Annalena Geyer

gehört zu den besten deutschen Nachwuchssportlern im Rettungssport. Die 17-Jährige von der DLRG Eisenach gewann bei der Junioren-Weltmeisterschaft 2014 in Frankreich Silber über 50m Retten einer Puppe. Beim DLRG Junioren Rettungspokal Anfang Juli 2015 stellte sie in derselben Disziplin mit 37,06sec einen neuen Junioren-Weltrekord auf. Ihren Fokus legt Annalena auf die die Disziplinen im Schwimmbecken. Ihren ersten Einsatz im Wasserrettungsdienst Küste in Graal-Müritz nutzt sie auch, um sich in den Freiwasser-Disziplinen zu verbessern.


So war's für mich

Eine Station wie in Graal-Müritz erlebt man nicht alle Tage. Entweder man liebt sie oder man flieht ganz schnell wieder aus Graalibu. Ob es mir gefallen hat, muss ich wohl eher nicht beantworten; sonst hätte ich nicht verlängert. ;) Zudem konnte ich viele Erfahrungen sammeln. Blutdruck messen klappt bei mir nun ziemlich genau; einen besseren Überblick über viele Badegäste verschaffen, gelang mir immer besser; Verletzte beruhigen und behandeln, wird zur Routine; mit dem Board kann ich nun besser umgehen,... Aber am wertvollsten sind mir die Gespräche mit den völlig unterschiedlichen Menschen, die mir aus ihrem Leben erzählten. Jeder Einzelne konnte mich auf eine andere Weise inspirieren und viele Bekanntschaften werden wohl auch weiterhin gepflegt. Die speziellen Gründe, weshalb man seine Zeit hier verbringen möchte, muss natürlich jeder selbst erfahren. Deshalb kann ich nur jedem raten, sich selbst ein Bild vom Wasserrettungsdienst zu machen. Ich werde nächstes Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder hierher fahren, obwohl ich mir nach meinem ersten Einsatz 2014 in Wilhelmshaven vorgenommen habe, jedes Jahr woanders hinzufahren.

Freitag, 7. August

Meinen letzten Wachtag verbrachte ich auf Turm 1, wohin ich zuvor lediglich Strandstreifen gegangen bin. Der dortige Strand bietet den feinsten Sand und auch der schönste Promenadenabschnitt findet sich hier. Gleichzeitig geht es ruhig zu, da es bis zum Zentrum von Graal-Müritz einige Meter (zu viele für die meisten Kururlauber) sind. Ich saß also den Vormittag im als Wachposten umfunktionierten Strandkorb und genoss das Meeresrauschen. Gestört wurde ich durch die hungrigen Mägen der Kameraden. Zwar sind sie fachlich kompetent und verantwortungsbewusst - kochen ist allerdings nicht ihre Stärke. Daher habe lieber ich für uns Vier die Omeletts gemacht. Kurz darauf lief ich eine lange Strandstreife über Turm 4 bis zum Turm 9 und habe allen mal "Moin!" gesagt. Als ich meinen Turm wieder erreicht hatte, überfiel uns starker Regen. Im Strandkorb war ich zum Glück gut geschützt und genoss den Anblick vom Regen, der auf das Meer klatschte (und das Treiben der fliehenden Badegäste). Am Abend besuchten wir die Hanse Sail in Rostock - ein gelungener letzter Abend!

