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Von den ersten Schwimmversuchen bis in die Gegenwart

Eine kurze Geschichte der DLRG

Die ersten Schwimmversuche

Schwimmen und Baden ist in der Antike und im Mittelalter weit verbreitet. Es sind jahrtausendealte Anleitungen zum Schwimmen überliefert , welche das Schwimmen als Grundbildung auswiesen In den folgenden Jahrhunderten bis hinein in das 19. Jahrhundert ist es allerdings häufig verboten und galt als unschicklich. Kaum jemand konnte Schwimmen.

Im Königreich Preussen, genauer in Berlin, entwickelte sich jedoch eine Bewegung für das Schwimmen in den Flüssen und Seen. Obwohl die Polizei gegen die Badenden vorging, liesen sie sich auch als Nicht-Schwimmer nicht davon abhalten ins Wasser zu gehen. Um Unglücke zu verhindern und den Sport zu fördern, ist der preußische General Ernst Heinrich Adolf von Pfuel der Erste, der hierzulande ganz praktisch gegen diesen Missstand vorgeht. In seiner 1817 in Berlin gegründeten Flussbadeanstalt in der Spree bringt er Interessierten das von ihm entwickelte Brustschwimmen bei. Er hat sich die Technik bei den Fröschen abgeschaut. Pfuel hatte bereits 1810 Schwimmunterricht für Soldaten eingeführt und legt nun in Berlin Wert darauf, dass nicht nur Soldaten, sondern auch Zivilisten – insbesondere die Schuljugend – Zugang zu seiner Anstalt erhalten. Neben der heute noch üblichen Schwimmtechnik entwickelt er auch Lehrmittel. Beispielsweise baute er eine Angel mit Gurt. An dieser lies er seine Schüler zu Wasser um sie zu unterstützen. Am Ende ihres Unterrichts, wenn sie sicher die Spree durchqueren konnten, erhielten sie das Schwimmdiplom.

Dennoch können bis in das frühe 20. Jahrhundert hinein lediglich zwei bis drei Prozent der Bevölkerung schwimmen. Jahr für Jahr ertrinken etwa 5.000 Menschen im Deutschen Reich.

Das Unglück in Binz - Der Auslöser zur Gründung der DLRG

Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert gründen Engagierte vielerorts Schwimmvereine. Sie widmen sich der Ausbildung von Schwimmerinnen und Schwimmern. Auch Übungen des Rettungsschwimmens gehören zum Vereinsleben. An eine Lebensrettungsgesellschaft ist zu dieser Zeit aber noch nicht gedacht.

Doch wie so oft sind es tragische Ereignisse, die Anstöße zum Umdenken geben. Ein solches ist das Seebrückenunglück von Binz auf Rügen. Am Abend des 28. Juli 1912 stehen hunderte von Menschen auf jener Seebrücke und warten gespannt auf die Ankunft des Dampfers „Kronprinz Wilhelm“. Die Seebrücke hält der großen Belastung nicht stand und bricht teilweise ein. Etwa 70 bis 80 Menschen stürzen ins Wasser. 16 Personen, darunter zwei Kinder, ertrinken in der Ostsee. Nur einige wenige Anwesende, hauptsächlich Soldaten der Marine, können überhaupt schwimmen und retten vielen Menschen das Leben.

Ein knappes Jahr später, am 5. Juni 1913, veröffentlicht der „Deutsche Schwimmer“, amtliches Organ des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), einen Aufruf zur Gründung einer Lebensrettungs-Gesellschaft. Vorbild ist „The Royal Life Saving Society“ (kurz RLSS), ansässig in London. Nun soll auch in Deutschland eine derartige Gesellschaft entstehen und das „Retten lernen!“ deren Ziel sein. Die Engländer sind über das gesamte 19. Jahrhundert hinweg Vorbilder im Sport. Zu den 13 Unterzeichnern des Gründungsaufrufs gehört auch der bekannte Heidelberger Sportschriftsteller Walter Mang, welcher sich seit Jahren für die Etablierung einer solchen Gesellschaft einsetzt. Gemeinsam mit dem Greifswalder Studenten Walter Bunner hat er bereits im Vorfeld eine eigenständige Rettungsabteilung beim DSV aufgebaut. Bunner und Mang können als die Initiatoren für die Gründung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft angesehen werden.

