badebereich.“ Diese Buhnen verursachen allerdings auch die Strömung im Fluss: In der Badebucht gibt es eine Gegenströmung – nicht stark, aber doch ausreichend, um die spielenden Kinder Stück für Stück flussaufwärts zu bewegen, bis sie in den tückischen Strudel gerieten.

Schnell lenkt Thomas Tscheuschner das Boot in Richtung Unglücksstelle, während Christoph Claßen sich auf den Sprung ins Wasser vorbereitet. Geschickt lenkt Tscheuschner das Rettungsboot an die Kinder heran und setzt es mit dem Bug an der Buhne auf. Claßen, ausgerüstet mit Neoprenanzug und Prallschutzweste, springt zu den Kindern ins Wasser. Selbst dem erfahrenen Schwimmer Claßen fällt es schwer, gegen die starke Strömung des Rheins anzukommen. Zum Teil herrschen dort Fließgeschwindigkeiten bis zu 9 km/h! Doch Claßen schafft es, zu den Kindern zu gelangen. Gerade noch rechtzeitig, denn der fünfjährige Junge ist bereits komplett unter Wasser als er ihn erreicht. Glücklicherweise bekommt Claßen den Jungen sofort zu fassen - gerade noch rechtzeitig. Dann packt er die anderen beiden Kinder und dank seiner Prallschutzweste gelingt es ihm, alle drei Kinder über Wasser zu halten und mit ihnen zusammen zum Boot zu gelangen.

Die Retter bringen die erschöpften Kinder an Land, wo ihre völlig aufgelöste Mutter sie erwartet. Erleichtert schließt sie ihre Kinder in die Arme und bedankt sich immer wieder bei den DLRG-Rettern. Der mutige und beherzte Einsatz von Christoph Claßen und seinen Kollegen hat den Kindern das Leben gerettet. "Es war wirklich großes Glück, dass wir vor Ort waren. Im Wasser zählt jede Sekunde und ich mag mir nicht ausmalen, was ohne uns passiert wäre.", erzählt Claßen sichtlich erleichtert.

Hinweis: Die Bilder wurden zur Veranschaulichung des Rettungseinsatzes nachgestellt.

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