Donnerstag, 6. August

Der heutige Tag versprach heiß zu werden. Schon bei meiner Ankunft am Turm meldete das Thermometer 21°. Im "Gewächshaus" Hauptwache waren eine Kameradin und ich daher schon schnell überhitzt und einigten uns, um die Mittagszeit eine Runde mit dem Board zum Turm 9 zu paddeln. Doch gerade als wir uns auf den Weg begeben wollten, kam eine Kindersuchmeldung durch. So suchten wir stattdessen am Strand einen kleinen Jungen. Mit unseren Adleraugen haben wir den Kleinen schnell gesichtet und zurück zu seiner Mutter gebracht. Glücklich über den raschen Erfolg, paddelten wir danach trotzdem noch zum Außenturm. Dort angekommen stärkten wir uns erst einmal mit einem Donut. Allerdings wurden wir nach kurzer Zeit über Funk schon wieder zurückgerufen. Das war leichter gesagt als getan, denn die Strömung war heute ziemlich stark. Zudem fuhr die Kameradin, mit der ich unterwegs war, zum ersten Mal auf dem Board. Doch sie hielt sich gut und wir kehrten zufrieden zur Hauptwache zurück. Kurz nach Dienstschluss durften wir sogar noch mit im Boot fahren. Den Abend ließen wir gemütlich mit selbstgekochtem Essen und Spielen ausklingen.

Mittwoch, 5. August

Beim Aufstehen spürte ich schon, dass ich heute mal produktiver sein möchte. Die letzten Tage war ich wirklich faul. Zum Teil ist der Wunsch auch in die Tat umgesetzt worden. Während des Frühstücks saß ich im oberen Stock des Haupt-Adlerhorsts und habe über das Meer gewacht. Nachdem ich abgelöst wurde, holte ich mein Board und meinen Frischkäse vom Turm 9 ab und paddelte mit erhöhter Geschwindigkeit zurück. Zum Mittag habe ich mit der weltoffenen Kameradin ("mit der man alles machen kann") gekocht. Das sah so aus, dass ich geschnippelt habe und das eigentliche Kochen übernahm sie - jeder tut schließlich das, was er am besten kann. Das Ergebnis unserer Teamarbeit war köstlich. Gestärkt begab ich mich auf die Terrasse und beobachtete das Strandleben. Nebenbei habe ich für meine Hausarbeit gebrainstormt. Nach einer Weile wurde ich mal zur Abwechslung überredet, mit dem Board rauszufahren. Und mit jeder neuen Person, die mit mir paddelt, kommt Abwechslung rein. Ich kenne mittlerweile ganz verschiedene Typen und Techniken von Hobby-Boardfahrern. Oft ziemlich amüsant. Vielen gebe ich mal mein Board, um was zum Lachen zu haben, wenn die Leute zum ersten Mal auf einem Wettkampfboard versuchen zu knien. Im Camp gab es diesen Abend Eierkuchen. Und während die meisten fleißig am kochen waren, hat sich der Rest (darunter auch ich) sportlich betätigt.

Dienstag, 4. August

Schon beim Verlassen des Camps war zu spüren, dass auch dieser Tag nicht weniger hochsommerlich wird wie der gestrige. Nachdem wir mit dem Fahrrad zu Turm 9 geradelt sind und alles aufgebaut haben, war uns schon das erste Mal ordentlich "warm". Durch den ablandigen Wind kamen mit der Warmluft auch unzählige kleine Fliegen und andere Insekten. Jegliche Vertreibungsversuche waren mehr oder weniger (eigentlich nur weniger) erfolgreich. Aber so entdeckte ich unter vielen nervigen Fliegeviechern auch einige hübsche Falter. Wie in einem Dünendschungel schlängelte sich zudem eine große Blindschleiche durch den Sand und verschwand schnell wieder im Gestrüpp. Zwischendurch habe ich zum Abkühlen eine kleine Paddeltour gemacht. Die Erfrischung tat gut, hielt aber viel zu kurz an. Nach einem leckeren Stück Kuchen, durfte jeder für zehn Minuten im Meer "Wache halten". Danach ging es mir so gut, dass ich mit einer Kameradin, die alles mitmacht, ein Workout durchzog. Während wir uns auspowerten, konnten wir parallel einige Badegäste amüsieren. Die Polizei wollte uns bei ihren Besuch nicht stören und unterhielt sich mit der Restbesatzung im Turm. Zufrieden bauten wir den Turm nach Dienstschluss ab und fuhren wieder zur Hauptwache, bei der diesen Abend gemeinsam gegrillt wurde.

