Von Lagerfeuer bis Funkrallye Mit Janne bekommt das Publikum einen Einblick in den Ret- tungssport und die Wettkampfkultur, und außerdem – was uns als DLRG-Jugend ganz wichtig ist – in unsere Kinder- und Ju- gendverbandsarbeit. So ist Janne nicht nur bei den Schleswig- Holsteinischen Landesmeisterschaften in Norderstedt, sondern auch beim Baywatch-Camp in Prerow zu sehen. Dass er überhaupt der Protagonist der Ortsgruppe Husum wur- de, habe das Los entschieden. Zunächst habe er sich sehr über die Zusage gefreut, und dann galt es aber auch schon recht bald, vor der Kamera zu bestehen. »Erst habe ich mich mehr auf die Kamera konzentriert«, meint er. Und was ab da geholfen hat: das Produktionsteam. »Die waren nicht so kamerateam- mäßig, die haben sich richtig in mich hineinversetzt«, berichtet Janne. Irgendwann haben ihn die Kameras gar nicht mehr ge- stört. Auch Janne selbst wird in Prerow gesehen. Denn so ein Produktionsteam mit großen Kameras, die teilweise sogar unter Wasser funktionieren, erregt ganz schön viel Aufmerksamkeit, erinnert er sich. Für den DLRG Vibe ist es doch gar nicht mal schlecht, wenn man dabei für die Serie mit Köpper vom IRB springen kann, finden wir. Janne ist nun um zahlreiche Eindrücke reicher – allein schon, was die Ostsee angeht: für einen geborenen Husumer ein ver- gleichsweise zahmer Pool (jedoch: »Mehr Quallen!«). Im Bay- watch-Camp in Prerow wird das Maximum aus der Nähe zur Ostsee herausgeholt. Hier werden Kerninhalte der DLRG sowie die Gemeinschaft junger Menschen in den Vordergrund gestellt – vom Lagerfeuer bis zur Funkrallye ist alles dabei. Schwimmen lernen in der Ostsee Johanna mag eigentlich aus Bielefeld sein (was dem Bielefelder Autor dieses Textes wichtig ist, zu erwähnen. Ja, Bielefeld gibt es.), aber ihre Schwimmkurse gibt sie nicht im Schwimmbad, sondern in der Ostsee (zugegeben: ein heftiges Upgrade). Vier Seepferdchen konnte sie den fünf bis zwölfjährigen Schwimmanfänger*innen in der ersten der beiden Wochen, in denen sie da war, ausstellen. In der zweiten Woche hätten ei- nige Kinder sogar noch ein zweites Abzeichen »drangehangen«. Und das alles eben unter ganz anderen Bedingungen als im heimischen Schwimmbad: »Die fitten Kids schwimmen bis zur Boje und auch wieder zurück – und der Drei-Meter-Sprung für das Silberabzeichen wird von der Seebrücke gemacht«, erinnert sich Johanna an ihr Engagement am Prerower Weststrand. Der Weg bis zur Boje sind 200 Meter. Besonders wichtig: Johanna hat riesige Freude an der Arbeit mit den Kindern (und am Mar- morkuchen ihrer total stolzen Uroma – mehr davon in der Serie). Rettungsschwimmen an der Küste Ann-Berit und Lia sind in der Serie die Gesichter des ZWRD-K. Die Protagonist*innen- und die Sidekick-Rolle wurden erst ein- mal vom Fernsehen bestimmt, aber beide fühlten sich damit ganz wohl. »Ich wär manchmal lieber Lia gewesen«, meint Ann- Berit sogar. Das ist ihr nicht zu verübeln, denn – wir erinnern uns an das oben erwähnte, landläufige Bild von Rettungs- schwimmer*innen – Ann-Berit hatte auch richtig zu tun und das Produktionsteam hat Ann-Berit ordentlich auf die Probe gestellt. »Da geht jemand unter. Du musst da jetzt hin«, erinnert sich Ann-Berit an die kurzen Sätze der (eingeweihten) Wachführung. Im Anschluss an eine Ret- tung nach allen Regeln der Lebensrettungskunst zeigt Ann-Berit weit über sich: »Mein Adrenalinspie- gel war so hoch.« Die zum Glück gestellte Situation war bis zuletzt schwer zu durchschauen. »Ich war so kurz davor, zu denen hinzugehen und zu fragen: Sagt mal, seid ihr eigentlich bescheuert? Nehmt eure Kamera da weg!«, erzählt Ann-Berit. Die Situation mag nicht echt gewesen sein, Ann-Berits Puls und die Bilder aber sind echt. Hut ab! Adrian macht sein Rettungsschwimmabzeichen Silber, kann aber für unser Empfinden noch weitere Kästchen in den Pass malen und abhaken: Das zu dem Zeitpunkt vergleichsweise kalte Wasser der Ostsee und das Filmen aus mehreren Winkeln dürften den Schwierigkeitsgrad erhöht haben. Adrian nimmt das trotzdem alles ziemlich cool: »Mir hat das richtig Spaß gemacht, auch hinter der Kamera. Und ich fand’s toll, dass sie sich auch für mein politisches Ehrenamt interessiert haben«, erzählt Ad- rian und hofft, dass man das auch in der Serie sieht. Das Schwierigste sei die kombinierte Übung, meint er. »Bei massi- vem Wellengang und den niedrigsten Temperaturen der ganzen Woche«. Das Beste? »Dass ich mich nicht verstellen musste.« Ehrenamt mit Herzblut »#ehrensache – Die DLRG-Jugend«, so heißt einer der bislang umfangreichsten Versuche, der DLRG-Jugend und der DLRG im Serienformat gerecht zu werden – und das Engagement der jungen Menschen im Verband zu zeigen. Die ausdrucksstarken Protagonist*innen, die es zu finden galt, standen jedenfalls mo- natelang vor der Kamera. »Ich finde den Vorwurf der Handy- generation schade«, sagt Ann-Berit, und zeigt, »es ist ja auch Herzblut, was man ins Ehrenamt steckt. Ich möchte eine Moti- vation und Stütze sein, auch für alle anderen, die was machen und keine Anerkennung erfahren.« Lia ergänzt: »Dass das was ›Gemeinwohliges‹ ist, das darf ruhig rüberkommen.« Es gibt also viel zu sehen. Man könnte ja auch eine Watchparty draus machen. »Auf jeden Fall gibt es die«, meint Ann-Berit. Und so setzen wir uns zusammen. Ehrensache. Zur Serie machen wir ein Gewinnspiel. Alle Infos dazu sowie zur Serie findest du unter dlrg-jugend.de/ehrensache. Jonathan Heeger < Janne nimmt in der Serie unter anderem am Baywatch-Camp in Prerow teil. dlrg-jugend 21