Rettet die Bäder - Schwimmbadschließungen stoppen!

In den vergangenen 17 Jahren sind durchschnittlich jährlich 80 Schwimmbäder geschlossen worden. Dieses schleichende Bädersterben muss endlich beendet werden! Um dieser Forderung mehr Nachdruck und Gewicht zu verleihen, hat die DLRG eine Online-Petition gestartet. Mit dieser wollen wir möglichst viele Unterstützer gewinnen und an die gewählten Volksvertreter herantreten. Unterstützen Sie uns mit Ihrer Unterschrift. Helfen Sie uns, das Bädersterben zu stoppen!




Alle vier Tage schließt ein Bad

Wirtschaftsfaktor, Lernort für Schulen, sozialer Treffpunkt und Wettkampf- sowie Trainingsraum – das haben Deutschlands Bäder alle gemeinsam. Seit Jahren sehen wir aber mit großer Sorge den unheilvollen Trend zu Bäderschließungen in Deutschland. 

Viele öffentliche Bäder stehen vor bisher ungelösten Problemen. Etwa die Hälfte der Anlagen weisen einen erheblichen Sanierungsstau auf; insbesondere Schwimmvereine und Wasserrettungsorganisationen berichten von einer zunehmenden Bedarfsunterdeckung, was sich zum Beispiel in zu langen Wartezeiten für Schwimmkurse auswirkt. Die aufgrund der sozialen und gesellschaftlichen Leistungen der Bäder erforderlichen Zuschüsse können wegen häufiger Finanzknappheit und struktureller Unterfinanzierung von den Trägern, hauptsächlich Kommunen, immer weniger geleistet werden.

Seit dem Jahr 2000 schließen im Schnitt 80 Bäder – jedes Jahr.

Immer weniger Kinder lernen Schwimmen

In unseren Schwimmbädern findet die Schwimmausbildung statt. Ohne sie kann keine adäquate Ausbildung erfolgen, immer mehr Menschen bleiben Nichtschwimmer.

Bereits heute ist eine Verschlechterung der Schwimmfähigkeit in der Bevölkerung, vor allem bei Kindern, nachweisbar. Fast 60 Prozent der Zehnjährigen sind keine sicheren Schwimmer – so eine forsa-Umfrage von 2017.

Ausbildungsangebote gehen drastisch zurück, Wartelisten werden länger und Schulschwimmen als Schulsport findet vielfach nicht mehr statt. 25 Prozent der Grundschulen haben keinen Zugang mehr zu einem Bad – das erschwert die Schwimmausbildung erheblich.

Die aktuelle DLRG-Statistik Todesfälle durch Ertrinken belegt zudem leider einen Anstieg bei den Vor- und Grundschulkindern: In der Altersklasse 0-10 Jahre starben 2018 bereits 26 Kinder (+13). Unter den 11- bis 15-Jährigen gab es 13 Todesfälle (+9).



Die DLRG braucht Unterstützung durch Spenden!

Die ehrenamtlichen Retter der DLRG leisten jedes Jahr Unglaubliches: 48.838 Hilfeleistungen bei Personen, davon 756 Lebensrettungen, 214.956 abgenommene Schwimm- und Rettungsschwimmprüfungen, knapp 9 Millionen ehrenamtlich erbrachte Stunden - alles allein im Jahr 2017. Ohne die Förderung durch Spendengelder wäre die Arbeit der DLRG in dieser Form nicht möglich!



Jährlich ertrinken hunderte Menschen

In den ersten acht Monaten des Jahres 2018 sind in Deutschland mindestens 445 Menschen ertrunken, 148 mehr als im Vorjahreszeitraum. Das ist der höchste Stand seit zehn Jahren.

Die Ursachen vieler Ertrinkungsfälle sind Leichtsinn, das Überschätzen der eigenen Leistungsfähigkeit, eine zu hohe Risikobereitschaft sowie insbesondere das Baden an unbewachten Badestellen. 

Darüber hinaus spielt die zurückgehende Schwimmfähigkeit der Deutschen (auch infolge anhaltender Bäderschließungen) eine Rolle – vor allem in der Zukunft. Menschen, die schlecht oder gar nicht schwimmen können, suchen im Sommer dennoch die Gewässer auf, um Freizeitspaß am Wasser zu genießen. Sind immer mehr Menschen keine sicheren Schwimmer, droht langfristig ein Anstieg tödlicher Badeunfälle.


Was wir fordern

Um die Missstände wirksam zu bekämpfen, sind unter anderem folgende Maßnahmen zu ergreifen: So sollte eine angemessene und nachhaltige Bäderversorgung durch systematische Bedarfsplanung und Bedarfsdeckung im Rahmen eines bundesweiten Masterplans sichergestellt werden.

Der Raum für Schwimmen kann nur weiterentwickelt werden, wenn auf allen räumlichen Ebenen der jeweilige Bedarf der Öffentlichkeit, der Schulen und der Sportvereine auf wissenschaftlicher Grundlage ermittelt und darauf aufbauend Raumprogramme aufgestellt und umgesetzt werden.

Wir fordern einen goldenen Plan ähnlich dem der 1960er Jahre. Wir fordern die Politik auf, eine Gesellschaft ähnlich der Deutschen Olympischen Gesellschaft (DOG) zu gründen, die ausschließlich die Koordination der Bädersanierung zur Aufgabe hat – mit einem Zeitrahmen von zehn Jahren.

Die Finanzierung der öffentlichen Bäder muss nachhaltig gesichert werden. Der hohe Sanierungsstau zeigt deutlich, dass unter der Prämisse der grundsätzlichen kommunalen Zuständigkeit für die Finanzierung von Bädern eine nachhaltige, bundesweit einheitliche Bäderentwicklung nicht stattfinden kann.