Montag, 3. August

Seit langem konnte ich mal wieder Turm 9 mit meiner Anwesenheit unsicher machen. Da es nur hier ein Rettungskajak gibt, wollte ich meine Chance nutzen und eine Runde paddeln. Während ich gemütlich über das Meer dahin glitt, kam mir unser Rettungsboot entgegen. Leicht verwundert richtete ich mein Kajak aus purer Intuition zum Boot aus. Und gleich darauf sprang tatsächlich jemand ins Wasser und winkte unserem Turm zu. "Zufälle gibt's", dachte ich mir und war nach zwei Minuten bei der Kameradin. Wir haben uns aber geeinigt, dass wir auf den Schwimmer vom Turm warten bis ich sie mit dem Kajak zum Strand bringe. Sie spielte einen unterkühlten und geschwächten Badegast. Als der Schwimmer mit Flossen und Boje bei uns ankam, sind wir zu dritt an Land gepaddelt (bzw. ich durfte paddeln und die anderen haben sich ziehen/ rumkutschieren lassen). Am Strand hat eine dritte Person auf uns gewartet und übernommen. Der Vierte blieb im Turm mit Hand am Funkgerät. Nachdem wir Decken gereicht haben, endete die Übung. Für die Aktion ernteten wir von unserer Wachleiterin ein Lob. Nach dem Mittag wurde mir die Ehre zuteil, bei 33°C eine Strandstreife machen zu dürfen. Für den Rückweg habe ich das Board gewählt, um mich zwischendurch abkühlen zu können. Danach haben wir beim Blutdruck messen allesamt durch das Wetter niedrige Werte gehabt. Nach Dienstschluss feierten wir den Geburtstag eines Kameraden.

Sonntag, 2. August

Der heutige Tag begann still und entspannt. Fast zu ruhig für einen sommerhaften Sonntag. Während meiner Streife füllte sich der Strand schnell. Neben den ordentlich angereihten Windschutz-Konstruktionen, die meist schon von 8 und 10 Uhr stets in der ersten Reihe aufgebaut werden, quetschen sich ab Mittag die Strandmuscheln. An solchen Tagen müssen wir oft Badegäste bitten, sich nicht direkt in unseren Dünendurchgang zu legen, damit wir im Notfall nicht über Strandmuscheln o.ä. Hindernislauf üben müssen. Am Nachmittag ging die erste Kindersuchmeldung ein. Ich begab mich mit einer Kameradin und der Beschreibung des kleinen Jungen auf die Suche am Strand. Etwa auf der Hälfte der Strecke kam uns die Streife vom Nachbarturm entgegen. Daraufhin hielt ich entlang der Promenade die Augen auf und nach etwa einer guten halben Stunde wurde der Kleine am Strand gefunden. Derweil hatte ich den Turm 1 erreicht und wollte gerade wieder den Rückweg antreten, als schon die nächste Suchmeldung einging. So ging ich zwar wieder zur Hauptwache, allerdings mit der Suche nach einem kleinen Mädchen beschäftigt. Glücklicherweise fand der Wachgänger, der den Jungen gefunden hat, auch das Mädchen. So gestaltete sich mein Nachmittag alles andere als langweilig. Umso mehr freute ich mich auf einen etwas ruhigeren Abend im Camp und das gemeinsame Kochen. Zudem konnten wir in einen Geburtstag reinfeiern.

