Kontakt

Nimm Kontakt auf

Vollständige Liste der Ansprechpartner der DLRG findest du hier.

Chat-Icon

Chatten

Hier treffen sich DLRG-Mitglieder und Interessierte aus ganz Deutschland.

Kontakt-Icon

Kontakt

Schreib uns eine E-Mail mit Fragen, Kommentaren oder Feedback.

Newsletter-Icon

Newsletter

Melde dich zu unserem Newsletter an!

Häufig gestellte Fragen

Auf dieser Seite finden Sie eine Sammlung von häufig gestellten Fragen zur Strömungsrettung.

1. Was ist ein Strömungsretter?

Angelehnt an den amerikanischen SRT, den Swiftwater Rescue Technician, ist der DLRG Strömungsretter (SR) ein auf stark strömende Gewässer, Wildwasser und Hochwasser spezialisierter Wasserretter. Seit Anfang 2017 gibt es für diese Einsatzkräfte eine eigenständige Prüfungsordnung (PO10), die den Ausbildungsgang der Strömungsretter regelt.

2. Wie sieht die spezielle Ausrüstung für einen Strömungsretter aus?

Als persönliche Schutzausstattung (PSA) werden Neoprenanzug (Kälte- und Verletzungsschutz), spezielle Schwimmweste (Wildwasserweste mit Panikverschluss), Helm (mit Strömungsschlitzen), Kappmesser, Handschuhe, festes Schuhwerk (Neoprenstiefel mit fester Sohle) und persönlicher Wurfsack definiert.

3. Warum muss die Schwimmweste einen Panikverschluss haben?

In strömenden Gewässern darf NIEMALS eine feste Leinenverbindung des schwimmenden Retters mit dem Ufer bestehen, da die Gefahr des Unterspülens und somit Lebensgefahr besteht. Ein Springer wird immer mit einem Karabiner im Rettungsgurt der Weste eingehängt, der im Notfall über einen so genannten „Panikverschluss“ vom Schwimmer geöffnet werden kann. Auch kann die Weste sich an Hindernissen verhaken und so ein Lösen mittels Panikverschluss erfordern.

4. Was ist eigentlich Swiftwater?

Direkt übersetzt heißt es „schnelles Wasser“.

Aber wie definiert man schnell? Wann setzt man Strömungsretter ein?

Der amerikanische Standard NFPA 1670 definiert Swiftwater als bewegtes Wasser mit einer Strömungsgeschwindigkeit von mehr als einem Knoten (= 1,85 km/h). Da normale Flüsse und Wasserstraßen in Mitteldeutschland mit ca. drei bis acht Stundenkilometer fließen, können alle Fließgewässer als Swiftwater definiert werden. Die nächste Stufe ist das „Whitewater“ – das eigentliche Wildwasser, in dem extreme Strömungsverhältnisse vorherrschen.

 

5. Bei welchen Einsatzarten in Deutschland braucht man überhaupt Strömungsretter?

Das mögliche Aufgabenspektrum eines DLRG-Strömungsretters definiert letztendlich auch die notwendige Ausbildung und Ausrüstung:

  • Rettung von Menschen in Not aus schnell fließenden Gewässern (Flussrettung, Wildwasser, Hochwasser) im Rahmen von Einsätzen der Schnellen Einsatzgruppen, im Katastrophenschutz (KatS) oder in Kombination mit der Luftrettung.
  • Mitarbeit bei der Evakuierung und Rettung aus schlecht zugänglichen Überschwemmungsgebieten (wo ein Einsatz mit Hubschrauber z. B. nicht möglich und mit dem Boot zu gefährlich ist). Hier muss verstärkt mit technischen Hilfsmitteln (Greifzügen, Seilbrücken) – auch in Zusammenarbeit mit THW/Feuerwehr – gearbeitet werden.
  • Absicherung von technischen Einheiten bei z. B. Deich- oder Dammsicherungsmaßnahmen. Stichwort: Wer rettet einen Helfer aus reißender Strömung?
  • Sucheinsätze an und in Fließgewässern inkl. Absicherung der Einsatztaucher
  • Absicherung von Sportveranstaltungen, wie z. B. Kajak-Wettkämpfe an natürlichen oder künstlichen Wildwasserstrecken
  • Rettung und Bergung aus schlecht zugänglichen Klammen und Schluchten. Stichwort: Canyoning-Touristen in Notlagen.

6. Mit welchen speziellen Gefahren muss in schnell fließenden Gewässern gerechnet werden?

Hohe Strömungsgeschwindigkeit (Kraft des Wassers), Treibgut, Strudel, Wehre und künstliche Anlagen, Wasserfälle, Buhnen, Verblockungen, „Strainer“ (Siebe/Rechen), Siphons/Unterspülungen, Verklausungen, niedrige Wassertemperatur und viele weitere Gefahren.

7. Mit welchen speziellen Gefahren muss in Überflutungsgebieten gerechnet werden?

  • Überspülte Gefahrenstellen können nicht erkannt werden und bergen Gefahren für die Helfer
  • Stromschläge an überfluteten elektrischen Einrichtungen
  • Türen im Hochwasser können durch den Wasserdruck u. U. nicht mehr geöffnet werden
  • Infektions- und Vergiftungsgefahr in bakteriell und chemisch verunreinigten Gewässern z. B. durch überlaufende Klär- oder Industrieanlagen
  • Beschädigung von Booten sowie Bootsschrauben durch überspülte Hindernisse (z. B. Zäune, Verkehrsschilder, Mauern etc.)
  • Zäune werden zu Strainern (Rechen) und stellen potentielle Gefahrenstellen dar
  • Alle oben genannten Gefahren in fließenden Gewässern können auch in Überschwemmungsgebieten auftreten!