Der Aufruf bleibt nicht ungehört. Am 19. Oktober 1913 wird im Leipziger „Hotel de Prusse“ die DLRG ins Leben gerufen. Am Ende des Gründungsjahres zählt die junge Organisation 435 Mitglieder, darunter namhafte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und zahlreiche Schwimmvereine aus dem gesamten Reich.

Das Unglück in Binz - Der Auslöser zur Gründung der DLRG

Die Gründungsversammlung wählt bewusst keinen Vorsitzenden. Die Mitglieder beauftragen einen Ausschuss, der eine hochrangige Persönlichkeit für dieses Amt finden soll. Dieser schlägt den Wirklichen Geheimen Rat Prof. Dr. Albrecht Fiedler aus Dresden vor. Fiedler wird 1914 zum Vorsitzenden der DLRG gewählt. Stellvertreter wird der Dresdner Stadtrat und Königlich Sächsische Stabsarzt der Reserve Dr. med. Friedrich Eugen Hopf. Zum Geschäftsführer wählt die Versammlung den Greifswalder Studenten Walter Bunner.

Die erste Geschäftsstelle der DLRG wird in Dresden eingerichtet. Als Zweck des Vereins verzeichnet die Gründungssatzung die Verbreitung sachgemäßer Kenntnisse und Fertigkeiten in Rettung und Wiederbelebung Ertrinkender. Dies soll durch die Veranstaltung von Vorträgen, Vorführungen, Lehrkursen, Prüfungen und Wettbewerben erreicht werden.

Die Ausbildung und Prüfung von Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmern wird unter realen Bedingungen in Flüssen oder Seen durchgeführt. Grundschein, Bronzeplakette und Lehrschein bilden das Gerüst des ersten Ausbildungssystems der DLRG. Bereits im August 1913 hält das Gründungsmitglied Fritz Peter in Stuttgart-Cannstatt den ersten Rettungsschwimmkurs ab.

Kurz nach Gründung muss die DLRG ihre erste Belastungsprobe bestehen, denn während des Ersten Weltkrieges liegt das Vereinsleben an den meisten Orten brach. Viele Mitglieder fallen an der Front oder sterben durch Hunger, Kälte, Krankheit. Eine kontinuierliche Entwicklung der Organisation ist nicht denkbar. Doch bald nehmen DLRG-Ortsgliederungen und auch der Reichsverband die Arbeit wieder auf. Eine Statistik aus dem Jahr 1922 weist die Ausgabe von insgesamt 7.997 Grundscheinen, 2.038 Bronzeplaketten und 676 Lehrscheinen aus. Seit dem 14. April 1922 nennt die Satzung als weiteren Zweck der Gesellschaft die Einrichtung von Schwimmrettungs-Wachdiensten. Fortan ist also auch der Wasserrettungsdienst Satzungsaufgabe im Kampf gegen den Ertrinkungstod. Doch die bis November 1923 andauernde Inflation bringt die Gesellschaft erneut an den Rand ihrer Existenz.

Am 10. Januar 1925 tagt die Hauptversammlung der DLRG in den Räumen des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen in Berlin und erhält hier eine Beistandserklärung des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV). Auch wird die Gliederung der DLRG in Bezirke und Landesverbände beschlossen. Die Versammlung wählt das DLRG-Gründungsmitglied Georg Hax, einen bekannten Wassersportler, der von 1894 bis 1930 Präsident des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) war, zum Vorsitzenden der DLRG und Major Franz Breithaupt, Geschäftsführer der Deutschen Turnerschaft (DT), zu dessen Stellvertreter. Auf der außerordentlichen Vollversammlung im Berliner Rathaus am 15. März 1925 kann Georg Hax die Übernahme der Schirmherrschaft über die DLRG durch den Staatssekretär z. D. Theodor Lewald verkünden. Noch 1925 wird die Geschäftsstelle von Dresden nach Berlin-Schöneberg, Bülowstraße 18, III. Etage, verlegt.