Samstag, 1. August

Heute wäre mein regulärer Abreisetag gewesen. Zum Glück habe ich verlängert, sonst wäre mir Graalibu regnerisch in Erinnerung geblieben. Auch hätte ich eine ganze Menge neuer Leute nicht kennengelernt. Viele von ihnen treten ihren Wachdienst schon seit vielen Jahren immer in Graal-Müritz an. Sie sind schon ein eingespieltes Team mit Erfahrung. Ich erhoffe mir daher, noch einiges Interessantes hier zu lernen. Blutdruck messen wird bei mir bereits routinierter und genauer. Leider kann man andere Erste-Hilfe-Maßnahmen nicht so gut und oft üben (zum Beispiel Verbände anlegen,...). Nach dem Frühstück konnte ich in vollen Zügen die ersten Sonnenscheinphasen seit drei Tagen bei einem Wachgang genießen. Das Wasser war heute so klar wie noch nie seitdem ich hier bin. So kam tatsächlich ein wenig Mittelmeer-Feeling auf. Deshalb war ich an diesem Tag ziemlich faul, wie ich mir eingestehen musste. Ich habe mich viel mit anderen unterhalten, lustige Leute beobachtet und mich wenig bewegt. Wenigstens habe ich durch Zufall herausgefunden, dass am Abend ein Konzert am Warnemünder Strand stattfinden würde. Mit geballter Überredungskunst gelang es mir, mit der Gruppe nach Dienstschluss dorthin zu fahren. Und es hat sich wirklich gelohnt!

Donnerstag, 30. Juli

Schon in der Nacht konnte man hören, wie der Wind kräftiger wurde. Die Bäume ächzten und mit Sonnenaufgang fiel das gewohnte Vogelgezwitscher aus. Ersetzt wurde es vom durch die Türen und Fenster pfeifenden Wind. Mit Blick auf das Meer konnte ich für den heutigen Tag auf das Paddeln ganz gut verzichten. Immerhin habe ich mich zu einer Strandstreife überreden können. Die war auf dem Hinweg sogar recht angenehm, da mich der Wind förmlich zu Turm 1 trug. Mit Begleitung trat ich kurz darauf den Rückweg an und stellte schnell fest, dass der Wachgang einem Workout gleich kam. Zudem musste man sich entscheiden, ob man nahe am Wasser entlang lief und die Gischt abbekam oder, ob man näher an der Düne ein Sandpeeling genoss. Mir war die Gischt lieber. Besonders nach diesem abenteuerlichen Erlebnis habe ich mich entschlossen, meine Zeit am Graalibu-Beach um eine Woche zu verlängern. Hier gibt es schließlich noch genug Neues zu entdecken. Das Wetter brachte uns in eine perfekte Stimmung, um heute einen Filmabend im Camp zu veranstalten. So klang unser Abend gemütlich aus.

Mittwoch, 29. Juli

Über Nacht hat sich eine leichte Erkältung in meinen Körper geschlichen. So ließ ich das Training für den Vormittag bleiben und begab mich stattdessen auf eine Strandstreife. Auf dem Rückweg kamen wir in einen heftigen Regenschauer - nass bin ich also auch ohne Training geworden. Auf den Schauer folgten noch zwei stärkere Gewitter. Zwischendurch war die gelbe Flagge gesetzt. Bei Gewitter mussten dann die rote gehisst und die Begrenzungsflaggen abgezogen werden. Seit heute überlege ich, meine Zeit in Graal-Müritz zu verlängern. Zu sehr genieße ich es hier, als dass ich die restliche Ferienzeit daheim verbringen möchte. Um trotzdem ein wenig Sport zu treiben, habe ich ein paar Leute animiert, mit in das Schwimmbad oder die Sauna zu kommen. Das wellenlose Schwimmbecken tat mir unsagbar gut. Zum Abendbrot gab es selbstgemachte Pizza mit allem Drum und Dran.

