Helfer vor Ort - wenige Sekunden entscheiden über Leben oder Tod...

Auch wenn wir in Deutschland durch den hoch qualifizierten Rettungsdienst so gut geschützt sind wie in kaum einem anderen Land, so kann es vorkommen, dass es zu Engpässen in der Notfallversorgung kommt. Was tun, wenn bei Rettungsleitstellen innerhalb kürzester Zeit mehr Notrufe eingehen als Einsatzwagen verfügbar sind? Jede Minute, die ein Verletzter oder Schwerkranker auf den Notarzt warten muss, kann über Leben und Tod entscheiden.

In solchen Fällen springen ehrenamtliche Organisationen wie die DLRG ein, die sogenannten First Responder oder Helfer vor Ort. Die ausgebildeten Helfer fahren zum Notfall und ergreifen dort lebensrettende Maßnahmen bis die Kollegen mit dem Rettungswagen eintreffen.

Durch ihre schnelle Hilfe konnte schon so manches Leben gerettet werden.

So helfen die First Responder der DLRG in Notfällen

  • Alle First Responder oder Helfer vor Ort verfügen über eine Sanitätsausbildung und werden speziell geschult

  • Die First Responder überbrücken die Zeit zwischen dem Notfall und dem Eintreffen der Rettungskräfte und ergreifen qualifizierte Sofortmaßnahmen an der verletzten oder erkrankten Person

  • Sie berichten der Einsatzleitung über den Unfallort und den Zustand der Opfer und erleichtern diesen damit die weitere Planung und Vorbereitung des Einsatzes

  • Sie unterstützen die Rettungskräfte bei ihrer Arbeit

Die benötigten Materialien zu besorgen ist ein echter Kraftakt für uns!

 

Kleidung, Fahrzeug, Kraftstoffe und sämtliche Einsatzmaterialien können nur mit Unterstützung von Spendengeldern finanziert werden.

Es gibt keine staatlichen Zuschüsse und die Einsätze können auch nicht mit den Krankenkassen abgerechnet werden.

Zudem arbeiten alle unsere Helfer ehrenamtlich und bekommen weder Bezahlung, noch eine Aufwandsentschädigung für ihren Einsatz.

Bitte füllen Sie unseren Notfallrucksack und machen Sie uns einsatzbereit

Bitte füllen Sie unseren Notfallrucksack und machen uns einsatzbereit


Einsatz in Quakenbrück: Unser Freund lag regungslos am Boden...

Christian Meinecke ist seit mehreren Jahren bei den First Respondern der DLRG Quakenbrück aktiv. Unter ihren zahlreichen Einsätzen ist einer, an den er sich besonders erinnert:

"An einem Sonntag vor etwa zwei Jahren wurde ich von der Rettungsleitstelle per Handy über einen Notfall alarmiert. An diesem Tag sind in der Leitstelle mehr Notrufe eingegangen als Rettungswagen verfügbar waren. Also wurden wir benachrichtigt.

Als ich den Text las, stellte ich sofort fest, dass ich die betroffene Person kannte. Es war Heiner Hiltermann, wir sind seit 26 Jahren befreundet.

Eilig zog ich meine Einsatzkleidung an, lief zu unserem Einsatzfahrzeug und fuhr los. Unterwegs erfuhr ich von der Leitzentrale, dass mein Kollege Steffen Weißmüller – ebenfalls im First Responder Team – direkt zum Einsatzort kommen würde.

Nach nur wenigen Minuten erreichten Steffen und ich gleichzeitig das Haus des Patienten. Sofort eilten wir zu ihm und fanden ihn regungslos auf dem Boden. Wir untersuchten ihn und stellten fest, dass er nur schwach atmete. Kurz darauf bekam er einen Herz-Kreislauf-Stillstand und wir begannen unverzüglich mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung. In dem Moment haben wir einfach nur funktioniert und unsere Arbeit gemacht und komplett ausgeblendet, wer da vor uns lag. Sonst kann man nicht professionell arbeiten.

Als Heiners Herz wieder anfing zu schlagen, atmeten wir erleichtert auf. Das war wirklich knapp! Als der Krankenwagen eintraf, konnten wir einen stabilisierten Patienten an den Notarzt übergeben.

Wenige Tage später besuchte ich Heiner im Krankenhaus und er begrüßte mich mit den Worten: „Da ist ja mein Lebensretter!“ In solchen Momenten bekomme ich Gänsehaut und dann weiß ich genau, wofür ich die vielen ehrenamtlichen Stunden für Schulungen, Übungen und Einsätze leiste."

Heiner Hiltermann mit seinen rot-gelben Lebensrettern:

 

„Ich stehe eigentlich überhaupt nicht gern im Mittelpunkt, aber ich möchte meinen beiden Kameraden unbedingt noch einmal für ihren schnellen Einsatz danken.

Die Jungs haben mir das Leben gerettet!

Was die DLRG-Retter Tag und Nacht ehrenamtlich leisten, verdient allergrößten Respekt!“

>> Und hier gibt es die ganze Geschichte als Film


Hand aufs Herz: Wissen Sie eigentlich, was im Notfall zu tun ist?