In den späten 1920er-Jahren erlebt die DLRG einen großen Aufschwung. Der Rettungsgedanke hält Einzug in Sportvereinen, Schulen, bei der Polizei und bei Feuerwehren und wird in den Dienstplan der Reichswehr eingefügt.

Die Berliner Zeit 1925-1945

Ende 1930 entstehen die Landesverbände „Reichsheer“ und „Reichsmarine“. Die Hauptversammlung in Königsberg i. Pr. im Mai 1931 ist die letzte, die die DLRG für die kommenden 14 Jahre ohne politische Zwänge gestalten kann.

Die Zeit des Nationalsozialismus ändert auch die Rahmenbedingungen für die DLRG. Im September 1933 erfolgt die Gleichschaltung der Gesellschaft durch Eingliederung in das Fachamt V (Schwimmen) im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen. Sie wird dem Zuständigkeitsbereich des Reichssportführers unterstellt. Die DLRG-Führung setzt die Vorgaben der neuen Machthaber durch eine im Deutschen Schwimmerblatt veröffentlichte Anordnung um. Nationalsozialistisches Gedankengut fließt in die Arbeit ein. In der neuen Satzung vom 9. Juni 1934 versteht sich die DLRG als eine selbständige, nationale, gemeinnützige Wohlfahrtseinrichtung zur Erhaltung und Stärkung der deutschen Volkskraft und Wehrfähigkeit, die den Ertrinkungstod bekämpft.

Wann genau der Schirmherr der DLRG, Staatssekretär z. D. Theodor Lewald, der als Vorsitzender des Organisationskomitees der Olympischen Spiele 1936 maßgeblich an deren Verwirklichung mitgewirkt hatte, das Ehrenamt bei der DLRG aufgeben muss, kann gegenwärtig noch nicht gesagt werden. Nach den Spielen verliert er seinen „Nutzen“ für das nationalsozialistische Regime. Weiter wird ihm seine jüdische Herkunft zum Verhängnis.

Die DLRG pflegt enge Kontakte zur Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), zu deren Jugendorganisation „Hitlerjugend“ (einschließlich „Bund Deutscher Mädel“ - BDM), deren „Sturmabteilung“ (SA) und zu deren „Schutzstaffel“ (SS). Eng ist auch die Kooperation mit Gliederungen der Wehrmacht, mit dem Reichsarbeitsdienst (RAD), der „Deutschen Arbeitsfront“ (DAF) und mit der nationalsozialistischen Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ (KdF). Auch hieraus resultiert der enorme Aufschwung in der Ausbildungstätigkeit der DLRG: Von 1925 bis 1936 nimmt sie 412.883 Prüfungen ab.

Auf der Reichstagung in Jena im Mai 1938 wird die Umbenennung in Deutsche Lebens-Rettungs-Gemeinschaft (D. L. R. G.) beschlossen. Ob diese Umbenennung aus eigenem Willen geschah oder auf „Druck von außen“ erfolgte, wird noch zu untersuchen sein.

Per 1. Januar 1942 vollzieht sich ein Wechsel an der Spitze der DLRG: Georg Hax tritt nach 17 Jahren vom Amt des DLRG-Führers - so die nationalsozialistische Terminologie für den Vorsitzenden - zurück. Sein bisheriger Stellvertreter Franz Breithaupt, Polizeipräsident von Breslau, ab 1944 SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS, wird neuer DLRG-Führer. Bis kurz vor Kriegsende finden vielerorts noch Grundscheinprüfungen statt. Der Zusammenbruch des Deutschen Reichs im Mai 1945 bedeutet auch für die DLRG eine nachhaltige Zäsur.

Wir sind uns bewusst, dass die Rolle der DLRG (D. L. R. G.) im Nationalsozialismus einer gründlichen Untersuchung, Aufarbeitung und Darstellung bedarf, wobei ein im März 2018 übernommener einschlägiger Aktenbestand hierfür hilfreich sein wird, sodass wir diesen neben die bekannten Selbstzeugnisse (eigene Publikationen aus dieser Zeit) werden stellen können.