Dienstag, 28. Juli

Mit den Dresdnern, die für die nächsten Tage am Graalibu-Beach trainieren wollen, kommt neuer Schwung in den Turm. Zur Vormittagseinheit durften zwei Kameraden und ich mit den Sportlern trainieren. Nach dem Aufwärmen am Strand sind wir eine gute Stunde mit verschiedenen Aufgaben durch die Wellen geschwommen. Zum krönenden Abschluss wurde ich als Opfer in einer Rettungsübung aus dem Meer getragen. Kurz darauf zog ein Unwetter über den Strand, weshalb wir die rote Flagge setzen mussten. Den Nachmittag verbrachten wir alle im warmen Turm. Bei Kaffee und Kuchen behielten wir die vereinzelten, in ihre Regenjacken vermummten Strandläufer im Auge. Als Gesprächsstoff diente die Wahl der Nominierten für die JEM - mit dem Ergebnis, dass ich eine Runde auszugeben hatte! Nebenbei haben wir die Zutaten für das heutige Abendessen geschnippelt. Es gab Chili Con Carne in selbstgemachten Tortillas und Eierkuchen mit griechischem Joghurt, Cookiekrümeln und Ahornsirup. Klingt lecker, war es auch. Um die unnötigen Kalorien wieder abzutrainieren, sprangen wir eine Runde zur Erwärmung auf dem Trampolin. Danach haben wir im Dunkeln "Beach Flags" gespielt und noch kurz bei der "Muschelparty" nach dem Rechten geschaut.

Montag, 27. Juli

Nach dem gestrigen Sturm hat mich der Blick auf das Meer an diesem Morgen überrascht: ganz geglättet, ohne jegliche Welle, der völlige Gegensatz zu gestern. Selbst vom Wind war nichts zu merken. Ein wunderbares Wetter für eine längere Tour. Also bin ich heute zum Turm 9 gepaddelt - diesmal ohne mich auf dem Rückweg vom Boot ziehen zu lassen. Als Belohnung winkten ein Fischbrötchen und leckerer selbstgemachter Kuchen. Am späten Nachmittag habe ich noch einmal wegen weit rausschwimmenden Badegästen eine Runde gedreht. Ansonsten genoss ich völlig entspannt vom "Adlerhorst" aus den Blick auf das rege Treiben am und im Wasser. Hinter dem Turm bescherten uns Musiker Unterhaltung und Abwechslung. Am Abend wollen wir in großer Runde chinesisch Essen gehen.

Sonntag, 26. Juli

Über Nacht kam der Sturm und blieb den ganzen Tag. Die Begrenzungsbojen wurden von der Kraft der Wellen verschoben und die Seebrücke betrat man lieber nun mit Regenjacke - wenn möglich im Windschatten eines Vorausgehenden :) Viele wichtige und neue Erfahrungen konnte ich an diesem Tag sammeln - vor allem am Nachmittag, als wir die Buhnenrettung geprobt haben. Bei bis zu zwei Meter hohen Wellen gar nicht so einfach und ungefährlich. Danach habe ich mit einem Kameraden versucht, mit dem Rettungsboard bis hinter die Buhnen zu gelangen. Mit viel Elan bin ich über die ersten paar hohen, brechenden Wellen hinüber gekommen. Dann hatte ich mein Board allerdings nicht rechtzeitig frontal gegen die nächste Welle gerichtet, sodass ich vom Board gerissen und Richtung Boden gedrückt wurde. Danach war ich leicht eingeschüchtert, weshalb ich mit dem Kameraden zunächst unter die Wellen ohne Board durchgetaucht bin, um mich erst einmal daran zu gewöhnen. Das hat wieder gut funktioniert. Nach der Übung habe ich einen Tee getrunken, mich aufgewärmt und die Windstille im Turm genossen. Am Abend haben wir der netten Verkäuferin vom Frozen Joghurt-Laden einen Besuch abgestattet.

