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Presse

DLRG nimmt Stellung zur Berichterstattung über mutmaßliche Vorfälle während einer Ferienfreizeit in Spanien

Veröffentlicht: 12.11.2022
Autor: Presse

Bad Nenndorf. Deutschlandfunk, Sport Inside und Süddeutsche Zeitung berichteten am 12.11.2022 über Vorfälle, die sich während einer Ferienfreizeit der DLRG Ortsgruppe Köln rechtsrheinisch Süd e.V. in Spanien ereignet haben sollen. Hierzu nimmt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) wie folgt Stellung:

Die DLRG reagierte nach Bekanntwerden im August mit Bestürzung auf die Ereignisse während einer Ferienfreizeit der genannten Ortsgruppe in Spanien. Diese war am Montag (1.8.) vorzeitig abgebrochen worden, nachdem Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie zwei Betreuerinnen den Vorwurf von Übergriffigkeit und sexueller Belästigung gegen einen Betreuer erhoben hatten.

Insgesamt 14 Kinder und Jugendliche im Alter von elf bis 15 Jahren waren mit ihm und zwei Betreuerinnen an die Costa del Maresme gereist. Die Gruppe beschuldigt den Betreuer, übergriffig geworden zu sein sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmer sexuell belästigt zu haben. Betreuerinnen und Teilnehmende initiierten daraufhin den Abbruch der Ferienfreizeit und kontaktierten am Sonntag (31.7.) die dafür vorgesehene Ansprechstelle des Verbandes.

Für die Gruppe ist ein Bus organisiert und vom DLRG Bundesverband im Voraus bezahlt worden, mit dem sie am Tag nach der Meldung die Rückreise nach Deutschland antreten konnte. Der Landesverband Nordrhein kümmerte sich um die gesicherte Ankunft sowie um das weitere Vorgehen. Dazu organisierte er einen weiteren Reisebus, der die Gruppe auf deutschem Boden übernahm und – begleitet durch qualifizierte Vertrauenspersonen – nach Köln an einen geschützten Ort brachte. Dort konnten die Jugendlichen von ihren Eltern empfangen werden. Unter anderem ein Notfallseelsorger stand bereit, um Jugendlichen oder Eltern zur Seite stehen zu können. Zur Betreuung der Kinder und Eltern sowie für dazugehörige qualifizierte Beratungs- und Unterstützungsangebote hatte die DLRG auch den Verein Zartbitter e.V. (Kontakt- und Informationsstelle gegen Missbrauch an Mädchen und Jungen) gewinnen können. Dessen Expertinnen und Experten begleiteten die Übergabe der Kinder und Jugendlichen an die Eltern, betreuten im Weiteren einen Elternabend und boten individuelle Beratung an. Auch wurde von der DLRG ein Folgetreffen für die Teilnehmenden an der Freizeit organisiert, bei dem sie sich in einem geschützten Rahmen austauschen und das Erlebte verarbeiten konnten. Ein weiteres ist derzeit in Vorbereitung. Bis heute steht eine Vertrauensperson des Landesverbandes im Kontakt zur Gruppe. Inzwischen nehmen die meisten Jugendlichen wieder am regelmäßigen Trainingsbetrieb der Ortsgruppe teil.

Entgegen dem Eindruck, der zum Teil in den Medienberichten entsteht, hat die DLRG zu keinem Zeitpunkt versucht, Berichterstattung zu verhindern. Es war allen Beteiligten jedoch wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen zunächst in einem geschützten Rahmen zu Hause ankommen können und nicht direkt mit der Öffentlichkeit konfrontiert werden. Auf erste Medienanfragen Anfang August hatte die DLRG unmittelbar reagiert und ihrerseits eine erste Stellungnahme veröffentlicht.

Der Maßnahmenleiter war von den spanischen Justizbehörden zur Sachverhaltsklärung zeitweise festgesetzt worden, ehe er selbstständig den Rückweg nach Deutschland antrat. Die DLRG hat wegen der mutmaßlichen Vorkommnisse auf der Ferienfreizeit Strafanzeige erstattet. Das Polizeipräsidium Köln hat dies zunächst als Vorwurf der sexuellen Belästigung (§ 184i StGB) gewertet. Über den derzeitigen Stand der Ermittlungen liegen der DLRG keine Informationen vor.

Den Vorsitz der Ortsgruppe, den der Maßnahmenleiter innehatte, hat dieser auf Anfrage des Landesverbandes niedergelegt. Damit kam er einer Suspendierung zuvor. Der Vorstand der Ortsgruppe löste sich in der Folge auf, die Ortsgruppe wurde zwischenzeitlich vom DLRG Bezirk Köln verwaltet und ist nach Neuwahlen Mitte Oktober inzwischen neu aufgestellt. Gegen den Beschuldigten strebt die DLRG ein Ausschlussverfahren an. Hierfür werden jedoch noch die Ergebnisse der polizeilichen Ermittlungen abgewartet.