Wiederaufbau 1946-1959

Bereits 1946 nehmen Mitglieder der DLRG ihre Arbeit in der britischen und in der amerikanischen Besatzungszone wieder auf. In der sowjetischen Besatzungszone hingegen kann die Arbeit nicht fortgesetzt werden. Auch in der DDR bleibt der DLRG die Anerkennung bis zur Vereinigung der beiden deutschen Staaten im Jahr 1990 versagt. Hier übernimmt der Wasserrettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes der DDR entsprechende Aufgaben.

Vom 31. Mai bis 1. Juni 1947 findet in Wiesbaden eine erste Versammlung von sieben DLRG-Landesverbänden statt. Deren Teilnehmer machen die 1938 vorgenommene Umbenennung des Verbandes in Deutsche Lebens-Rettungs-Gemeinschaft rückgängig. Von nun an trägt die humanitäre Organisation wieder ihren ursprünglichen Namen Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft. Diese Änderung wird durch die DLRG-Hauptversammlung in Göttingen am 16. Oktober 1948 in der neuen Satzung verankert. Auf der Hauptversammlung in Frankfurt am Main (April 1950), an der schon elf Landesverbände teilnehmen, wird der Kieler Polarforscher Dr. Max Grotewahl zum ersten Nachkriegspräsidenten der DLRG gewählt. Er bleibt ein Jahr im Amt. Zum Ende des Jahres zählt die DLRG bereits über 28.000 Mitglieder.

Auf der Haupttagung in Hannover im September 1951 führt die DLRG den Jugend-Schwimmpass als allgemeines Schwimmzeugnis für die Jugend ein. Er umfasst das Frei- und Fahrtenschwimmerzeugnis und den Jugendschwimmschein.

1955 übernimmt Willi Daume, Präsident des Deutschen Sportbundes (DSB), die Schirmherrschaft über die DLRG. Es ist auch das Jahr, in dem die DLRG ihren regelmäßigen Wasserrettungsdienst, der sich bis dahin auf die Binnengewässer beschränkt hatte, auf die Küsten von Nordsee und Ostsee ausweitet. Nur drei Jahre später beginnt in Bremen mit dem ersten bundesweiten Bootsführerlehrgang das heute umfangreiche Angebot der DLRG an Spezialausbildungen für ihre Einsatzkräfte. 1959 richtet die DLRG erstmalig die internationalen Rettungswettkämpfe der Fédération Internationale de Sauvetage Aquatique (FIS), des ersten Weltverbandes der nationalen Wasserrettungsorganisationen, deren Mitglied die DLRG seit 1953 ist, aus. Sie finden in Wiesbaden statt.

1959 wird die DLRG wieder „sesshaft“. In vier per 1. August angemieteten Büroräumen im Gebäude der Stadtsparkasse Essen in Essen-Rüttenscheid, Rüttenscheider Straße 110, richtet der frisch pensionierte Sparkassenmitarbeiter Willi Pöppinghaus (Schatzmeister im DLRG-Präsidium) die Präsidialgeschäftsstelle ein. Die von Wilhelm Ruthenkolk geleitete DLRG-Materialstelle befindet sich in Düsseldorf.

Die goldenen Jahre 1960-1980

In diesen zwei Jahrzehnten erlebt die DLRG einen ungeahnten Aufschwung. Die Zahl der Mitglieder steigt von 138.627 im Jahr 1960 auf 474.448 im Jahr 1980. In dieser Zeit entstehen in vielen Städten und Gemeinden neue Hallen- und Freibäder, der sog. Goldene Plan macht es möglich. Davon profitiert auch die DLRG. Die Zahl der Schwimm- und Rettungsschwimmprüfungen nimmt ständig zu und erreicht Mitte der 1970er-Jahre mit über 1,5 Millionen Prüfungen pro Jahr ihren Höchststand.

