Technik-Tipps: Paddeln mit dem Board

Im Wasserrettungsdienst und bei Rettungssportwettkämpfen kommt ein Rettungsbrett (Engl. "Board") zum Einsatz. Das Board besteht aus einem Hartschaum- oder Styroporkern. Die Beschichtung ist meist aus Polyester- oder Epoxyharz-getränktem Glasfasergewebe. Im Heck des Brettes ist ein Finnenkasten eingebaut. Die Finne stabilisiert das Board in der Fahrt. Je nach Anwendungszweck oder Benutzer gibt es Board mit mehr oder weniger Volumen. Um die Standfestigkeit auf der nassen Oberfläche zu erhöhen, kann Surfwachs aufgetragen werden. Im Rettungseinsatz können auch zwei Personen auf einem Board paddeln beziehungsweise der Retter kann das Opfer mit dem Board an Land bringen. Um in einer Notsituation schnell zum Opfer zu kommen, oder um im Wettkampf schnell zu sein, gibt es unterschiedliche Paddeltechnicken.

Kniend paddeln

Die Position der Knie auf dem Board ist ungefähr mittig. So, dass weder das Heck noch die Nase übermäßig Wasser vor sich her schieben. Die Arme werden möglichst weit vorne, nah am Board, eingesetzt. Als Orientierung können die vorderen Griffschlaufen dienen. Wobei Rettungsbretter im Wachdienst in der Regel mehr Griffschlaufen als ein Wettkampfbrett haben. Dann werden die Arme gleichzeitig so weit wie möglich unter Wasser nach hinten gedrückt. Das Kinn ist knapp über dem Board. Am Ende der Abdruckphase werden die Arme entspannt aus dem Wasser genommen und nah am Körper mit gebeugten Ellbogen wieder nach vorne gebracht.

Liegend paddeln

Der Sportler liegt auf dem Rettungsbrett. Der Kopf ist etwa auf Höhe der beiden Griffschlaufen. Der Oberkörper ist angehoben und unter Spannung. Dadurch kann der Sportler gut atmen und hat eine hohe Bewegungsmöglichkeit der Arme. Um keinen Widerstand im Wasser zu erzeugen und die Armbewegung rhythmisch zu unterstützen, werden die Beine in angewinkelter Position wechselseitig mit bewegt. Die Arme bewegen sich ebenfalls wechselseitig wie beim Kraulschwimmen und werden nah am Körper wieder nach vorne gebracht.

Gegen Wellen im Knien fahren

Beim Rausfahren auf dem Meer müssen häufig ankommende Wellen überwundern werden. Beim Anrollen der Welle verlagert der Rettungssportler seinen Körper zuerst nach hinten, um die Welle unter das Board laufen zu lassen. Hat die Nase des Boards den Wellenkamm erreicht, wird der Körperschwerpunkt wieder nach vorne verlagert, um gleichzeitig den nächsten Armzug direkt hinter den Wellenkamm zu setzen. Dadurch zieht der Sportler das Board über den Kamm.

Gegen Wellen im Liegen fahren

Das Überwinden der Wellen in liegender Position ist für ungeübte Rettungssportler die sicherere Technik. Allerdings ist dies nur bis zu einer bestimmten Weißwasserhöhe sinnvoll beziehungsweise möglich. Durch eine wechselseitige, schnelle Armbewegung wird die Welle angepaddelt. Beim Anrollen der Welle wird der Oberkörper möglichst weit angehoben, um die Nase des Boards nicht eintauchen zu lassen. Nachdem diese den Wellenkamm erreicht hat, fällt das Brett wieder auf die Wasseroberfläche. Anschließend muss schnellstmöglich wieder die Armbewegung einsetzen.

Mit den Wellen zum Strand fahren

Der kniende Sportler verlagert seine Position durch Rutschen nach hinten. Dabei lastet mehr Druck auf der Finne, womit das Board steuerbar bleibt. Zusätzlich verhindert es ein Eintauchen der Boardspitze ins Wasser. Mit dem Einsetzen der Hände links und rechts neben dem Board auf Hüfthöhe, kann das Board gelenkt werden. Sollte die Welle zu groß werden beziehungsweise brechen, ist es sicherer liegend an den Strand zu fahren. Das Hinlegen muss mit dem Griff an die hinteren Griffschlaufen zügig erfolgen. Der Oberkörper liegt dabei auf dem hinteren Teil des Boards und verhindert ein Eintauchen der Boardspitze ins Wasser. Die Beine dienen durch das Ausfahren nach rechts oder links als Steuerhilfe. Ein Einsatz der Arme ist nicht erforderlich, da die Welle das Board und den Sportler anschiebt. Diese Technik bringt den Rettungssportler selbst bei größeren, gebrochenen Wellen schnell und sicher an den Strand.