Samstag, 25. Juli

Jeden Samstag trifft sich die Ortsgruppe von Graal-Müritz am Morgen zum Training. Auch die Wachgänger durften heute mitmachen. So kamen genug Leute zusammen, die das Meer eine gute Stunde in DLRG-Farben tauchten. Nach einer Tasse Tee zum Aufwärmen bin ich mit einem Kameraden zum Turm 9 gefahren, um dort insgesamt zu Viert für die Sicherheit am Strand zu sorgen. Ganz so voll war es allerdings nicht. Die meisten hatten wohl schon von der Sturmwarnung ab dem Nachmittag gehört. Die Stunden vergingen ruhig und entspannt. Das Vormittagstraining hat mich so ausgepowert, dass ich mir heute Nachmittag nur eine kleine Runde mit dem Board gegönnt und dafür umso mehr Gebäck gegessen habe. Das braucht der Körper auch mal. Da heute sechs neue Wachgänger angekommen sind, wird nach Dienstschluss gegrillt und sich kennengelernt.

Freitag, 24. Juli

Heute war der Strand trotz Bewölkung schon früh gut gefüllt. Anscheinend wussten alle, dass ab kurz nach 11 Uhr strahlender Sonnenschein angesagt war. So konnte man auch bei Wind und vergleichsweise kühlen 18° C auf der Terrasse sitzen und von dort aus den Strand überwachen. Gepaddelt sind wir heute gleich zu dritt - um die Seebrücke Richtung Turm 1. Es macht Spaß, immer wieder jemand anderen zu animieren, sich mit mir zu bewegen. So kommt hier auch niemals Langeweile auf. Am Abend gehen wir in Rostock ins Kino.

Donnerstag, 23. Juli

Die ersten zwei Stunden habe ich heute auf Turm 9 verbracht. Dort habe ich auch gleich eine Schnittwunde am Fuß behandelt und mehrfach Auskunft über die Bedeutung der Flaggen geben. Zum Glück kommen morgen Flyer zur Aufklärung über Gefahren im und am Meer sowie über die Bedeutung der Flaggen mit der Post bei uns an :) Zum Trainieren bin ich anschließend zurück zur Hauptwache gefahren. Mit den Wellen konnte ich heute sehr gut spielen ;) Um den Kuchen wieder abzutrainieren, sind ein Kamerad und ich am Nachmittag den Strand entlang gejoggt. Nach Dienstschluss sind wir ins Schwimmbad und in die Sauna gegangen.

Mittwoch, 22. Juli

Als wir am Morgen unseren Dienst antraten, begrüßte uns der Sonnenschein. Nach einigen Routineaufgaben (Funkgeräte einschalten, anmelden, Flaggen hissen, Dienstbuch eintragen, Kaffee kochen,...) habe ich mich entschlossen, heute eine etwas längere Tour mit dem Board zu paddeln - eine ruhige See muss man schließlich ausnutzen :) Also habe ich dem Turm 1 einen Besuch abgestattet, dort Mittag gegessen und wurde anschließend vom Boot wieder zur Hauptwache gezogen. Dort habe ich den Nachmittag über auf der Terrasse den vollen Strand im Auge behalten. Gegen 16 Uhr sind wir zu zweit zu einem Wachgang aufgebrochen. Nach Dienstschluss haben wir noch gemeinsam an der Hauptwache gegrillt.

Dienstag, 21. Juli

So langsam schleicht sich gewisse Routine in meinen Tagesablauf ein. Nach einem ausgiebigen Frühstück habe ich mich auf meine Tour begeben. Als ich zurückkam, wurde mir von besorgten Badegästen berichtet, die sich um jemanden auf einer bereits weit vom Strand entfernten "Luftmatratze" sorgten. Er sei schon so weit abgetrieben, dass er es womöglich nicht mehr aus eigener Kraft zurück ans Ufer schaffen könnte. Den restlichen Tag beschäftigte mich die Frage, wie hilflos ich wohl vom Ufer ausgesehen haben muss. :D Deshalb beschloss ich, es für diesen Tag mit dem Paddeln zu lassen und widmete mich am Nachmittag einem Workout auf der Terrasse. Zur Abkühlung gab es eine Buhnenrettungsübung - eine sehr interessante Erfahrung. Nach Dienstschluss sind wir essen gegangen.