Eine Bewährungsprobe haben die Landesverbände Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein bei der Sturmflutkatastrophe an der Nordseeküste und den Unterläufen von Elbe und Weser am 16. und 17. Februar 1962 zu bestehen. Diese und viele weitere Erfahrungen im Bereich des Katastrophenschutzes führen dazu, dass die Bundesregierung 1975 die allgemeine Eignung der DLRG zur Mitwirkung im Katastrophenschutz bestätigt.

Ebenfalls 1962 beschließt die Bundestagung der DLRG die Gründung eines eigenen Jugendverbandes (DLRG-Jugend) für das gesamte Bundesgebiet.

Um weitere vorbeugende Maßnahmen gegen den Ertrinkungstod anzubieten, intensiviert die DLRG im Jahr 1965 ihre Tätigkeiten im Bereich des Kleinkinderschwimmens.

Die Geschäftsstelle in der Rüttenscheider Straße 110 wird bald zu klein für die vielfältigen Aufgaben der DLRG, so dass man im September 1966 Geschäftsräume in der Alfredstraße 73 in Essen-Rüttenscheid anmietet und hier auch die Materialstelle unterbringt. Schließlich wird das Haus im Juni 1974 gekauft. Aber auch hier entstehen mit der Zeit Platzprobleme, so dass Materialstelle, Buchhaltung, EDV und Druckerei im Oktober 1982 in die Langenbrahmstraße 4 (Essen-Rüttenscheid) verlegt werden müssen. Etwa im Juli 1987 zieht auch das Bundesjugendsekretariat der DLRG-Jugend dort ein.

Im Rahmen des 60-jährigen Jubiläums wird am 27. Oktober 1973 die Bundes Lehr- und Forschungsstätte (BLFS) der DLRG an der Scharfen Lanke (Berlin-Spandau) eingeweiht. Bis heute ist der Tauchturm in Kombination mit den medizinischen Überwachungseinrichtungen ein Kernstück dieser weltweit einzigartigen Anlage. Hier können aktuell Tauchtiefen bis zu 100 Metern Wassertiefe simuliert werden.

1976 erfolgt die Aufnahme der DLRG als Vollmitglied (Spitzenverband) in den Deutschen Sportbund (DSB). Die Verbindung von Humanität und Sport, in dieser Form einmalig für einen Spitzenverband im Sport, wird zur Richtschnur ihres weiteren Handelns. Im selben Jahr verabschiedet die DLRG die neue Prüfungsordnung "Schwimmen-Retten-Tauchen". Diese erkennt zwei Jahre später auch die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder der Bundesrepublik Deutschland auf besondere Initiative der DLRG an. Damit hat die DLRG einen großen Anteil an der Vereinheitlichung der Schwimmqualifikationen sowie der entsprechenden Prüfungen und Abzeichen in den schwimmsporttreibenden Verbänden und im Schulbereich.

1978 wird der Verband Vollmitglied der World Life Saving (WLS), der zweiten Welt-Wasserrettungsorganisation, die ihren Verbreitungsschwerpunkt im asiatisch-pazifischen Raum hat.

Wiedervereinigung und Entwicklung von Strukturen 1980-2003

Nach Willi Daume übernimmt mit Prof. Dr. Karl Carstens im Sommer 1983 erstmals der Bundespräsident die Schirmherrschaft über die DLRG und begründet damit eine Tradition, die bis zum heutigen Tag fortbesteht. Im selben Jahr übernimmt der scheidende DLRG-Präsident Prof. Dr. Josef N. Schmitz das Amt des FIS-Präsidenten. Generalsekretär des Weltverbandes wird DLRG-Vizepräsident Klaus Bartnitzke. Einer repräsentativen Emnid-Umfrage zufolge kennen vier von fünf Bundesbürgern die DLRG und wissen, welche Organisation sich hinter der Buchstabenfolge verbirgt. 97% der Befragten sind mit der Arbeit der Lebensretter zufrieden.

Nach dem plötzlichen Tod von Prof. Schmitz wird Klaus Bartnitzke 1985 zum neuen Präsidenten der FIS gewählt. Zum Generalsekretär wählen die Delegierten den langjährigen Technischen Leiter der DLRG, Dr. Klaus Wilkens (später – von 1998 bis 2013 – Präsident der DLRG und seither Ehrenpräsident).