Im Zuge der Aufarbeitung des Falles wurde verbandsintern bekannt, dass es bereits auf einer Ferienfreizeit im Jahr 2020 zu ähnlichen Vorfällen gekommen sein soll. Eine Informantin wandte sich mit entsprechenden Informationen vertraulich an eine Ansprechperson der DLRG für Prävention sexualisierter Gewalt. Auch nach mehrmaliger Nachfrage blieb die Hinweisgeberin dabei, dass die Informationen durch die Ansprechperson nicht weitergegeben werden dürfen.

Die DLRG bedauert die mutmaßlichen Vorkommnisse. Um weitere Fälle zu vermeiden, bemüht sich die DLRG um rückhaltlose Aufklärung und arbeitet daran, bestehende Regelungen und Instrumentarien weiter zu verbessern.

Der Verband bemüht sich seit langem, ein möglichst täterfeindliches Umfeld zu schaffen. Den deutschlandweit rund 2.000 örtlichen Gliederungen werden entsprechende Leitfäden und andere Hilfsmittel zur Verfügung gestellt. Zudem wird die Prävention sexualisierter Gewalt in nahezu allen Aus- und Fortbildungslehrgängen thematisiert. Auf Bundes- und Länderebene und auch in vielen Untergliederungen gibt es geschulte Ansprechpersonen, die miteinander vernetzt sind und regelmäßig im Austausch stehen. Künftig soll dieses Netzwerk weiter ausgebaut werden.

Bis auf die Ebene der Ortsgruppen soll das Thema Prävention sexualisierter Gewalt aber noch stärker im Bewusstsein verankert werden. Ein Baustein dafür wird ein neuer für alle DLRG-Gliederungen verbindlicher Handlungsleitfaden (ergänzend zum bereits existierenden Schutzkonzept) sein, der aktuell in der Fertigstellung ist. Dieser zeigt auf, wie kritische Situationen vermieden, aber auch wie sie erkannt werden können und welche Reaktionsmöglichkeiten es gibt.

Für akute Notfälle bei Übergriffen ist inzwischen neben der elektronischen auch eine dauerhafte telefonische Erreichbarkeit gewährleistet. Zusätzlich soll ein Hilfetelefon eingerichtet werden, das durch qualifizierte ehrenamtliche Kräfte besetzt wird.

Für Ferienfreizeiten, -jugendfahrten und andere Veranstaltungen mit Kindern und Jugendlichen wird es in Zukunft noch konkretere Hinweise bzw. Vorgaben für die Durchführung und Absicherung geben. Dazu gehört ein Mehraugen-Prinzip in der Vorbereitung, das im aktuellen Fall nicht eingehalten wurde und ein Teil des Problems war. Zudem werden alle Beteiligten, Teilnehmenden und Eltern eine Notfallnummer und bei Auslandsreisen z.B. auch die Nummer des zuständigen Konsulats bzw. der Botschaft erhalten.

Mit den 18 DLRG Landesverbänden ist bereits vereinbart worden, dass der Bundesverband für den Präsidialrat im kommenden Frühjahr (das halbjährlich stattfindende Beschlussgremium von Bundes- und Landesverbänden) einen Vorschlag für noch verbindlichere Vorgaben bei der Durchführung solcher Reisen vorlegt.

Über die DLRG

Die DLRG ist mit über 1,8 Millionen Mitgliedern und Förderern die größte Wasserrettungsorganisation der Welt. Seit ihrer Gründung im Jahr 1913 hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren. Schirmherr ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Die DLRG ist der größte private Anbieter in der Schwimmausbildung und die Nummer eins in der Rettungsschwimmausbildung in Deutschland. Von 1950 bis 2020 hat sie fast 23 Millionen Schwimmprüfungen und über fünf Millionen Rettungsschwimmprüfungen abgenommen. In rund 2.000 Gliederungen leisten die ehrenamtlichen Helfer pro Jahr rund 6,8 Millionen Stunden freiwillige Arbeit für die Menschen in Deutschland. Die Kernaufgaben der DLRG sind die Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung, die Aufklärung über Wassergefahren sowie der Wasserrettungsdienst. Rund 45.000 Mitglieder wachen jährlich fast 2,5 Millionen Stunden über die Sicherheit von Badegästen und Wassersportlern.

Kontakt: DLRG Pressestelle, Mobil: 0162 175 12 04, E-Mail: presse@dlrg.de

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