Merle Hinrichs

ist Nachwuchshoffnung im Rettungssport. Im Sommer 2014 verbrachte sie drei Wochen im Wasserrettungsdienst Küste in Scharbeutz. Hier schrieb sie täglich über ihre Erfahrungen im Wachdienst und wie sie darin das Freigewässer-Training eingebunden hatte.


Hintergrund

Mein Name ist Merle, ich mache seit 2009 Rettungssport in der DLRG. Seit 2011 starte ich für die Ortsgruppe Celle. 2013 konnte ich mich für den Nachwuchs-Bundeskader qualifizieren, weshalb ich dieses Jahr an mehreren Trainingslagern teilnehmen und sogar die deutschen Farben bei einem Länderwettkampf in Schweden tragen durfte. Seit dem 7. August bin ich zum ersten Mal für mehrere Wochen im Wasserrettungsdienst in Scharbeutz an der Ostsee. Hier leiste ich ganz normal meinen Wachdienst und nutze zugleich die Möglichkeit, mich in den Freigewässer-Disziplinen zu verbessern. Mein besonderer Dank gilt unserem Wachleiter, Peter Franz, der dieses kleine Projekt möglich macht und der Firma Wetiz, die mir dafür ein Rescue-Board zur Verfügung gestellt hat.


So war's für mich

Nachdem ich gestern nach Hause gefahren bin, kann ich nur sagen, dass die vier Wochen in Scharbeutz eine tolle Zeit waren. Ich habe viele nette Leute kennengelernt, die alle in unterschiedlichen Bereichen der DLRG tätig sind. Der Wachdienst an der Küste ist eine neue Erfahrung für mich (ich hatte bisher nur im Freibad Aufsicht gemacht), die sich auf jeden Fall gelohnt hat. Aus diesen vier Wochen kann ich viele Dinge für mich selbst mitnehmen, die ich von den Anderen gelernt habe. Ich weiß jetzt auch, welche Ausbildungen ich in der DLRG noch machen möchte, wie die Fachausbildung WRD oder einen Bootsführerschein. Das Training hat auch was gebracht, da ich meine Ausdauer über vier Wochen gut trainieren konnte - mit Board und Ski, wie auch beim Schwimmen. Beim Training war das Problem, dass mein Ski nicht in den Turm bzw. am Strand gelagert werden konnte und dann, wenn ich ihn nutzen wollte, immer zum Strand morgens gebracht und abends wieder abgeholt werden musste. Leider hatte ich auch nicht die gewünschten Wellen, um das Fahren bei Welle für die WM in Frankreich zu trainieren. Sonst kann ich die Zeit in Scharbeutz nur weiterempfehlen, da es für einen Rettungssportler, der nichts anderes macht außer den Sport, eine ganz neue Erfahrung ist und es sich lohnt den Wachdienst mit dem Training zu kombinieren. Zudem würde ich empfehlen, zu zweit bzw. zu dritt nach Scharbeutz zu fahren, da das Training zu dann noch effektiver sein kann und man jemanden hat, der einen verbessert. Ich, persönlich kann mich nur bei allen bedanken, die dieses kleine Projekt unterstützten und mir die Möglichkeit gaben, am Strand von Scharbeutz trainieren zu können. Ich kann jetzt schon sagen, dass ich nächstes Jahr auf jeden Fall nochmal nach Scharbeutz fahren werde.

Montag, 1. September

An meinem letzten Wachtag durfte ich Bootsgast sein. Zunächst haben wir das schnelle Rausfahren zur Badezonenbegrenzung geübt. Bootsführer und Bootsgast mussten Helm und Prallschutzweste im Laufen anziehen und dann mit dem Boot um die letzte Boje der Badezonenbegrenzung fahren und möglichst schnell zurück. Danach bin ich mit dem ersten Bootsführer zu unserem Turm gefahren. Ich durfte auch fahren und üben, wie man ein Mann-über-Bord-Manöver absolviert. Auf dem Weg zurück zur Slipanlage hatten wir Wellengang und strömenden Regen. Es hat sehr viel Spaß gemacht, das Boot an der Badezone entlang zu fahren. Den Abend haben wir dann den Abschied von zwei Mädels und mir gefeiert, da unsere Zeit in Scharbeutz morgen zu Ende ist.

Sonntag, 31. August

Heute wurden nur wenige Türme in unserem Wachgebiet besetzt, da das Wetter sehr schlecht war. Gegen Mittag begann es dann ununterbrochen zu regnen. Es waren auch keine Menschen am Strand, sodass wir schon um 17 Uhr unsere Türme aufklaren mussten. Am Abend waren wir noch zu dritt am Strand und sind die Promenade entlang gegangen.

Samstag, 30. August

Früh am Morgen, um 5 Uhr, ging es heute für mich nach Eckernförde. Dort fanden der Lifesaving Cup und Youngstar Cup statt. Es war ein erfolgreicher Tag mit drei Medaillen für die Damenmannschaft und einer Medaille für die Herrenmannschaft. Es war ein toller Tag mit meinem Team, jedoch waren die Quallen extrem viele, weshalb das Schwimmen durch das Board fahren ersetzt wurde. Die Taplin, also die Oceanwoman Staffel, konnten wir sogar für uns gewinnen. Am Abend haben wir dann den Abschied von unserem Bufdi Hajo gefeiert.

Freitag, 29. August

Heute begann der Tag sehr bewölkt. Bei der Dienstbesprechung habe ich erfahren, dass ich heute frei habe. Ich bin dann zur Hauptwache gefahren und habe dort noch ein paar Starts gemacht mit dem Board für den Wettkampf morgen in Eckernförde. Wieder zurück in der Unterkunft habe ich noch ein paar Übungen mit dem Theraband und ein paar Stabi-Übungen gemacht. Zudem habe ich die Zeit genutzt, um ein bisschen was für die Schule zu machen. Danach habe ich mich für ein paar Stunden in meinem Bett entspannt: lesen, schlafen, Musik hören. Am Abend musste ich mich dann von vielen neu gewonnenen Freunden verabschieden, die morgen nachhause fahren. Wir haben den Abend gemeinsam in Grömitz beim Feuerwerk verbracht.

Donnerstag, 28. August

Ich hatte heute extrem tolle Bedingungen, um meine Ausdauer zu trainieren. Sonne, nicht zu warm und kaum Welle. Es ist wirklich herrlich hier Leute. Meine Wachleiter schaffen mir optimale Voraussetzungen für erfolgreiche Trainingstage. Jetzt genieße ich erst einmal meine Regenerationsphase.