Mitte der 1980er-Jahre intensiviert die DLRG die Kooperation mit Wirtschaftspartnern. Mit der Barmer Ersatzkasse startet sie 1986 die neue bundesweite Breitensportaktion "Badeparty". Die DLRG-Verlag und Vertriebsgesellschaft mbH (DVV) bildet ab 1987 eine erste eigene Wirtschaftsgesellschaft zur steuerrechtlich notwendigen Ausgliederung von Sponsoring aus dem sog. Idealverein. Höhepunkt des Jahres ist die 23. Weltmeisterschaft der FIS im Rettungsschwimmen, die die DLRG in Warendorf ausrichtet und an der sich 19 Nationen beteiligen. Mit fünf Gold-, fünf Silber- und zwei Bronzemedaillen gewinnt das DLRG-Team vor Italien und Polen die Nationenwertung.

DLRG-NIVEA-Strandfest

1988 wird die bereits 1950 begründete Zusammenarbeit mit der Beiersdorf AG durch ein gemeinsames Marketingkonzept auf eine neue Grundlage gestellt. In 25 Badeorten an Nordsee und Ostsee veranstalten DLRG-Animateure, unterstützt durch das Beiersdorf-Spitzenprodukt NIVEA, während der Sommerferien die erste Strandfest-Tournee.

Ein Jahr später wird in Hamburg erstmalig der Deutsche Wasserrettungspreis NIVEA Delfin verliehen.

1990: Die politische Wende in der DDR und die Vereinigung der beiden deutschen Staaten bieten auch für die DLRG große Chancen. Nach 45 Jahren entstehen wieder Gliederungen in den ostdeutschen Ländern. Bereits am 5. Februar 1990 wird in Stralsund die erste Ortsgruppe der DLRG gegründet. Im Herbst folgen die Landesverbände Brandenburg (22. September), Mecklenburg-Vorpommern (29. September) und Sachsen (10. November). Der LV Thüringen wird am 19. Januar und der LV Sachsen-Anhalt am 22. Februar 1991 aus der Taufe gehoben. Die östliche Hälfte Berlins wird in den Landesverband Berlin integriert.

Höhepunkt des Jahres 1990 ist zweifellos die "Rescue 90" mit dem Weltkongress und den Weltmeisterschaften im Rettungsschwimmen in Lübeck-Travemünde. Im Rahmen der Veranstaltungen vereinbaren die beiden Weltverbände FIS und WLS die Bildung einer paritätisch besetzten Satzungskommission, die eine Fusion beider Organisationen vorbereiten soll. An der Bundestagung 1992 in Friedrichshafen nehmen erstmals Delegierte der fünf neuen Landesverbände teil. Sie beschließt ein Aufbau- und Förderprogramm Ost, das bis heute fortbesteht.

Am 16. Januar 1993 eröffnet die DLRG in der Storkower Straße 118 in Ost-Berlin ein Bundesbüro, zu dem auch ein Büro der DLRG-Jugend gehört, um den Aufbau des Verbandes in den neuen Bundesländern aktiv zu unterstützen. Mit einem besonderen Festakt feiert sie in diesem Jahr an ihrem Gründungsort Leipzig ihr 80-jähriges Bestehen. Anlässlich der „Rescue“ 1994 in Großbritannien schließen sich die Weltverbände FIS und WLS zum neuen Weltverband International Life Saving Federation (ILS) zusammen. Als größte nationale Wasserrettungsorganisation der Welt übernimmt die DLRG führende Aufgaben und Ämter sowohl in der Weltorganisation als auch im europäischen Regionalverband ILSE (International Life Saving Federation of Europe). Die DLRG wird 1994 als gleichberechtigtes Vollmitglied in die Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe (BAGEH) aufgenommen. 1995 übernimmt sie den Gebäudekomplex der ehemaligen Katastrophenschutzschule des Landes Niedersachsen in Bad Nenndorf und verlegt den Sitz der Bundesgeschäftsstelle von Essen dorthin. Mit der Gründung der DLRG Bildungs-Gesellschaft mbH. (DBG) und umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen im neuen Bundeszentrum schafft sie in der Folgezeit das Fundament für ein zukunftsorientiertes verbandsweites Bildungswerk, das sich die Weiterbildung und Qualifizierung der ehrenamtlichen Mitglieder zum Ziel gesetzt hat.