Montag, 20. Juli

Unachtsame und unwissende Eltern haben uns heute mehrmals dazu veranlasst, Kinder vor den Buhnen und ihren Gefahren zu warnen. Viele sind auf muschelbewachsene Buhnen geklettert oder fast von einer Welle an die Buhnen gedrückt und von der dort herrschenden Strömung hinaus gezogen worden. Die angesprochenen Badegäste hörten immerhin interessiert und verständnisvoll zu. Auch mit älteren Badegästen kam ich heute oft ins Gespräch. Wirklich sehr amüsant, wenn Urlauber ihre Geschichten zum Besten geben. :) Zwischendurch konnte ich auf meiner Board-Tour entspannen, mich auspowern und zufrieden aus dem Wasser gehen. Den Abend haben wir in netter Runde auf dem Turm ausklingen lassen. Gegen 21 Uhr füllte sich die Seebrücke mit Kurgästen, die sich den Sonnenuntergang anschauen wollten. Heute wurden sie besonders belohnt.

Sonntag, 19. Juli

Von heute an werde ich vorwiegend auf der Hauptwache meinen Dienst verrichten, da wir doch gemerkt haben, dass es sich so besser mit dem Training verbinden lässt. Schließlich liegt das Material hier im Bootsschuppen. Bevor der Strand beim heutigen Dauersonnenschein zu voll wurde, bin ich eine Runde gepaddelt. Ab Mittag wurde es teilweise mühsam, einen Überblick am Strand zu behalten, da wirklich viele Menschen das gute Wetter am Meer zu genossen. Leider mussten wir uns schon von den ersten netten Bekanntschaften verabschieden. Aber immerhin kommen dafür neue Leute an. Langweilig wird es also nicht. Nach zwei Tagen beim Seebrückenfest, ließen wir den heutigen Abend ruhig im Camp ausklingen.

Samstag, 18. Juli

Auch heute habe ich meinen Dienst an Turm 9 begonnen. Nachdem mir das Material zum Trainieren geliefert wurde, durfte ich nach dem Mittag zur Hauptwache fahren. Zusammen mit einem Kameraden sind wir mit Board und Ski auf ziemlich welliger See losgepaddelt. Nach den ersten 200 Metern kam schon die Bitte, dass ich doch den Ski fahren sollte. Ohne Bedenken haben wir also das Material getauscht. Nach wenigen Metern erkannte ich dann, warum der Kamerad auf das Board wollte. Und nach weiteren 100 Metern lag ich auch schon im Wasser... Noch nie bin ich einen so wackeligen Ski gefahren! Ich hatte somit gleich eine Herausforderung für die kommenden zwei Wochen. Während des Festes am Abend mit Konzert kam eine tolle Stimmung auf und ich habe einige interessante Leute kennengerlernt.

Freitag, 17. Juli

Was ist das Erste, das man zu Beginn seines Dienstantritts macht? Man versucht, sich unzählige neue Namen merken und jeden erst einmal kennenzulernen. Mir macht das immer wieder Spaß und die Zeit vergeht dadurch wie im Flug. Auch die Umgebung und den Strand habe ich mir bei einem Wachgang angeschaut, um einen Überblick zu bekommen. Eingeteilt war ich mit zwei Kameraden auf Turm 9. Sehr überrascht war ich, als ich vom Wachgang an der Hauptwache ankam und dort reger Betrieb herrschte. Grund dafür war das Seebrückenfest, das auch an den nächsten drei Abenden direkt auf dem Platz hinter der Wache gefeiert wurde - mit DJ, Live-Acts, Tanzeinlagen und Feuerwerk. Bei gewissen Vorbereitungen bot die DLRG dafür Hilfe an und wurde damit belohnt, dass das Eröffnungsfeuerwerk direkt am Turm stattfand und wir von der Terrasse aus einen exklusiven Blick genießen konnten. Der Tag war ein wunderbarer Einstieg für meine zweieinhalbwöchige Zeit am Graal-Müritzer Strand.