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Vollständige Liste der Ansprechpartner der DLRG e.V. findest du hier .
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Bad Nenndorf. Rund 1,8 Millionen Deutsche engagieren sich ehrenamtlich im Bevölkerungsschutz. Doch wie viele stehen im Ernstfall tatsächlich zur Verfügung? Ein zentrales Helferregister soll hierüber Klarheit verschaffen – so ein möglicher und immer wieder geforderter Lösungsansatz. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) bewertet diesen Ansatz kritisch. Ein solches Register bringt keinen praktischen Mehrwert für die Einsatzfähigkeit der Helfenden, verursacht jedoch erhebliche bürokratische Belastungen und birgt im Ernstfall sicherheitspolitische Risiken.
Hintergrund der Diskussion ist die Annahme, dass sich viele Ehrenamtliche in mehreren Organisationen engagieren oder beruflich in sicherheitsrelevanten Bereichen tätig sind. Ein Register soll diese „Doppelverplanungen“ erfassen. Dieser Ansatz greift jedoch nach Einschätzung der DLRG zu kurz. Die reine Erfassung von den Helferzahlen sagt nichts darüber aus, ob im Ernstfall ausreichend qualifizierte Einsatzkräfte tatsächlich verfügbar sind. Auch für den operativen Einsatz würde ein Register keine Veränderungen bringen, da Leitstellen bereits nach bewährten Verfahren jeweils geeignete Einheiten alarmieren. Dieses System funktioniert lageabhängig und flexibel. Ein zusätzliches Register würde nichts daran verbessern.
Mehr Aufwand als Nutzen
Zudem betrachtet die DLRG den dadurch entstehenden Bürokratieaufwand als unzumutbar, da solch ein Register dauerhaft gepflegt und aktualisiert werden müsste. Auch ist fraglich, wie kleinteilig die Verfügbarkeit von Einsatzkräften abgebildet werden soll und ob auch Aspekte wie Urlaub, Krankheit und diverse andere Lebensumstände mit einfließen sollen. Das würde nicht nur Behörden, sondern auch die ehrenamtlichen Strukturen der Hilfsorganisationen zusätzlich erheblich belasten. Somit würden Ressourcen, die an anderer Stelle im Bevölkerungsschutz dringend benötigt werden, verloren gehen.
Hinzu kommen sicherheitspolitische Aspekte: Eine zentrale Personaldatenbank mit Informationen über die regionale Verfügbarkeit von Einsatzkräften könnte im Krisenfall sensible Schwachstellen sichtbar machen und damit auch für feindliche Staaten von Interesse sein. Ein nachhaltiger Bevölkerungsschutz sollte seine Einsatzfähigkeit nicht selbst infrage stellen und durch eine zu große Transparenz unnötig angreifbar machen.
Bevölkerungsschutz konkret verbessern statt verwalten
Ehrenamtliche, die sich in verschiedenen Organisationen engagieren oder aus sicherheitsrelevanten Berufen kommen, bringen wertvolles Wissen ein und stärken den Bevölkerungsschutz insgesamt. Die DLRG sieht dies nicht als Nachteil. Diese Vielfalt erhöht die Flexibilität des Systems und verbessert die Zusammenarbeit über die Grenzen einzelner Organisationen hinweg.
Die DLRG spricht sich daher gegen die Einführung eines Helferregisters aus. Statt neuer bürokratischer Mehraufwände braucht es Maßnahmen, die den Bevölkerungsschutz stärken und das Ehrenamt unterstützen.
Über die DLRG
Die DLRG als private Wasserrettungsorganisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren. Hierfür klären ihre ehrenamtlich Aktiven über Wassergefahren auf, bringen Menschen das Schwimmen bei und bilden sie im Rettungsschwimmen aus. Zudem wachen fast 55.000 Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer jährlich 2,6 Millionen Stunden über die Sicherheit von Badegästen und Wassersportlern. Sie engagieren sich darüber hinaus in der örtlichen Gefahrenabwehr und bilden Einheiten der rund 80 DLRG Wasserrettungszüge für den Bevölkerungs- und Katastrophenschutz. Die DLRG zählt derzeit knapp 630.000 Mitglieder. Mehr als 1,3 Millionen Förderinnen und Förderer unterstützen die lebensrettende Arbeit mit Spenden. Schirmherr ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Pressekontakt:
Martin Holzhause
Leiter DLRG Pressestelle
Telefon: 05723 955 442
Mobil: 0162 175 12 04
E-Mail: presse@dlrg.de
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