Im Juli 1997 überschwemmt das Oderhochwasser weite Teile Sachsens und Brandenburgs. In Zusammenarbeit mit Bundeswehr, Bundesgrenzschutz und Hilfsorganisationen gelingt es den Fachleuten der DLRG, zahlreiche Menschenleben zu retten und durch den Einsatz ihrer Taucher, Bootsführer und Rettungsschwimmer - beispielsweise durch wasserseitige Deichsicherungsmaßnahmen - größere Hochwasserschäden zu verhindern.

Im selben Jahr leitet die DLRG einen verbandsweiten Prozess über die künftigen Aufgaben, Ziele und Strukturen des Verbandes ein, der vier Jahre andauern wird. Die DLRG-Bundestagung 2001 bestätigt einmütig die Ergebnisse des Organisationsentwicklungsprozesses. Als Kernaufgaben der zukünftigen Arbeit werden die traditionellen Schwerpunkte fortgeschrieben:

  1. Aufklärung der Bevölkerung über Gefahren im und am Wasser,
  2. Ausbildung im Schwimmen und Rettungsschwimmen,
  3. Wasserrettungsdienst einschließlich der Mitwirkung im Rahmen der Rettungsdienstgesetze und im Katastrophenschutz.

Darüber hinaus beschließt die Bundestagung in einer Leitidee ein ehrgeiziges Ziel:

Die Halbierung der Ertrinkungszahlen bis zum Jahr 2020.

Anknüpfend an diese einvernehmliche Neuorientierung wird auch ein neues Corporate Design verabschiedet, das die kommunikativen Grundlagen für diese "neue DLRG" schafft. Die Mitte der 1990er-Jahre begonnene Einführung moderner Instrumente der Verbandsfinanzierung zeigt zunehmende Erfolge, wie etwa die Aktivitäten in der Förderergewinnung und anderen Formen des Fundraising und entlastet dadurch die bislang stark beitragsabhängige Finanzierung. Mit rund 770.000 ehrenamtlichen Mitgliedern und Förderern erzielt die DLRG am Ende des Jahres 2001 ein neues Rekordergebnis.

Das Jahr 2002 beschert der DLRG den größten Einsatz in der Verbandsgeschichte: 4.500 Helferinnen und Helfer sind bei den Hochwasserlagen in Bayern sowie an der Elbe und ihren Nebenflüssen im Einsatz. Sie retten zahlreiche Menschen vor dem Tod durch Ertrinken und verhindern durch deichsichernde Maßnahmen - wie bereits beim Oderhochwasser 1997 - weitere Überflutungen. So können Sachwerte in Millionenhöhe vor der Zerstörung bewahrt werden.

2004-heute

Am Beginn des Jubiläumsjahres 2013 kann die DLRG eine erfolgreiche Bilanz ihrer ehrenamtlichen Arbeit vorweisen:

Seit ihrer Gründung 1913 ist es der DLRG gelungen, die jährliche Ertrinkungszahl um fast 90 Prozent zu senken und durch eine qualifizierte kontinuierliche Ausbildungsarbeit sowie durch Förderung des Schulschwimmens die Zahl der Schwimmer von etwa drei auf 80 Prozent der Bevölkerung zu steigern. Dieses einmalige System aus Aufklärung, Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung und Wasserrettungsdienst auf ehrenamtlicher Basis hat Deutschland zu einer der führenden Nationen in der Welt in Sachen Wassersicherheit werden lassen.

Die Arbeit der DLRG geht weiter. Rund 60 Prozent der Zehnjährigen sind keine sicheren Schwimmer und der Kampf gegen die Schließung der Schwimmbäder hat erst begonnnen. Die Chronik der DLRG wird fortgeschrieben und die Veröffentlichung von historischen Bänden ist für das Jahr 2025 geplant.

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