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Vollständige Liste der Ansprechpartner der DLRG e.V. findest du hier .
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Bad Nenndorf/Berlin. Der Ausschuss für Sport und Ehrenamt des Deutschen Bundestages befasste sich am Mittwoch mit der Situation des Schwimmsports und des Schwimmunterrichts in Deutschland. Als eine der Sachverständigen nahm Ute Vogt, die Präsidentin der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Stellung zum Thema und stand den Abgeordneten Rede und Antwort.
Fehlende Wasserflächen als zentrales Problem
In ihrer Stellungnahme machte die Präsidentin deutlich, dass der Mangel an Schwimmbädern das zentrale Problem für die Schwimmausbildung in Deutschland darstellt. Insbesondere die Corona-Pandemie führte dazu, dass ein erheblicher Ausbildungsstau verursacht wurde. Zwar konnte dieser durch das große Engagement Ehrenamtlicher teilweise aufgearbeitet werden, die Nachfrage nach Schwimmkursen übersteigt jedoch weiterhin deutlich die vorhandenen Kapazitäten.
Die Folgen zeigen sich deutlich bei der Schwimmfähigkeit von Kindern. Rund 60 Prozent der Jungen und Mädchen verlassen die Grundschule, ohne sicher schwimmen zu können. Der Anteil der Nichtschwimmer unter Grundschulkindern hat sich von 2017 zu 2022 auf etwa 20 Prozent verdoppelt.
Vor diesem Hintergrund sprachen sich die DLRG und auch der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) im Sportausschuss für einen bundesweiten Schwimmbadplan aus. Ziel ist es, bestehende Bäder langfristig zu sichern, sanierungsbedürftige Anlagen zu modernisieren und dort, wo Lücken bestehen, neue Wasserflächen zu schaffen, die bedarfsgerecht sind. Etwa die Hälfte der bestehenden Anlagen gilt als sanierungsbedürftig. Nur mit einer durchgehend intakten Bäderinfrastruktur lassen sich Schwimmunterricht, Vereinssport, Rettungsschwimmausbildung und Gesundheitsangebote dauerhaft gewährleisten.
DLRG fordert bundesweiten Schwimmbadplan
Der von der Deutschen Bäderallianz entwickelte Schwimmbadplan zielt darauf ab, Bäder künftig stärker nach ihrem Nutzungszweck zu unterscheiden, um Schulschwimmen, Vereins- und Leistungssport sowie die öffentliche Nutzung auf verlässliche Weise abzusichern. Förderprogramme sollten langfristig angelegt, besser miteinander verzahnt und konsequent am tatsächlichen Bedarf ausgerichtet werden. Gleichzeitig setzt der Schwimmbadplan klare Ziele: Kinder sollen bereits in der Grundschule sicher schwimmen lernen, Schwimmbäder sollen gut erreichbar in der Nähe von Grundschulen liegen, und ab dem Jahr 2041 soll jeder Mensch in Deutschland innerhalb von 30 Minuten ein für das Schwimmen geeignetes Hallenbad erreichen können. Der Schwimmbadplan der Bäderallianz macht Vorschläge zum Erreichen dieser Ziele: :
1. Flächendeckende Bäderbedarfsplanung
Bund, Länder und Kommunen sollen gemeinsam einen verbindlichen Bäderbedarfsplan erstellen. Grundlage hierfür ist eine realistische Analyse, wo Schwimmbäder fehlen, welche Anlagen erhalten und modernisiert werden müssen und wo die Notwendigkeit von Neubauten besteht. Ziel ist eine gleichwertige Versorgung in Stadt und Land.
2. Verbindliche Differenzierung nach Bädertypen
Der Schwimmbadplan sieht eine klare Trennung nach Nutzungszwecken vor, um Fehlplanungen zu vermeiden. Unterschieden werden vier Badtypen:
Damit soll etwa verhindert werden, dass ein einzelnes Bad immer alle Anforderungen gleichzeitig erfüllen muss.
3. Langfristige und abgestimmte Förderungen
Statt kurzfristiger Einzelprogramme fordert fordern die DLRG und ihre Partner in der Deutschen Bäderallianz langfristig angelegte, aufeinander abgestimmte Förderprogramme von Bund und Ländern. Fördermittel sollen sich am tatsächlichen Bedarf orientieren und nicht daran, welche Kommune zuerst einen Antrag stellt.
Ohne eine verbindliche Planung und ausreichende Unterstützung von Bund und Ländern drohen weitere Bäderschließungen, ein zunehmender Rückgang sicherer Schwimmer und langfristig womöglich steigende Ertrinkungszahlen.
Den Schwimmbadplan der Deutschen Bäderallianz gibt es auf www.baederallianz.de
Über die DLRG
Die DLRG als private Wasserrettungsorganisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren. Hierfür klären ihre ehrenamtlich Aktiven über Wassergefahren auf, bringen Menschen das Schwimmen bei und bilden sie im Rettungsschwimmen aus. Zudem wachen fast 55.000 Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer jährlich 2,6 Millionen Stunden über die Sicherheit von Badegästen und Wassersportlern. Sie engagieren sich darüber hinaus in der örtlichen Gefahrenabwehr und bilden Einheiten der rund 80 DLRG Wasserrettungszüge für den Bevölkerungs- und Katastrophenschutz. Die DLRG zählt derzeit knapp 630.000 Mitglieder. Mehr als 1,3 Millionen Förderinnen und Förderer unterstützen die lebensrettende Arbeit mit Spenden. Schirmherr ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Pressekontakt: Martin Holzhause, Leiter Pressestelle, Telefon: 05723 955 442, Mobil: 0162 175 12 04, E-Mail: presse@dlrg.de
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